Rezension
Der Graf ist ein großer Fan von Daddy Cool und Boney M. Alle liegen schon im Bett nur er ist noch auf dem Parkett , singt Herr Ja, Kopf und Chef des illustren Trios goJA moon ROCKAH, das irgendwo zwischen Electro, Minimal und New Wave-Pop schwebt, im Titelsong zu Disco Dracula . Wahrscheinlich hat der Graf zuvor die neusten Veröffentlichung der Band eingelegt und die Fünf für Minimale Totale oder die Zehn für Monstertruck angewählt. Damit lässt es sich tatsächlich gut über das Parkett huschen, auch wenn dieser vielleicht noch nicht gebohnert ist. Und solange Dracula nicht über seinen Umhang stolpert, ist alles in bester Ordnung. Aber auch Vampire brauchen mal eine Pause, wozu sich die Balladen Jetzt kommt die Nacht oder Mein Vampir besonders gut eignen. Da darf sich der Blutsauger auch gerne für ein Nickerchen in seinen gut gepolsterten Sarg zurückziehen. Kunstvoll garniert werden die Zwölf Songs plus zwei Bonusremixe von reichlich humorvollen, provokanten und teilweise sehr schrägen Texten aus der Feder des Wismarer Dreigestirns, das nicht nur durch seine punkige Attitüde aus dem Rahmen fällt. Das Glanzstück des zweiten Werkes der goJA moon ROCKHA bildet jedoch der minimalelektronische Titel Heavy Metal Computer , zu dem bereits ein Video im Netz existiert. Und mögen manch lyrische Ergüsse der dekadenten drei auch noch so aufgesetzt klingen, hat man dennoch den Eindruck, dass es die Rockah zwar lieben, Aufsehen zu erregen, man ihnen ihre Masche aber ohne schlechtes Gewissen abkaufen kann. (Sonic Seducer Magazin November 2009)
Wenn der Name Dracula ins Spiel kommt, geht es in aller Regel gruselig zu. Da wir hier aber von den Electro-Anarchisten goJA moon ROCKHAH reden, kann man den Horror getrost beiseite lassen. Dass dem Trio nichts heilig ist, hat es bereits auf seinem Erstling Elektronation bewiesen. Nun muss also auch der Dunkelfürst für musikalische Persiflagen verschiedenster Ausprägung herhalten. Ob mit dem Titelstück Disco Dracula oder Nummern wie Mein Vampir und Vampire Party die goJA moon ROCKHAH treiben ihren dadaistischen Elektronik-Ansatz auch diesmal wieder auf die Spitze. Etwas blutleer geht es allerdings beim ein oder anderen Songtext zu, vor allem wenn sie nach dem Motto: Reim dich oder ich beiß dich kreiert sind. Richtig stark sind Herr Go, Herr Ja und Schreck dagegen immer dann, wenn sie ihre überbordende Synthie-Glam-Maschinerie auf ein Minimum reduzieren und charmante Analog-Sounds zur Geltung kommen lassen. Hervorzuheben wären in diesem Kontext Heavy Metal Computer und Jetzt Kommt die Nacht , die die vermeintlich bessere Seite einer stets am Rande des (guten) Geschmacks balancierenden Band offenbaren. (Zillo Magazin November 2009)
Ein Album wie ein Amarenabecher. Fluffiges Vanilleeis, fluffigere Sahne und ein fabelhaft süße Amarenakirsche als Spitze des Eisberges machen es zu einem süßen Erlebnis für jedermann. Einfach, manchmal minimal aber halt immer fluffig und wirklich süß. Man bekommt eben was man erwartet. So auch hier. Das retroelektronische Sounddesign liegt irgendwie zwischen WELLE: ERDBALL und alten Gameshows. Die Kompositionen bleiben in ihrer Komplexität auf dem pinkfarbenen Teppich. Der schwer vorcodierte Gesang erzählt uns von untoten Tanzbodenhelden, Monstertrucks, Spaß und Eiscreme und verzichtet auf schwierige Wendungen. Die MOON ROCKAH wissen genau was sie wollen und setzen das präzise um. Einfachheit bedeutet nicht, dass dieses Album nicht clever ist. Der Humor ist feinsinnig und alles macht Sinn und hängt zusammen. // Gut // (Gothic Lifestyle Magazin November 2009)
Kurzbeschreibung
Nach ihrer erfolgreichen Tournee mit Unheilig und ihrem gefeierten Debütalbum ''Elektronation'' sind die goJA moon ROCKAH nun zurück auf Deutschlands Bühnen mit humorvollen Indie-Hits, modernem Dancepop und laszivem Disco-Flair. Mit viel Akribie, Witz und Poesie skizziert das Trio Szenarios zwischen Lust und Erbrechen, zwischen glitzernden Tanzflächen und düsteren Straßenecken. Provokant, aber stilvoll. Die Beats der goJAs bringen Dinge zusammen, bei deren Fusion sich ganze Dimensionslöcher ins schöne Land Absurdistan auftun. Denn so reagiert die strapazierte Realität, wenn die drei Jungs aus drallen Chicks, Backstage-Bier und Pheromonen eine Scheibe synthetisieren, die schafft, was niemand versuchen möchte: Ein Komposition von essentiellen Gothic-Heiligtümern mit einem alles überstrahlenden Discofeeling. Nie wieder langweilige Patchoulie-Partys, wenn süffisante Streitgespräche zwischen Plateauboots, Nippelpiercing und Discokugel locken! Zwar vermutet man hinter den elektronischen Vocoder- und Synthesizerklängen zunächst Altbekanntes, doch spätestens nach Hits wie ''Banana Split'' und ''Monstertruck'' stellt sich ein heiterer Schockzustand ein, als wäre man soeben mit einem Goldbarren verprügelt worden. Die Interpretationen von Party, Liebe und Süßspeisen (in genau dieser Reihenfolge) bieten dem gelangweilten Wohlstandshörer eine Therapie, an deren Ende dicke Autos, Pailiettensuits und ein Eis winken. Doch selbstverständlich gibt es nicht nur Tanzflächenfutter, die goJA moon ROCKAH bedienen auch mit klassischen Balladen. Die empfindsame Seele wird von ''Jetzt kommt die Nacht'' und ''Mein Vampir'' in dunkle Ecke gelockt und auch Freunden der gepflegten minimalelektronischen Unterhaltung werden die Platinen knistern, sobald ''Heavy Metal Computer'' aufgelegt wird.