Die Frankfurter Thrash Legende Tankard steht nach über 20 Jahren ohne Pause immer noch mit beiden Beinen auf dem Boden und hat keine Allüren. Die vier Rabauken thrashen herrliche Songs und haben die verkaufstechnische Krise Mitte der 90er überwunden: Im 21. Jahrhundert ballern Tankard frisch wie junge Hüpfer aus allen Rohren! So passen die Wiederveröffentlichungen der Alben "Disco Destroyer / King Of Beer" wunderbar ins Konzept. Das Album "Disco Destroyer" von 1998 markierte einen entscheidenden Schnitt. Gitarrist Andy Bulgaropulos verließ nach diesem wegen Frau und Baby die Band schweren Herzens Richtung Berlin, so dass ein Hauptsongwriter weg war. Tankard klangen bei den Songs für meinen Geschmack zu punkig und rockig, waren aber nicht schlecht und von den Texten recht sarkastisch, was Songs wie "Queen Of Hearts" oder "Hard Rock Dinosaur" gut widerspiegeln. Wie auf anderen Alben machte man sich den Spaß Songs vom ersten Demo neu einzuspielen, wobei hier "Death By Whips" dran glauben musste. Dabei wurde der recht simple Text natürlich behalten. Die Frankfurter haben halt Humor und lachen auch über sich selbst! Mir persönlich gefallen die späteren und besonders die früheren Alben besser, aber Tankard Fans können "Disco Destroyer" durchaus erwerben, zumal die die Neuauflage die leicht schräge Manowar(!) Covernummer "Fast Taker" enthält. Dieses Stück kommt im thrashigen Sound recht gut rüber und die ganze Platte wurde remastered! Trotzdem muss ich anmerken, dass der Sound besonders bei Gitarre und Schlagzeug von Anfang an nicht toll war.