MDR 1 / Radio Sachsen-Anhalt, Oktober 2002
Kurzbeschreibung
"Dirty Talking" erläutert ausführlich und Schritt für Schritt nachvollziehbare Tipps und Techniken und schlägt darüber hinaus verschiedene Übungen für individuelle Schwerpunkte und Problemfelder vor: Wie flüstere ich einfallsreiche Zärtlichkeiten, die meinem Liebsten eine Gänsehaut über den Körper jagen? Wie befreie ich meine erotische Kreativität, um meine innersten Bedürfnisse und Empfindungen mitzuteilen? Wie äußere ich erotische Wünsche, wenn ich Angst habe, mein Partner könnte sie ablehnen oder gar abstoßend finden? Wie kann ich nötigenfalls selbst sexuelle Wünsche ablehnen, ohne meinen Partner zu verletzen? Wie verführe ich meinen Partner, wenn er abgehetzt von der Arbeit kommt, ich aber gerade große Lust habe? Wie formuliere ich ein erotisches Kompliment, das wirklich ankommt? Wie gestalte ich ein stimulierendes Mail, wenn mein Partner nicht so sehr auf deftige Wendungen steht? Wie entwickle ich meinen ganz eigenen erotischen Wortschatz? Wie setze ich meine Stimme am besten ein? Mit Antworten auf all diese und viele andere Fragen wird "Dirty Talking" zum ultimativen Ratgeber für alle, denen es im Schlafzimmer bisher allzu oft die Sprache verschlägt.
Statt unsinnige Patentrezepte zu liefern, lässt "Dirty Talking" dabei durch zahlreiche Experimente und Übungen jeden Leser seinen eigenen Weg finden. Als Leuchtfeuer zur Orientierung dienen die eingestreuten Erfahrungen anderer, die ihre persönlichen Abkürzungen und Irrwege mit den Lesern teilen.
Der Autor über sein Buch
Über den Autor
Auszug aus Dirty Talking. von Arne Hoffmann. Copyright © 2002. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
(...) Zahllose Titel versprechen das Geheimrezept, wie man einen Partner kennen lernt bzw. »eine Frau abschleppt«, andere bieten ein Repertoire sexueller Techniken. Ganz offensichtlich erfüllen all diese Bücher ein Bedürfnis, sonst würden sie nicht so begeistert gelesen. Und doch springt einem förmlich ins Auge, dass hier eine deutliche Lücke existiert. Wir wissen genau, wo der G-Punkt liegt und mit welcher Fingerbewegung man ihn am gezieltesten zu kitzeln vermag. Aber wir erfahren wenig über Dinge, die über solche Körpertechniken hinausgehen und die stattdessen mit der intimen Kommunikation zwischen Mann und Frau zu tun haben.
Dass dem so ist, hat natürlich auch seinen Grund. Zum einen kann jeder die Anatomie der Sexualorgane sowie beispielsweise eine Bandbreite verschiedener Massagetechniken einfach und umstandslos erklären. Die menschliche Psyche und Gesprächsführung hingegen sind wesentlich komplexer und vor allem auch von Person zu Person verschieden. Die Möglichkeiten, seinen Lover durch Wörter, Sätze, Formulierungen in Fahrt zu bringen, übertreffen die Zahl sexueller Positionen auch für die artistisch Begabtesten bei weitem. Zum anderen wurden in den letzten Jahren Frauen wie Männer auf ihren Körper reduziert wie nie zuvor. Nichts ist dafür wohl mehr ein Symbol geworden als der berühmte »Waschbrettbauch«. Bestimmte Zeitschriften arbeiten mit aller Macht an dem Mythos, Mann brauche vor allem die richtigen sechs durchtrainierten Muskeln, um reihenweise Frauen abschleppen und sie im Bett glücklich machen zu können. Viele Frauen wiederum können solche Artikel nur noch als Satire verstehen, haben!
aber selbst oft genug erlebt, wie erotische Ausstrahlung mit Jugend, Schlanksein und bestimmten Normvorgaben körperlicher Attraktivität gleichgesetzt wird.
»Dirty Talking« will mit diesem Unsinn Schluss machen. Zu gutem Sex gehört etwas anderes als die wohlproportionierte Figur, der Superbusen oder der muskulöse Bodybuilder-Körper wie aus dem Postermagazin. Was nützt es, wenn ich zwar aussehe wie Superman oder Lara Croft, aber bei jeder erotischen Begegnung unbeholfen daherstammele oder gleich gar kein Wort herausbekomme und stumm bin wie ein Fisch? Wie befriedigend ist es, mit einem Menschen ins Bett zu gehen, der zwar rein optisch wirkt wie ein junger Gott, dessen Stöhnen, Grunzen und Keuchen man aber in keiner Weise entnehmen kann, was in ihm vorgeht, was er fühlt und wie man von ihm wahrgenommen wird? Dabei kann sich jeder und jede die Techniken der verbalen Erotik aneignen und so den jeweiligen Partner mit der Kraft der eigenen Persönlichkeit und dem eigenen Wesen erreichen, auch wenn er oder sie zuvor nicht monatelang Push-Ups betrieben hat. Wobei man nicht dem Klischee folgen sollte, als ob die sexuelle Sprachlosigkeit allein die Muskelmänner und Luxusweibchen beträfe. (...)
Trotz seines Titels erklärt dieses Buch dabei aber nicht nur, wie man erotische Wörter und Wendungen benutzt, um das sexuelle Erlebnis intensiver werden zu lassen. Es gibt auch Hilfen und Ratschläge dazu, wie man entsprechende Hemmungen überwindet, die sexuelle Begegnung eröffnet, die eigenen Wünsche artikuliert, Ablehnung ausspricht bzw. mit solcher Zurückweisung vom Partner umgeht, in intimen Situationen treffende Komplimente anbringt, für einen selbst angemessene erotische Wörter und Formulierungen findet und mit Worten sinnliche Phantasien entwickelt. Sie werden erfahren, wie Sie Ihrer Stimme das richtige Timbre verleihen können, um Ihrem Partner damit Schauer über den Rücken zu jagen, oder wie Sie in Momenten der Lust Safer Sex einbauen können, ohne dadurch die Stimmung zu zerstören. Auch für die klassische Frage des »Worüber spricht man eigentlich nach dem Sex?« bietet ein Kapitel Antworten an. Einige Tipps zum Thema Telefonsex werden schließlich ebenso wenig fehlen wie eine Zusammenstellung besonders ausgefeilter Techniken der Verbalerotik (»Königswege zur Wonne«). Und natürlich gibt es zur besseren Orientierung einen lexikonartigen Katalog der unterschiedlichsten Ausdrücke für intime Gelegenheiten. Damit stehen Ihnen sowohl ein Wortschatz der Lust zur Verfügung als auch die unterschiedlichsten Tricks und Techniken, diese Begriffe auch anzuwenden. Jeder, der dieses Buch gründlich studiert, sollte damit eine erotische Zungenfertigkeit erlangen können, mit der er seine anderen sexuellen Wünsche sodann ebenfalls erfüllen kann.
Damit Sie, liebe Leser, nicht allein meinen eigenen Weisheiten ausgeliefert sind (die natürlich durch sexualtherapeutische Erkenntnisse gestützt werden), habe ich als zusätzliche Leuchtfeuer der Orientierung Sektionen in mein Buch eingestreut, die ich mit »Offene Worte« betitelt habe. Hier berichten die unterschiedlichsten Menschen mit den verschiedensten sexuellen Hintergründen über ihre persönlichen Erfahrungen und Ansichten im Zusammenhang mit den Themen dieses Buches. (...)
Dieses Buch möchte praktische Kenntnisse der Verbalerotik für den sexuellen Akt selbst zur Verfügung stellen und nicht einmal mehr Ratschläge erteilen, wie man am besten seine Beziehung tiefgründig analysiert und zerredet. Denn auch dazu gibt es erstens schon Bücher genug. Zweitens stellt sich die Notwendigkeit der sexuellen Tiefenanalyse oft gar nicht mehr, wenn man erst einmal die richtigen Techniken zur Hand hat, um das Erlebnis wieder lustvoller, befriedigender und erfüllender zu machen. Schließlich hat sich auch im therapeutischen Bereich die Verhaltenstherapie der Tiefenanalyse sehr oft als überlegen erwiesen.
Eben zu so einer pragmatischen Verbesserung der Zweisamkeit im Bett kann kunstvolle Verbalerotik beitragen. Denn an die Stelle von Verwirrung, Missverständnissen, Enttäuschung und Frustrationen treten Verständigung, Nähe, Verbundenheit und Lust nur, und das ist der Unterschied: nicht in einer nachträglichen Manöverkritik und Aufbereitung des Geschlechtsaktes, sondern schon währenddessen, und dies noch dazu auf erotisch anregende Weise. Schon während der sexuellen Begegnung selbst die eigenen Wünsche und Bedürfnisse so zu äußern, dass die Leidenschaft angestachelt wird, vergrößert natürlich immens die Chancen, sie auch erfüllt zu bekommen. Wer das tut, macht sich selbst glücklich und seinen Partner zugleich. Auf diese Weise kann das Einbinden verbaler Erotik in das Liebesspiel diese Erfahrung auch völlig auf den Kopf stellen, wenn man bislang überwiegend schweigend, stöhnend und schwer atmend zugange war. Aber eben deshalb sollte man sich mit diesen Techniken zunächst einmal ausführlich beschäftigen, bevor man sich und den Partner überfordert, aus der Bahn wirft oder Fehler begeht, die nur mit großer Anstrengung wieder gutzumachen sind. (...)