Was haben wir nicht damals geschmachtet, als Jonny und Baby sich zofften, verliebten und dann im Finale in den siebten Himmel und die Konkurrenz und spießige Hotelgäste in den Boden tanzten! Dirty Dancing ist und bleibt einer der schönsten Tanz- und Liebesfilme überhaupt und mit Dirty Dancing 2 kommt nun die inoffozielle Fortsetzung heraus, die aber zeitlich gesehen eigentlich ein Prequel ist. Egal - ich finde, der Film sollte nicht als Fortsetzung sondern als eigenständiges Kunstwerk betrachtet werden, denn er hat mit dem ersten Teil nur die Tatsache gemein, dass sich ein reiches Mädchen in einen "nicht-standesgemäßen" Jungen verliebt. Ausserdem ist die Musik- und Tanzrichtung eine völlig andere - Salsa, Samba, feurige Rythmen - wir sind definitiv in Südamerika!
Und zwar im Kuba der 50er Jahre - die Luft brennt, Revolution und Veränderung liegen in der Luft, das Leben pulsiert. Und in den heißen Sommernächten lassen die Kubaner ihre Hüften in verruchten Tanzkellern kreisen. In diese Atmosphäre zieht eine amerikanische Diplomatenfamilie mit zwei Töchtern, eine davon ist die 16jährige Katie. Die Familie haust in einem Luxushotel, wo der junge Javier als Kellner jobbt. Katie verguckt sich in ihn, heimlich üben sie für einen Tanzwettbewerb, dessen hohen Gewinn Javier dringend für seine Familie braucht, und verlieben sich dabei ineinander. Zusammen verbringen sie einen unvergesslichen Sommer.
Sicher, dann und wann taucht hier das ein oder andere Klischee auf, aber dennoch - der Film ist spannend gemacht, mitreißend, witzig und verzaubert durch eine charmante, weil nicht zu dick aufgetragene Sommer-Lovestory. Ausserdem gibt es ein Paar ernste Untertöne wegen dem politischen Hintergrund, was aber noch wichtiger ist - die großartigen Tanzszenen! Die Chemie zwischen den beiden Liebenden stimmt - Romola Garai ist klasse als steife Diplomatentochter, die Spaß am Leben entdeckt und Diego Luna ist einfach hinreißend als der arme, aber liebenswerte Tänzer Javier.
Dirty Dancing - Havanna Nights macht einfach Spaß und verbreitet sommerliche Urlaubsstimmung.
Einen Stern Abzug gibt es trotzdem und zwar für den, das muss ich leider so sagen, schlimmsten Gastauftritt der Filmgeschichte - nämlich den von Patrick Swayze als Tanzlehrer. Sicher, er ist immer noch ein begnadeter Tänzer, sieht aber grausig aus - von dem knackigen Jonny aus Dirty Dancing ist er weit entfernt und meiner Meinung nach war er hier absolut überflüssig. Hätten die nicht stattdessen Johnny Depp nehmen können? Jaja, ich weiß, hartgesottene Patrick Swayze Fans werden jetzt lautstark protestieren...
Ansonsten drei Daumen hoch für diesen wunderbaren Tanzfilm und eine DVD mit richtig vielen klasse Extras!