Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Entertainment or death, 5. August 2002
The Dirt ist der bisher wohl beste Blick hinter die Kulissen des "verruchten" Musik-Business. Hier findet der geneigte Leser alles im Exzess, was er an Klischees erwarten kann: Sex, Drogen, Suff, miese Kindheitstraumas, asoziales Verhalten, dreckigen Hard Rock, Reichtum, Ruhm und den unweigerlich mit damit bei DIESER Band einhergehenden Realitätsverlust. Natürlich kommen dann hier die menschlichen Tragödien, die Vergänglichkeit des Ruhmes und alle sämtlichen Schattenseiten zum tragen. Das Buch ist hervorragend geschrieben und zusammengestellt, die Sichtweisen aller Beteiligten sind absolut unterhaltsam und informativ. Ein einzelnes Bandmitglied besonders hervorzuheben wäre vermessen, denn der Gesamteindruck als solches zählt und rundet die zahlreichen Anekdoten ab. Vielleicht kommt in den Erzählungen manchmal die Musik ein wenig zu kurz, das macht das Buch aber auch für Nicht-Mötley Crüe Fans interessant. Der Fan weiß eh schon alles über die Musik, er sucht das Verborgene. Und genau das, nämlich der Blick hinter die Kulissen ist es was dieses Buch herausragend macht. Es wird schade sein, das in Europa dieses Buch mit hoher Wahrscheinlichkeit sträflich mißachtet wird, denn die Europäer teilten nie zu 100% die Maxime von Mötley Crüe die da heißt „Entertainment or death". Dieses Buch ist purstes Entertainment, alles natürlich eine Frage des Geschmackes, aber wer den verschwitzten schmutzigen Rock'nRoll liebt, der sich fernab von singenden Barbieren und pseudo-intellektuellen und politisch korrekten Rockbands befindet, findet hier sein literarisches El Dorado des echten, schmutzigem und sittenverderbenden Rock'n'Roll. Somit ist das Buch nicht nur für Crüe-Fans empfehlenswert.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nichts für Menschen mit empfindlichem Magen..., 22. Juli 2002
Ein Wochenende hat dieses Buch bei mir überlebt. Dann war's auch schon ausgelesen. Ich habe die Jungs vor zig Jahren persönlich kennengelernt und während zwei Tagen in Zürich begleitet. Alleine diese zwei Tage hatten es in sich. Aber was die Herren Nikki, Thommy, Mick und Vince alles an "schmutzigen" Stories zu bieten haben, ist sicherlich nicht der Lesestoff für Pfarrerstöchter oder zartbesaitete Seelen. Die Motleys zeigen deutlich auf, wie tief ein Mensch sinken kann. Und das in jeder Hinsicht. Sexuelle Ausschweiffungen, Drogenmissbrauch der harten Sorte, Gewalt oder einfach eklige Aktionen. Die Crue deckt jeden Bereich "professionell" ab. Sehr gelungen, sind die Gegenüberdarstellungen der vier von einzelnen Ereignissen. Viele Sichtweisen von ein und derselben Situation. Sie gehen mit ihrem musikalischem Werk gnadenlos zu Gericht und sagen ganz klar, welche Alben Schund sind und welche nicht. Die Foto-Section ist leider nicht ganz zu umfangreich ausgefallen, wie ich mir das gewünscht hätte - aber die lockere Erzählart macht dieses Manko wieder wett. Ich hatte vergnügliche Stunden und auch keinerlei Verlangen nach Snacks ;-) Kaufen und froh sein, dass es einem besser geht....
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
kindergarten!, 12. Dezember 2008
die idee der "ungeschminkten" musiker-autobiografie (die dann meistens gar nicht so ungeschminkt ist) ist ja nicht neu. gerade zur zeit aber erlebt dieses genre eine renaissance, wie die bücher von slash, lemmy oder ronnie wood beweisen. auslöser dieser renaissance ist aber dieses buch hier: die geschichte von mötley crüe.
das prahlen mit den eigenen exzessen hat ja immer etwas gleichzeitig eitles (sooo ein kerl war ich mal) und gleichzeitig nostalgisches, wie ein veteranentreffen. ja, man hat den krieg überlebt. auch schon was.
was dieses buch gegen die eitelkeitsgefahr immunisiert, ist der nichts und niemanden und am allerwenigsten die protagonisten schonende humor, ob der jetzt von der band selbst kam, oder von ihrem autor - egal. sie nehmen sich nicht ernst, machen keine helden aus sich, stilisieren ihre aus- und einschweifungen nicht zu künstlerisch wertvollen großtaten hoch.
dieses buch ist ungeheuer sympathisch, kurzweilig und immer wieder stellt sich beim lesen die frage (die einem zb auch bei betrachtung des films "die hard IV" anspringt): geht das denn? und ist man da nicht tot? (um das österreichische nachrichtenmagazin profil zu zitieren.)
es ist aber auch berührend und schockierend. man bekommt einen einblick, wie gnadenlos im showbiz gearbeitet wird. und das kapitel über den krebstod von vince neils kleiner tochter ist so rettungslos traurig und verzweifelt, dass man beim lesen fast heulen muss.
formal wechselt die erzählperspektive immer zwischen den vier bandmitgliedern hin und her (vor allem zu nikki sixx; mick mars ist wie im echten leben auch eher wortkarg). auch kurzzeit-sänger john corabi und andere wegbegleiter kommen zu wort - und zwar sehr, sehr kritisch.
natürlich ist vieles anekdotisch, aber doch wesentlich weniger krass als bei anderen büchern dieses genres. am ende hat man ein, wie ich denke, ziemlich realistisches bild der vier stars. nikki sixx ist ein hochbegabter, an liebesdefiziten laborierender verhaltensorigineller ewigpubertierender mit dem zerstörungspotenzial einer atombombe; tommy lee ist ein sympathisches kleindkind in der lebenslangen trotzphase, mit hohem talent, sich der falschen "mami" an den plastikbusen zu werfen; mick mars ist ein herzensguter sonderling, der seine depressionen und seine angst vor der einsamkeit, davor, zu alt zu sein, und vor seiner fortschreitenden knochenkrankheit gern in alkohol auflöst. und vince neil ist ein selbstverliebter, aber liebeswerter pfau mit gebrochenen flügeln, der sex, alkohol und bühnenshows dazu verwendet, sich keinen gefühlen stellen zu müssen.
sind wir all das nicht alle? ein bisschen?
tolles buch. das davon inspirierte album (saints of los angeles") wurde eines ihrer allerbesten. hoffentlich hält der film das niveau.
gesamteindruck: rock 'n' roll ist ein kindergarten mit viel unterhaltungschemie. und man braucht viel glück, um ihn zu überleben.
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