Die Handlungsstränge des Buches sind aufgeteilt auf zahlreiche Abschnitte, die jeweils um verschiedene Figuren zentrierte Szenen beschreiben.
Zum einen sind da fünf Freunde, mit einer Ausnahme alle Mitte 30. Paul ist Informatiker, hat eine Stelle an der Uni und wohnt mit seiner Anfang 20-jährigen Freundin Nicole zusammen. Johanna ist Künstlerin, Christof ist Psychologe und David ist Journalist und Schriftsteller, der ein Buch über den englischen Physiker Dirac schreiben will. Bis auf Nicole kennen sich alle aus ihrer gemeinsamen Schulzeit am Gymnasium in einer Stadt namens Sonnenthal. Zum anderen ist da Paul Dirac, der Physiker, dessen Lebensereignisse einzelne Szenen beschreiben.
Die Schilderungen, die die Freunde betreffen, umfassen zumeist Ereignisse über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren der Gegenwart, daneben auch Begebenheiten aus der gemeinsamen Schulzeit in den 80er Jahren. In der Gegenwart wird Nicole schwanger, ist psychotisch und landet schließlich in der Klinik, Christof erkrankt an amyotropher Lateralsklerose und nimmt sich das Leben, Paul ergattert einen gut bezahlten dubiosen Auftrag einer geheimnisvollen Firma, Johanna bekommt eine Austellung ihrer Werke in Berlin und David macht eine Reise nach Roswell, USA, gibt aber schließlich sein Romanprojekt auf. Dirac betreffend werden Ereignisse sowohl der 20er und 30er Jahre als auch spätere Geschehnisse geschildert.
Die Dramatik des Plots entspricht scheinbar der einer Biographie. Die einzelnen Szenen werden größtenteils durch ihren biographischen Bezug zu einer Erzählung verbunden. Gleichwohl gibt es auch einen Bezug auf ein Rätsel, dass sich gleich am Anfang der Geschichte stellt, und das ihr einen übergreifenden Spannungsbogen gibt. Wer ist diese mysteriöse "Frau von der Küste", die Nicole zuerst erscheint, die jedoch später auch in Szenen, die nicht von Nicole handeln, auftaucht. Und was hat es mit dem Reptil (z.B. S. 309) auf sich? Den Figuren stoßen die Begebenheiten zu, es gibt keine gemeinsame Aufgabe oder ein Projekt, das sie bewältigen müssen, und das die Entwicklung der Geschichte vorgibt.
Gegen Ende hin wird der Plot immer irrealer und fantastischer. Die mysteriöse "Frau von der Küste" taucht nun auch in Szenen Diracs auf. Zugleich wird nun aus der Figur David, über die zunächst erzählt wird, der Erzähler der Geschichte und zugleich Dirac, der aus seiner Perspektive berichtet. Schließlich verschwindet Nicole spurlos und reist mit der "Frau von der Küste" scheinbar durch eine Parallelwelt.
Die Figuren verhandeln oft dialogisch Themen zu Gott und der Welt. So werden Fragen zum Leben (z.B. Was ist Glück?, Wie gestaltet man Beziehungen?), zur Physik (z.B. zur relativistischen Gleichung des Elektrons), zur Literatur (z.B. ihre Aufgabe, ihr Wesen, das Verhältnis von Form und Inhalt, über ihre Rezeption und Produktion), zur Erkenntnistheorie (z.B. Erkenntnis in Physik und Literatur), zur Kultur (z.B. Was ist Modernität?), zum Journalismus, zur Informatik, zur Kunst, zur Psyche, zur Wissenschaftstheorie (z.B. Reduktionismus und Irreduzibilität) und Futurologie (z.B. zur Zukunft des Bewusstseins) behandelt. Oftmals wird auch auf andere Medien, Bücher, Aufsätze, Fernsehserien und Musiktitel verwiesen. Diese Verweise sind gleichsam Brückenköpfe, mit denen der Leser in andere Bereiche des Wissens gelangen kann. Die Lektüre dieses Buches eröffnet dem interessierten Leser also neue Gebiete des Wissens.
Die Zeichnung der Figuren spart feine Psychologie aus. Dirac zeigt nicht das Denken und Verhalten eines Menschen, dem man Asperger unterstellen würde. Die Freunde schätzen sich, zwischen ihnen gibt es meistens keine geheimen Aversionen, auch wenn es mal Diskussionen und Streit gibt. Es gibt keine Selbstwertpflegeprobleme, die darin bestehen, das der eine sich auf Kosten des anderen erhöht. Überhaupt sind die Figuren sich sicher, in dem wer sie sind und was sie tun. Mit ihrer Karriere geht es letztlich gut voran, denn man kann hier Karriere machen, wenn, wie das bei Paul, David und Johanna der Fall zu sein scheint, Profession und Person eine Einheit bilden. Sie können etwas und können und dürfen damit ihr Geld verdienen.
Auch wenn der Autor die Figuren also nicht fein psychologisiert, so sind sie doch erkennbar einem bestimmten sozialen Milieu zuzuorden. Der Autor ist mit ihnen parteilich gegen reaktionäre Verwandte und ehemalige Lehrer, beschreibt das Wesen der Schule mit dem Begriff Psycho-Darwinismus. Zuweilen gelingen dem Autor auch gute Beobachtungen des Alltags. Etwa wenn man sich als Freischaffender von anderen gerne ablenken lässt, am Ende des Tages aber sauer darauf ist.
Ich halte das Buch für handwerklich solide. Aufgrund der zahlreichen Verweise und verhandelten Themen eröffnen sich dem interessierten Leser zahlreiche neue Bereiche des Wissens. Obwohl die Figuren scheinbar nicht stark psychologisiert sind, ist für mich das Buch unbedingt empfehlenswert.