Frida Kahlo hätte im Juli dieses Jahres ihren 100. Geburtstag gefeiert.
In Erinnerung geblieben ist sie vor allem durch ihre durch mexikanische Volkskunst inspirierten farbenfrohen Selbstportraits, die gleichzeitig eine lange Chronik des Leidens spiegeln.
Lebensprall, leidenschaftlich aber auch durchzogen von Traurigkeit und Melancholie sind ihre Liebesbriefe, die nun erschienen sind. Dem Verlag SchirmerGraf ist eine Ausgabe gelungen, die nicht nur durch die lyrisch anmutende Auswahl der Briefe überzeugt. Dieses Buch ist ein optisches und haptisches Vergnügen: Leineneinband, farbige Vignetten und besonders schönes Papier sorgen für einen sinnlichen Lesegenuss!
Frida Kahlos Leben war geprägt durch einen schweren Busunfall, den sie mit achtzehn Jahren erlitt und an dessen Folgen sie ihr ganzes Leben zu tragen hatte. Darunter litt auch ihre erste, große Liebe zu Alejandro Gomez Arias, der mit der Situation mit einer nunmehr gezeichneten jungen Frau zusammen zu sein, überfordert war. Frida Kahlos "Rettung" aus dieser für sie so belastenden Erfahrung war schließlich die Beziehung zu Diego Rivera, der sie nicht nur künstlerisch stark prägte, ihr aber auch immer wieder großes Leid zufügte. Neben vielen kurzen Liebesaffären, u.a. mit Trotzki, spielte Nickolas Murray schließlich noch eine entscheidende Rolle in Fridas Leben. Er war ihr und der erotischen Urgewalt, mit der sie stets liebte, vielleicht am ehesten gewachsen.
Frida Kahlos Werk wurde erst nach ihrem Tod weltweit bekannt. Bis heute ist sie so etwas wie eine Ikone für die weibliche Kunst des 20. Jahrhunderts. Dazu leisten diese Briefe, die Frida Kahlo einmal mehr als eine leidenschaftliche und kühne Frau kennzeichnen, einen weiteren Beitrag!