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Dinosaurierjäger. Der Wettlauf um die Erforschung der prähistorischen Welt.
 
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Dinosaurierjäger. Der Wettlauf um die Erforschung der prähistorischen Welt. [Restexemplar] [Taschenbuch]

Deborah Cadbury
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 447 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499614782
  • ISBN-13: 978-3499614781
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 923.297 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Spektrum der Wissenschaft

Spotten wir nicht über die plumpen Dinosaurier-Modelle, die Richard Owen 1853 für den Crystal Palace schuf! Die Pioniere der Paläontologie setzten dem Iguanodon den Dorn, den er am Vorderfuß trug, als Rhinozeros-ähnliches Horn auf die Nase. Aber sie taten damit das Beste, was nach dem Wissensstand ihrer Zeit erschließbar war. Zudem sahen die ersten Dinosaurier-Forscher sich noch genötigt, ihre Erkenntnisse mit der Überlieferung der Bibel in Einklang zu bringen. Schließlich war es zu der Zeit durchaus üblich, dass sich Geistliche mit den Wissenschaften beschäftigten. Doch die versteinerten Reste von urzeitlichen Schreckens-Tieren belegten eindeutig: Es gab schon vor Urzeiten Leben auf der Erde, das geradezu unglaublich anders war als alles bislang Vertraute.

Die britische Buchautorin und BBC-Fernsehproduzentin Deborah Cadbury begleitet eine Hand voll Paläontologen bei ihren spannenden Entdeckungsreisen. Sie beginnt bei einer Frau, die lediglich "Handlanger" der Wissenschaft war und es selbst weder zu Reichtum noch zu Berühmtheit brachte: Mary Annings, die ihren bescheidenen Lebensunterhalt mit dem Sammeln von Fossilien bestritt und dabei unter anderem das erste vollständige Skelett eines Ichthyosauriers fand.

Im Zentrum des Buches steht der jahrzehntelange, hassgeladene Konflikt zwischen zwei höchst ungleichen Persönlichkeiten: Gideon Mantell (1790-1852), Sohn eines Schusters, der sich aus eigener Kraft zum Mediziner und Mitglied der Londoner Royal Society emporarbeitete, und Richard Owen (1804-1892), der sich frei von Geldsorgen ganz der Forschung widmen konnte. Cadbury macht keinen Hehl aus ihrer Sympathie für Mantell, den sie zum Held ihrer Geschichte kürt.

An seinen wissenschaftlichen Verdiensten herrscht kein Zweifel: Mantell hatte den ersten Iguanodon-Zahn gefunden und einem gigantischen, ausgestorbenen, reptilartigen Pflanzenfresser zugeschrieben. Später entdeckte er weitere Skelettfragmente, sogar einen Kiefer. Doch letztlich war Mantell durch seinen Mangel an Zeit und später durch seine deformierte Wirbelsäule stets im Nachteil gegenüber Owen.

Dieser gab Fehldeutungen, die Mantell zwangsläufig unterliefen, gnadenlos der Lächerlichkeit preis, machte sich jedoch dessen brauchbare Ideen ohne Namensnennung zu Eigen. Ehrgeiz, Häme und das untrügliche Gespür für die Nützlichkeit oder Gefährlichkeit von Kollegen brachten ihn systematisch auf der Karriereleiter nach oben. Sympathischer wird er dadurch nicht. Alles Mitgefühl des Lesers gilt daher Gideon Mantell, der stark gehbehindert schmählich und unter Schmerzen stirbt, während Richard Owen auf einem großzügigen Landsitz residiert - ein Geschenk der Krone. Es wirkt als ein - kleiner - Ausgleich, dass auch Owen, der als führender Anatom gelten und damit das Erbe von Georges Cuvier antreten wollte, sich schließlich geschlagen geben musste: Letzten Endes waren es Thomas Huxley und vor allem Charles Darwin, die zu den größten und wichtigsten Erkenntnissen über die Artentstehung gelangten.

Eine rein fachlich motivierte Auseinandersetzung zwischen zwei Wissenschaftlern, die schon 150 Jahre zurückliegt, könnte selbst den geneigtesten Leser irgendwann ermüden, vor allem, wenn der Konflikt über 400 Seiten entwickelt wird und die Erzählung etliche Fachvorträge und Publikationen einschließt. Doch Deborah Cadbury lässt ihren Leser nicht nur an den spannenden Entdeckungen der Fossilien teilhaben, sondern lädt ihn auch in das Privatleben der Forscher ein, vom frischen Eheglück und der Liebe zu den Kindern bis hin zu Unfällen und Krankheiten, Familientragödien und unversöhnlichem Ehestreit.

Geschickt lenkt Cadbury ihren Handlungsfaden vom einen zum anderen und vergisst nicht, ein Auge auf dem Geschick von Mary Annings zu belassen - der armen Gestalt, der die Wissenschaftler so viel zu verdanken hatten und der sie so wenig Anerkennung entgegenbrachten. Dabei bewahrt Cadbury einen gewissen Sinn für Humor. Leider fehlt die im doppelten Sinne köstliche Anekdote, nach der die Forscher bei einem Treffen eine Schildkröte auf Kuchenteig setzten, um die Spuren des Reptils mit einer gefundenen fossilen Fährte zu vergleichen. Der gewünschte Erfolg blieb zunächst aus - das Tier blieb im Teig stecken.

Berühmte und aufschlussreiche Fundstätten wie etwa den Solnhofener Lithografenschiefer erwähnt Cadbury nur am Rande, denn der Roman blickt fast ausschließlich nach England und begnügt sich mit gelegentlichen Hinweisen auf das Weltgeschehen. Doch weitere Porträts von Wissenschaftlern hätten den Handlungsfaden sicherlich zu breit aufgefächert.

Eine angenehme und unterhaltsame, aber auch lehrreiche und lebendige Lektüre: Fast glaubt man Gideon Mantell - mit einer Lupe über einen rätselhaften fossilen Knochen gebeugt - leibhaftig am Schreibtisch sitzen zu sehen.

Rezensent: Julia Bidder -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Gideon Mantell entdeckt Riesenknochen in Sussex. Besessen von der verlorenen Welt der Reptilien, setzt er alles ein, seine Vision der verlorenen Welt bekannt zu machen, scheitert jedoch kläglich. Richard Owen dagegen, ein brillanter Anatom, benannte die Kreaturen und erlangte Weltruhm. Das ist etwas, was Gideon Mantell nicht verzeihen kann.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Deborah Cadburry ist mit ihrer Schilderung der Entdeckung der fossilien Überreste der Saurier ein seltenes Meisterstück gelungen. Dabei kommen nicht nur Dinofans auf ihre Kosten, denn Cadburry schildert die Lebenswege der Forscher im 19. JH gewürzt mit Anekdoten und Familiengeschichten, Ränken, wissenschaftlichen und persönlichen Auseinandersetzungen und viel historischem Hintergrundwissen. Dabei fehlt es ihr nicht an hintergründigem Humor, wenn sie die wissenschaftlichen Ansichten jener Zeit darstellt. Dennoch wird sie nie zur Spötterin. Besonders gelungen ist ihr, wie es den Forschern allmählich gelingt ein Bild von der Entwicklung des Lebens auf der Erde zu entwickeln und in welche Konflikte es sie mit der biblischen Auslegeung der Genesis bringt.
Insgesamt sehr empfehlenswert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mehr davon! 23. Juli 2003
Format:Taschenbuch
Selten wurden Fakten derart spannend, unterhaltsam und zugleich objektiv erzählt. Deborah Cadbury hat es geschafft, dem Leser trotz vieler Daten, Orte und Namen eine unterhaltsame und spannende Lektüre vorzulegen, die ihn kaum merken läßt, dass er eigentlich ein Geschichtsbuch in den Händen hält.

Über einen Zeitraum von gut 50 Jahren zieht sich die Geschichte wissenschaftlicher Entdeckungen hin, immer wieder begleitet von den privaten Schicksalen der Geologen und Anatomen, den Protagonisten dieses Buches. Und eben diese Beigabe erleichtert es dem Leser, in die Geschehnisse der Zeit einzutauchen, sich mit den Wissenschaftlern zu identifizieren, Sympathien für sie zu entwickeln und ihre Leidenschaft für die Geologie zu teilen.

Durch die stete Entwicklung, die Irrungen und die korrekten Erkenntnisse, wird der Laie nicht etwa verwirrt, sondern eben so geduldig in das Fach eingeführt, dass er hinterher viel gelernt haben wird. Der bewanderte Geologe hingegen erhält einen tieferen Einblick in die Ereignisse und kann sich teils schmunzelnd, teils ergriffen an der Suche nach der Wahrheit und dem Wettstreit zwischen Geologie und Religion beteiligen.

Abschließend ist zu sagen, dass Deborah Cadburys packender und flüssiger Stil, mit sinnvoll eingegliederten Zitaten, eine Bereicherung für die Literatur bedeutet. Ich bin begeistert!

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von M. Sunbat
Format:Taschenbuch
Ich interessiere mich eigentlich nicht so für Dinosaurier. Ich habe nur die BBC Dokumentation im Fernsehen gesehen. Es gibt ja Menschen die erkennen am Knochen um welches Tier es sich mal gehandelt hat. Ich habe dieses Buch zum geburtstag geschenkt bekommen und mir dabei gedacht so ein dickes Buch zu so einem langweiligen Thema. Aber sofort nachdem ich angefangen hatte dieses Buch zu lesen konnte ich nicht mehr aufhören. Die Autorin erzählt in einer sehr angenehmen Stimmung die damaligen Machtkämpfe und Weltanschauungen. Nebenbei lernt man auch noch viel Geschichte und erfährt einiges über die damaligen Lebensbedingungen. Das einzige was mich gestört hat ist die fehlende Zeit- und Namenstafel. Es werden sehr viele Namen und Jahreszahlen genannt, die man natürlich bei so einem Schmöker schon mal durcheinander bringen kann. Vor allem wenn man, wie ich nicht jedes Zeitalter genau benennen kann.
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