Dieses Buch stellt in erster Linie eine Übersicht möglichst vieler fossil überlieferter Wirbeltiere dar. Nach einer kurzen, aber dennoch informativen Einführung in Stratigraphie, Fossilierungsprozesse, Kontinentaldrift und Evolution folgt der systematisch gegliederte Hauptteil dieser Enzyklopädie.
Der Artenteil ist nach verwandtschaftlichen Gruppen gegliedert: Fische, Amphibien, Reptilien, Herrscherreptilien, Vögel, Säugerähnliche Reptilien (inklusive Pelycosaurier) und Säugetiere. Anhand dieser Einteilung ist die moderne Tendenz zu erkennen, die Säugetierähnlichen Reptilien von der Klasse Reptilia als Protomammalia zu trennen. Auf 63 doppelseitigen Farbtafeln werden Rekonstruktionen der verschiedensten fossilen Wirbeltiere abgebildet, die nach neuesten skelettanatomischen Erkenntnissen angefertigt wurden, sie erscheinen aber gelegentlich im Falle der Dinosaurier hinsichtlich ihrer Koloration etwas übertrieben phantasievoll. Es ist an diesem Buch erfreulich, daß die Dinosaurier nicht, wie der Titel vermuten läßt, gegenüber anderen Tiergruppen unnötig überrepräsentiert sind. So sind auch viele in derartigen Büchern oft stiefmütterlich behandelte Säuger aufgeführt, daneben auch Arten, die erst in geschichtlicher Zeit ausgerottet wurden wie Moastrauße, Stellersche Seekuh oder der Dodo. Leider fehlen die vielen fossil gut repräsentierten Gruppen wirbelloser Tiere völlig.
Die jeweils einer Tafel folgende Doppelseite enthält detaillierte Angaben zu jeder abgebildeten Gattung über zeitliches Auftreten, Verbreitung und mögliche Lebensweise. In einigen Fällen wird auf die Entdeckungsgeschichte der Art verwiesen - unter anderem mit interessanten und aus heutiger Zeit anekdotenhaft klingenden Details aus der Zeit des "Dinosaurierfiebers" in den USA Ende des 19. Jahrhunderts. Daneben finden sich auch viele phylogenetische Aspekte, etwa in den jeder Gruppe vorangestellten Stammbäumen, Hinweisen auf Konvergenzen oder Vergleichsschemata zur Entwicklung der Schläfenfenster bei Reptilien. Bei einigen Arten wird auf mögliche Synonymie hingewiesen (z. B. bei Apatosaurus und Gomphoterium), an anderer Stelle wäre dies aber ebenfalls sinnvoll gewesen, so stellen viele Paläontologen die Altelefanten Elephas antiquus und falconeri in die Gattung Palaeoloxodon und einen Teil der Mammute in die Gattung Archidiskodon. Desweiteren erfolgt die systematische Gliederung nicht immer bis auf das Niveau von Familien, was sicherlich problemlos zu realisieren gewesen wäre.
Das Buch bietet ein preisgünstiges Nachschlagewerk vor allem für interessierte Laien, ist aber für Kinder, denen ja Dinosaurier oft besonders am Herzen liegen, wohl etwas zu kompliziert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)