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Ein Dinosaurier im Heuhaufen. Streifzüge durch die Naturgeschichte
 
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Ein Dinosaurier im Heuhaufen. Streifzüge durch die Naturgeschichte [Gebundene Ausgabe]

Stephen Jay Gould , Stephen Jay Gould
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100278089
  • ISBN-13: 978-3100278081
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15,2 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 292.501 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Stephen Jay Gould
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Unter den Büchern über unsere Evolutionsgeschichte ist's schon ein Dinosaurier mit seinen 600 Seiten: Goulds Streifzüge durch die Naturgeschichte sind keine leichte Kost, aber, und das ist versprochen, wer sich drauf einlässt, der wird es nicht bereuen. Eine Sammlung von Essays, bereits der siebte Band, und so reich an Perspektiven, wie es den vier Milliarden Jahren Evolution auf unserem Planeten zusteht.

"Ich bin über 50, trage aber noch jedes Atom der Begeisterung aus meinem 5-jährigen Ich über jedes Stückchen Wissen", sagt Gould über sich selbst und das ist nicht übertrieben. Der Leser dankt's ihm, begegnet der Harvard-Professor doch der Thematik mit dem Wissen eines anerkannten Wissenschaftlers und Forschers, formuliert aber mit der Sprache eines begeisterten Missionars -- alle will er erreichen, Laien und Experten gleichermaßen. Es stimmt, nicht umsonst gilt er als der unübertroffene Meister der wissenschaftlichen Erzählkunst.

Der Evolutionsbiologe, der mit seinen Thesen, der Mensch sei nicht die Krönung der Schöpfung, sondern eher ein winziger "Nebenast" im Baum der Lebensgeschichte, Furore machte, hat mit seinen Essays nur ein Ziel: ganzheitlich und umfassend will er betrachten, und das geht schon los mit der Frage, sind die Anfänge der Evolution die alte oder die junge Zeit, sind die Dinosaurier alte oder junge Tiere -- einer der "ältesten linguistischen Zankäpfel".

Gould wägt ab, stellt gegenüber, breitet zu seinen Gedanken eine phänomenale Stoffsammlung aus, präsentiert umfangreiches Wissen und beeindruckende Fakten, die weit über sein Fachgebiet hinausreichen, stellt in Zusammenhänge, ist neugierig, fragt weit über den Tellerrand hinaus nach, wirft Stichworte in den Ring, die noch lange nach dem Buch für viele Gespräche Stoff geben, liebt Metaphern. Und so ist denn auch der Titel des Buches zu verstehen, gehört doch Goulds große Liebe den Winzlingen, den Kleinsten des Evolutionsabenteuers. --Barbara Wegmann

Kurzbeschreibung

Mit seinem neuen Buch erweist sich der Evolutionsbiologe und Paläontologe Stephen Jay Gould abermals als virtuoser Essayist. Ganz in der Tradition Montaignes vermag Gould seine Leser zu bannen, indem er Literatur, Wissenschaft und persönliche Ansichten zusammenführt. Ob er über die Sonnenfinsternis in New York, Mary Shelleys "Frankenstein" oder die Trugschlüsse der Eugenik berichtet, stets entwickelt er einen undogmatischen, umfassenden Blick auf die Welt.
Seine grossen Themen - Zeit, Geschichte und Evolution - verliert der Autor nie aus den Augen. Anders als viele Wissenschaftler geht er davon aus, dass die Evolution kein langsamer, stetiger Prozess ist, sondern von plötzlichen Ereignissen vorangetrieben wird. Lehrreich und unterhaltsam erläutert er seine Theorie anhand vieler überraschender Fragen, deren Antworten sich spannend wie Detektivgeschichten lesen:
- Warum wird unseren Schulkindern fälschlicherweise beigebracht, dass die Menschen im Mittelalter glaubten, die Erde sei eine Scheibe?
- Wie kann eine 1842 ausgestellte Quittung über den Kauf von Bier und Wurst die Herkunft einer ausgestorbenen Antilopenart belegen?
- Was hat ein Riesenpilz mit dem Wesen der Individualität und der Triebkraft der Evolution zu tun?
- Warum wurden Schnecken in wissenschaftlichen Abhandlungen des 17. Jahrhunderts spiegelverkehrt dargestellt?

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Peer Sylvester TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Dinosaurier im Heuhaufen" ist ein weiteres Buch von Gould, in dem ausgesuchte Essays aus seiner Kolumne zu lesen sind. Gould beschreibt da die verschiedensten Aspekte der Naturgeschichte, mit Schwerpunkt auf Paläntologie. Da Gould eine gute lesbare Schreibe hat, lernt man viele verschiedene Dinge und hat auch noch Spaß am Lesen.
Aber: Es sind halt Essays. Dadurch kommt es zwangsläufig zu Wiederholungen und einen echten roter Faden findet man nur innerhalb eines Kapitels. Zudem schwankt die Qualität der Essays stark, bei einigen der Schwächeren merkt man deutlich Goulds Neigung zum schwafeln, und bei den schelchtesten hat man gar das Gefühl, dre Autor wusste zum fraglichen Zeitpunkt nicht genau, worüber er schreiben solle (Das das erste Essay des Buches in diese Kategorie gehört, macht den Einstieg nicht gerade leicht).
Alles in allem: Wer gerne interessante Geschichten aus der Naturgeschichte liest, dem sei das Buch empfohlen, zumal man es auch häppchenweise lesen kann. Wer gerne geziehlt Dinge nachliest, sollte aber die Hände von diesem Buch lassen!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bravo, Gould! 24. Mai 2002
Von D. Druhm
Format:Taschenbuch
Um es vorweg zu nehmen: dies ist kein Buch, welches sich ausschließlich mit Dinosauriern befasst. Wer Gould kennt, weiß was ihn erwartet: interessante und treffende Ansichten und Streifzüge zur Erd- und Lebensgeschichte, neue Blickrichtungen, historische Details, philosophische Spielereien.

Schon nach der Hälfte war ich erneut auf der Suche nach der nächsten Gould-Lektüre...Gottseidank gibt es da noch genug!

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Lesenswerter Essayband 5. März 2012
Von Chieminko
Format:Taschenbuch
20 Jahre lang jeden Monat (und es fehlt kein einziges Mal) ein Essay zu schreiben, ist sicher eine harte Arbeit. Ich bin aber fest davon ueberzeugt, dass Gould es aus seinem inneren Drang heraus tat. Die vorliegende siebte Essaysammlung nach - 1 Darwin nach Darwin 2 Der Daumen des Panda 3 Wie das Zebra zu seinen Streifen kam 4 Das Laecheln des Flamingos 5 Bravo, Brontosaurus 6 Eight Little Piggies - beginnt mit der Szene, in der New Yorker eine Naturerscheinung, eine Sonnenfinsternis geniessen. Eine wunderschoene Einfuehrung in den ersten Teil "Himmel und Erde". Das folgende Kapitel faengt mit der Frage an, die Napoleon an Laplace(1749-1827)gestellt haben sollte: Wie haben Sie so viel ueber die Funktion des Firmaments schreiben koennen, ohne Gott zu erwaehnen? Danach folgte das dritte Kapital: Wann u. wozu wurde das Bild von der flachen Erde des Mittelalters erfunden?

Der zweite Teil "Literatur u. Naturwissenschaftler" enthaelt 3 Essays(4-6), die alle mit einem Sprichwort od. Gedicht anfangen und mit Worten von Darwin(4), Tennison(5), sowie Swift(6) enden, was typisch fuer Goulds Essays ist. Darauf hat Richard Dawkins auch in seinem Essay hingewiesen, "Gould's writing has something of the predictability that we enjoy in Mozart, or in a good meal...The essays themselves, too, often seem to follow a formula or menu. As appetizer there is the quotation from light opera or the classics,..."(S.231 in "A Devil's Chaplain"). Nur konnte ich zum Glueck kaum voraussehen( keine predictability), welche Schlussfolgerungen aus so ausgreifenden Themen gezogen wurden.
Durch diese Essayserie beschrieb Gould nicht nur biologische Vorgaenge, sondern auch seine philosophischen, literarischen sowie psychologischen Ansichten. Das fand ich unheimlich interessant, regte mich sehr oft zu weiterem Nachdenken an.

Manche empfand ich aber nicht ganz so schoen. Zu Anfang "Suesse u. Licht"(6)z.B. fand ich hervorragend. Die Formulierung: "Trilobiten sind sowohl jung (vom Ursprung des vielzelligen Leben aus gesehen), und alt (wenn man von heute aus zurueckblickt)"(S.108), fesselte mich stark. Aber das war der Hoehepunkt des Aufsatzes. Alles Weitere war mir etwas zu viel.

Der dritte Teil "Entstehen, Stabilitaet, Aussterben" besteht aus 6 Essays(7-12). Wann begann eigentlich das Kambrium? Die Koevolution zwischen Blueten u. Insekten hat zwar recht, aber koennen die entscheidenden Faktoren der Entwicklungsgeschichte immer mit den allgemein anerkannten Theorien geklaert werden? Hier bleibt Gould dem Prinzip treu, sich auf die Evolution zu konzentrieren. Seine Lieblingstheorie "Zufallskraefte" tritt auf.

Die Einwirkung der Zufallskraefte auf die Evolutionsgeschichte ist auch im "Dinosaurier im Heuhaufen"(11) die wesentliche Frage. Hier geht es um eins unserer Lieblingsthemen: woran die Dinosaurier ausstarben, was heute noch diskutiert wird. Die groessere Bedeutung des Essays habe ich aber erst durch Richard Forteys Buch erkannt, das ich gerade lese. Hier moechte ich die betreffende Stelle und auch die Stelle der damaligen Aufgeregtheit unter den Palaeontologen um die bahnbrechende Theorie ueber das Dinosaurieraussterben zitieren, weil sie so lebendig u. humorvoll geschrieben ist. "Die Palaeontologen sind es gewohnt, in der Wissenschaftsfamilie im Vergleich zu den Physikern und Mathematikern als arme Verwandte zu gelten, wie die obskuren Vettern, die nur zu Weihnachten und zu Ostern ins grosse Haus geladen werden. Doch auf einmal ergab sich die Chance, am Kopf der Tafel zu sitzen! Alle wollten wissen, was von der neuen Idee zu halten sei. Wer Profile mit kontinuierlichen Gesteinsablagerungen an der Verbindungsstelle von Kreidezeit und Tertiaer kannte, untersuchte sie erneut auf moegliche Einschlaege hin... Beweise fuer die Meteoritentheorie liessen sich aus aller Welt abrufen, denn ein Profil nach dem anderen zeigte eine Iridium-Anomalie...Es kam aber noch besser. Alsbald bildete sich eine skeptische Richtung heraus, die die im Gestein sichtbaren Effekte anders als mit dem Einschlag von Boliden erklaeren zu koennen glaubte und sogar der Ansicht war, der Aufschluss spreche gegen einen Einschlag...Wo immer zwei Palaeontologen zusammentrafen, tastete sich das Gespraech an die zaghafte Frage heran: < Glauben Sie, oder glauben Sie nicht? >...Die wissenschaftliche Welt wartete gespannt darauf, wie der Oberdenker, Stephen Jay Gould von der Harvard-Universitaet, sich entscheiden wuerde. Endlich erteilte er in einem Artikel in "Natural History" der Deutung des K/T-Aussterbens als Katastrophe ausserirdischen Ursprungs seinen Segen" (S.322-324 Leben dtv)
Bei dem Artikel ueber das letzte Urteil handelt es sich sicher um den Essay "Dinosaurier im Heuhaufen".

Gould, der grosse Palaeontologe u. naturwissenschaftliche Essayist, sagte, er sei kein Universalgelehrter, sondern Handwerker. Diese Worte waren besonders in "Poes Hit"(13) nachvollziehbar. Edgar Allan Poe / Plagiat / Schulbuecher / Lohnarbeit / Konchologie. Wer koennte einen ruehrenderen Aufsatz mit diesen Schluesselwoertern machen, die miteinander anscheinend in keinem Zusammenhang stehen? Gould schaffte es! Das ist ein von einem erstklassigen Handwerker angefertigtes Kaleidoskop.

Der fuenfte Teil "Die Pracht der Museen" umfasst 5 Essays(16-20). Die fehlenden Abschnitte im Dinosaurier-Programm durch die DNA heutiger Froesche wie beim Jurassic Park zu ersetzen, ist einfach dumm. Wie waere es dann mit 100 Prozent Dinosaurier-DNA? Ist ein Tier die Summe seiner einzelnen Gene?(16)
Gute alte Zeit, gute alte Museen, die ganze Vielfalt der Natur zur Schau stellen(17).

Beim sechsten Teil "Die vielen Gesichter der Eugenik"(21-23) erwaehnte Gould die seltsame Theorie, Lungenkrebs koenne zum Rauchen fuehren (nicht umgekehrt!) von Sir Ronald Aylmer Fischer(1890-1962), dem Begruender der modernen Evolutionstheorie(22). Gould, der weder Dichter noch Historiker war, griff das Thema "das Wannsee-Protokoll" auf. Als Biologe aeusserte er seinen Zorn auf eine perverse Fehlinterpretation Darwins. Sein einziger Essay ohne Humor(23).

Der 600-seitige Essayband gliedert sich in 8 Teile, aber alle 33 Essays sind voneinander abgeschlossen, daher braucht man ihn nicht in einem Zug zu lesen. Ich habe ihn auch noch nicht vollstaendig gelesen und werde noch einige Zeit brauchen, um alle Kapitel durchzulesen.
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