Wir schreiben das Jahr 1985.
Bands wie die Stooges oder MC5 sind längst Geschichte, in Vergessenheit geraten.
Black Sabbath und Co. haben ihre besten Zeiten auch hinter sich.
Punk scheint tot, findet seinen Ausdruck jetzt im Underground, im Hardcore.
Heavy Metal ist das große Ding! Aber die schmierigen Hairspray-Typen sind es die ihn missbrauchen, ein paar Keyboards, "Uuuhs" und "Ahhhs" einbauen und die fette Kohle kassieren.
Doch Dinosaur Jr., drei absolute Außenseiter aus Massachusetts, interessiert das alles nicht. Sie rocken als wären die Stooges nie weg gewesen, Black Sabbath immer noch die Größten und Punk immer noch allgegenwärtig! Dazu packen sie ein paar Folkrock und Country-Einflüsse und fertig ist ein kräftiges Garagen-Noise-Rock und Prä-Grunge Süppchen.
J. Mascis, der Sänger, Songwriter und Gitarrist, spielt hervorragend, wobei das Fuzz-Pedal nicht nur einmal zum Einsatz kommt. Dazu drückt er in seinem Gesang so viel Verzweiflung und gleichzeitig Wut aus, dass es einfach eine tolle Atmosphäre schafft. Bassist und Drummer Murph tun das übrige, aber keinesfalls weniger gut!
Dieses Album ist ein Meilenstein! Bands wie die Pixies oder Nirvana hätten ohne das Debüt von Dinosaur Jr. sicherlich ganz anders geklungen und außerdem ebneten sie den Weg mit diesem und den nachfolgenden Alben, genau wie auch Sonic Youth, Hüsker Dü und Nirvana, für heutige, als "Indie-Rock" betitelte, Bands.
Ihr erstes und vielleicht bestes Werk, auf den Nachfolgern wurden sie etwas poppiger, aber nicht schlechter!