The Return of the DDR-Feeling ist etwas, womit sich Schweizer schwer tun. Teils aus Unverständnis, teil aus Neid. Denn als Bürger einer Konsens-Republik können wir uns kaum vorstellen, ein ganzes Land zu schlucken, ohne dass etwas vom Alten übrig bleibt. "Ohne" stimmt aber nur bedingt. Was der Westen nicht übernahm - und das ist offenbar fast alles - blieb dafür umso mehr in den Köpfen, in den Erinnerungen der Menschen hängen. Heute wird dieser Blick zurück zelebriert. Gut erhaltene, teuer restaurierte Trabis werden zu Höchstpreisen gehandelt und kitschiger Sozialrealismus gilt als schick. Die Vergangenheit der Schweiz gilt zur Zeit nicht eben als schick. Daher rührt wahrscheinlich der Neid. Doch Quilitzsch zählt eigentlich fast alles Dinge auf, die auch in den Langzeitgedächtnissen der gleichaltrigen Westler eingeprägt sind. Von den fast fünfzig Erinnerungensbildern sind nicht alle gleich stark. Doch einige Reflexionen der Sehnsucht haben die Kraft guter Kurzerzählungen. Die Illustrationen stammen vom rumänischen Cartoonisten NEL und treffen meinen Geschmack nicht unbedingt. Mich erstaunte am Schluss des Buches, dass noch so viel Wehmut nach einer vergangenen Zeit da ist, die niemand wollte. Darüber hätte ich in einem Vor- oder Nchwort gerne etwas gelesen. Aber der Autor hält sich auch beim Erinnern seltsam zurück, obwohl er immer wieder tief in den Schmalztopf greift. Für nostalgische Leser der neuen Bundesländer ist dieses Büchlein wohl ein Muss. Für alle andern eine unterhaltsame Studie vergangener Zeiten.