Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Mit dem Laster leben lernen, 24. Februar 2009
Wer kennt sie nicht nicht, jene individuell verschieden stark ausgeprägte Angewohnheit, wichtige Aufgaben bis zum letzten Drücker vor sich her zu schieben und die eigentlich reichlich vorhandene Zeit mit allerhand Beschäftigungen zu verbringen, die nicht selten mit MySpace, YouTube oder schlichtem Einkaufengehen zu tun haben? Im Fachjargon als Prokrastination bezeichnet, beschäftigt sich das Buch mit genau diesem Phänomen. Mit ziemlich hohen Erwartungen bin ich an seine Lektüre herangetreten, da ich einerseits selbst davon betroffen bin und sich andererseits einer der Verfasser, Sascha Lobo, auch als Schreiber des Buches "Wir nennen es Arbeit" auszeichnet, welches mich wiederum mit starker Begeisterung erfüllte. Gleich zu Beginn legen die beiden Autoren ihre Ziele offen: Sie wollen keinen Weg aus diesem Zustand heraus aufzeigen und die Prokrastination beseitigen. Vielmehr möchten Sie einige Ratschläge geben, wie man damit besser umgeht und trotz seiner Angewohnheit, alles erst auf den letzten Drücker zu erledigen, die Dinge geregelt kriegt. Auf den folgenden Seiten entfaltet sich eine bunte Mischung aus wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema und eigenen Interpretationen der Autoren. Am Ende eines jeden Kapitels findet sich stets ein augenzwinkernder kleiner Katalog von konkreten Ratschlägen. Daneben wird der Text immer wieder durch verschiedene Erfahrungsberichte aufgelockert, die mich teilweise zum herzhaften Lachen gebracht haben, etwa wenn der Autor Lobo berichtet wie er es über Monate nicht schafft, seinen abgeschleppten Wagen wieder zu beschaffen.
Insgesamt ein sehr humorvolles Buch in kreativer, kurzweiliger Schreibe. Eine gewisse akademische Note ist würzend beigemischt und nicht weiter störend. An manchen Stellen wird der lifestyle der Prokrastination etwas zu sehr glorifiziert. Andererseits ist dieses aus-der-Not-eine Tugend-machen ja ausgemachtes Ziel der beiden Autoren. Zwar bin ich nicht ganz so begeistert wie von "Wir nennen es Arbeit", was daran liegen mag, dass ich trotz eines gewissen Hangs zum Hinausschieben der Dinge doch eher ein produktiver Umsetzungertyp bin. Trotzdem spreche ich an dieser Stelle meine aufrichtige Empfehlung aus!
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63 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der etwas andere Ratgeber - gut geschrieben, 2. Dezember 2008
Bekehrende Ratgeberlektüre à la Simplify your Life sind nicht die Sache von Kathrin Passig und Sascha Lobo. Und doch ist ihnen mit Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin" ein Ratgeber gelungen, der aktuell breite Aufmerksamkeit findet. Die beiden Autoren, die nach eigenen Aussagen den schwarzen Gürtel im Verschieben" von Aufgaben haben, liefern zahlreiche Hintergründe und Sichtweisen zur Prokrastination, so der Fachbegriff (kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet das Aufschiebeverhalten von Menschen). Das über weite Strecken süffisant geschriebene Buch stellt zahlreiche Beispiele vor, mit welchen Schwierigkeiten Menschen zu kämpfen haben und zeigt Strategien, wie man die Probleme lindern kann, indem man sich etwa zahlreichen Verpflichtungen einfach entzieht. Die Autoren gehen übrigens davon aus, dass ein Großteil der Prokrastinierer" erst unter Zeitdruck Leistung vollbringen kann - und dann richtig gut ist. Das ist eine Erkenntnis, die vielen bekannt vorkommen dürfte... Kurz gesagt: Zusammenreißen" und gute Vorsätze sind für Menschen, die zur Prokrastination neigen, in der Regel keine Lösung. Auch die reine Ursachenforschung bringt nicht viel. Wertvoll sind daher Tipps, wie man gar nicht erst in die Verlegenheit gerät, Dinge aufzuschieben. Hier nur einige davon...
>> Dinge gar nicht erst anschaffen, die man im Haushalt aufräumen, säubern, pflegen und gottweißwas muss - und was zu viel ist: weggeben/wegwerfen
>> Verträge für Fitness-Studios gar nicht erst unterschreiben
>> Andere dafür beschäftigen, was man selbst nicht gut kann: Belege sortieren oder Putzen etwa
>> Sich von Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, glaubhafte Deadlines setzen lassen
Natürlich ist die Bandbreite der Menschen, die unter dieser krassen Form von Aufschieberitis leiden, enorm und reicht von dem einen, der nur mal eine Mail nicht beantwortet bis zu Leuten, die jahrelang ihre Rechnungen nicht öffnen. Bestimmt kann sich fast jeder mal an der einen oder anderen Stelle im Buch wieder finden. Und das gibt dann die gute Gewissheit: Man ist nicht alleine mit dem Problem. Andere kennen es auch. Und die schaffen es sogar, ein ganzes Buch darüber zu schreiben. Das sich sogar - für ein Sachbuch - sehr unterhaltsam liest. Hut ab!
Wie heute schon fast üblich, gibt es auch ein Blog zum Buch mit immer wieder neuen Infos zum Thema, Tipps, Tricks sowie Fundstücken aus dem Internet: http://prokrastination.com/
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr lehrreich, unterhaltsam und man fühlt sich einfach besser!, 28. Januar 2009
Ich habe das Buch zu Weihnachten von meinem Bruder bekommen, nachdem er Kathrin Passig und Sascha Lobo im Fernsehen über dieses Buch hat reden hören. Seit über 10 Jahren habe ich kein einziges Buch mehr zu Ende gelesen, obwohl ich es mir immer wieder vorgenommen hatte - mit diesem Buch war endlich Schluss damit!
Es ist sehr lehrreich (ich habe vorher noch nie etwas über Prokrastination gehört, geschweige denn darüber, dass sich Leute ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzen), unterhaltsam geschrieben (ich habe teilweise Tränen gelacht) und vor allem, und das ist das Wichtigste, man fühlt sich hinterher einfach besser! Der Titel ist zwar etwas irreführend, weil man nach der Lektüre natürlich trotzdem nicht alles geregelt kriegt, aber allein dass man merkt, dass man auf diesem Planeten mit seinem Aufschiebeverhalten nicht alleine und vor allem kein totaler Exot ist, trägt ungemein zu guter Laune bei. Man sollte das Buch mit einer gehörigen Portion Humor verstehen, dann wird man den ein oder anderen guten Ratschlag daraus ziehen können, ohne gleich in völliger Erfolglosigkeit zu versinken, wie einer der Vorredner mahnt.
Die meisten Menschen werden sich zumindest zum Teil in dem Buch wiedererkennen und für die völlig Organisierten könnte es eine Hilfe sein, unorganisierte Menschen besser zu verstehen.
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