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Dinge, die wir heute sagten: Roman
 
 
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Dinge, die wir heute sagten: Roman [Taschenbuch]

Judith Zander
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423247940
  • ISBN-13: 978-3423247948
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 63.098 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Judith Zander
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Berührend, wie Judith Zander für dieses 'karge Endlein der Welt', diese Chronik der Ereignislosigkeit, Sympathie und eine Melodie findet.«
Cornelia Zetzsche, Bayern 2 / radioTexte - das offene Buch 27.06.2010

»Als Dichterin ist Judith Zander schon lange kein Geheimtipp mehr. Aber einen ebenso dicken wie sprachgewaltigen Roman hätte wohl kaum jemand von ihr erwartet.«
Tobias Wenzel, DeutschlandRadio Kultur 21.06.2010

»Judith Zander erzählt vielstimmig über drei Generationen hinweg. Sie verknüpft Vergangenes mit Gegenwärtigem und zeigt, dass das Land, in dem einst Dauerwellen blühten, nie ganz untergegangen ist.«
Tina Rausch, PRINZ 09/10

»Diese großartig gestaltete Ambivalenz ist nicht nur das Ergebnis einer ungewöhnlich sensiblen Beobachtungsgabe Judith Zanders, sondern ist vor allem ihrer Fähigkeit zuzurechnen, das Erleben von Figuren dreier Generationen in deren eigener Perspektive sprachlich präzise zu gestalten.«
Wolfgang Gabler, Ostsee-Zeitung 26.08.2010

»Nahezu genial ist Zanders Idee, die Dimensionalität dieser bewusst geschaffenen Eintönigkeit durch sprachliche Experimente zu erweitern [..]«
Lübecker Nachrichten 06.09.2010

»Mit dem Roman „Dinge, die wir heute sagten“ beweist [Judith Zander], dass sie auch die große Form meisterhaft beherrscht und ihre Prosa mit kraftvollen poetischen Bildern anreichern kann.«
Tobias Wenzel, NDR.de Kultur 06.09.2010

»Judith Zander verfügt über einen außergewöhnlichen sprachlichen Variationsreichtum. [...] ‘Der Mensch ist komisch‘, befindet Sonja, die im Clubhaus der ehemaligen LPG arbeitet: ‚Man macht nie das, was man will. Sondern immer nur das, was man kennt. In- und auswendig. Bloß sich selber kennt man nicht. Und den andern eigentlich auch nicht. Kennt mich einer?‘ Um nichts weniger als dieses Rätsel der Existenz kreist Judith Zanders Roman ‚Dinge, die wir heute sagten‘. Er tut dies mit einer erzählerischen Macht, die ihn für den Deutschen Buchpreis empfiehlt.«
Katrin Hillgruber, Frankfurter Rundschau 07.09.2010

»Judith Zander hat mit ihrem Roman ‚Dinge, die wir heute sagten‘ einen wundervollen Roman geschrieben, der durch seine wortgewaltigen Charakterzeichnungen dreier Generationen, durch seine atmosphärische Dichte und Sprachkraft absolut überzeugt!«
www.literaturmarkt.info 03.09.2010

»Judith Zander hat mit ihrem Roman ‚Dinge, die wir heute sagten‘ ein vielversprechendes Debüt vorgelegt.«
Lena Bopp, Frankfurter Allgemeine 07.09.2010

»Es ist eine vielstimmige Geschichte, die vom Weggehen handelt und vom Bleibenmüssen und von der Sehnsucht nach Veränderung. Ein gebrochener, alles andere als idyllischer Heimatroman.«
Jobst-Ulrich Brand, Focus online 08.09.2010

»Tatsächlich schafft es Zander, das Sich-nicht-mitteilen-Können ihrer Figuren sehr beredt zur Sprache zu bringen.«
Dierk Wolters, Frankfurter Neue Presse 10.09.2010

»‚Dinge, die wir heute sagten‘ ist ein erstaunliches Debüt, eines, mit dem sich Judith Zander ohne Frage in die obere Liga junger deutscher Autoren geschrieben hat.«
Stephanie Lubasch, Märkische Oderzeitung 04.09.2010

»[…] ein sprachlicher Ehrgeiz, der weit über Prosa-Normalmaß hinausgeht […]«
Wolfgang Schneider, Börsenblatt 09.09.2010

»Es ist ein starkes Generationenporträt, das Judith Zander hier geschaffen hat.«
Westdeutsche Zeitung 06.09.2010

»Dinge, die wir heute sagten‹ ist ein sehr bemerkenswerter Debütroman.«
Isabel Metzger, www.taz.de 20.09.2010

»Judith Zander, 1980 in Anklam geboren und mit ihrem Sujet bis in die dialektalen Verästelungen vertraut, gelingt ein beeindruckendes Debüt.«
Literaturen 2010

»[…] Shortlist-Überraschung Judith Zander[…].«
Jan Küveler, Welt kompakt 10.09.2010

»Nominiert für den Deutschen Buchpreis: Judith Zanders außergewöhnlicher Debütroman ›Dinge, die wir heute sagten‹.«
Katrin Hillgruber, Badische Zeitung 11.09.2010

»[…] ein mutiges und sehr vielversprechendes Debüt […].«
faz.net 10.09.2010

»Es ist ein starkes Generationenporträt, das Judith Zander hier geschaffen hat.«
mittelhessen.de 13.09.2010

»Zander verfügt über einen außergewöhnlichen sprachlichen Variationsreichtum.«
Die Rheinpfalz 08.09.2010

»Ein gebrochener, alles andere als idyllischer Heimatroman.«
focus.de 10.09.2010

»Es ist ein starkes Generationenporträt, das Judith Zander hier geschaffen hat.«
relevant.at 10.09.2010

»›Dinge, die wir heute sagten‹ ist ein erstaunliches Debüt, eines, mit dem sich Judith Zander ohne Frage in die obere Liga junger deutscher Autoren geschrieben hat.«
Stephanie Lubasch, Märkische Oderzeitung 04.09.2010

»Zander ist mit ihrem Debütroman ein Wagnis eingegangen […].«
Buchjournal Nr. 4/2010

»Eine dringende Leseempfehlung.«
derwahnsinnhateinennamen.twoday.ndet 23.09.2010

»Mit sprachlicher Eleganz schlüpft Zander in die verschiedenen dialektalen Klänge des Platt- und Hochdeutschen […].«
Carola Wiemers, Deutschlandradio Kultur 15.09.2010

»Es ist ein starkes Generationenporträt, das Judith Zander hier geschaffen hat.«
Frauke Kaberka, Magdeburger Volksstimme 11.09.2010

»Das ist wirklich Heimatliteratur im besten Sinne des Wortes und ganz aufregendes literarisches Erzählen über die Gegenwart.«
Maike Albath, MDR Figaro 14.09.2010

»Aus dem, was sie einen Versuch nennt, ›die Worte zu Wort kommen zu lassen‹, ist ein glänzend gearbeitetes Buch über das Individuum und die Gesellschaft geworden.«
Florian Balke, Rhein-Main-Zeitung 11.09.2010

»Die 30-jährige Debütantin Judith Zander hat einen vielstimmigen Roman geschrieben […].«
Claudia Voigt, KulturSPIEGEL Oktober 2010

»Zanders Verweise auf Uwe Johnson, den großen Chronisten dieses kargen Landstrichs, zeigen, wie hoch sie ihre literarischen Ansprüche ansetzt – und in diesem an berührenden Stimmen reichen Roman wird sie ihnen mühelos gerecht.«
Daniel Schreiber, Cicero Oktober 2010

»Sie verknüpft stilsicher Vergangenes mit Gegenwärtigem […].«
Emotion Nr. 10/2010

»Judith Zander, selbst erst 30 Jahre alt, beschreibt das Dorf als ›Zentrum des Nichts‹, in dem sie aber, so stellt man sich das irgendwie vor, mit einem Tonbandgerät jedes kleinste, fast unhörbare Geräusch mitgeschnitten hat.«
Andrea Hanna Hünniger, Die Zeit, Literaturbeilage zur Frankfurter Buchmesse September

»Zander gibt den pommerschen Stimmen eine solche lyrische Dichte, dass man das Land sehen möchte.«
Christian Mentz, Passauer Neue Presse 09.10.2010

»Bewundernswert kunstvoll ist das, was Zander gelingt.«
Anne Reinert, Neue Osnabrücker Zeitung 29.09.2010

»Den Namen dieser Autorin sollte man sich merken.«
Britta Heidemann, Westdeutsche Allgemeine 02.10.2010

»Judith Zanders Roman lebt von der Sprache.«
Babette Kaiserkern, Märkische Allgemeine 2./3.10.2010

»Ein großartiger, sprachgewaltiger Debütroman über das Leben, über Liebe und Tod, Gewalt und Sexualität und über den Versuch einer Orientierung in richtungslosen Zeiten.«
Lilo Solcher, Augsburger Allgemeine Zeitung 02.10.2010

»[Oder] man kann nur glücklich sein darüber, dass da eine junge Autorin etwas ganz Neues geschaffen hat.«
Inge Kutter, Die Zeit, Zeit-Campus, November-Dezember November-Dezember 2010

»Diesem ›kargen Endlein der Welt‹ entlockt sie mit erstaunlicher Sprachfülle ein Porträt dreier Generationen […].«
Neue Presse 19.10.2010

»Es ist die Anatomie zweier Mikrokosmen: Familie, Dorf.«
Stadtblatt Osnabrück Oktober 2010

»Judith Zander setzt ihren Roman wie ein Uwe-Johnson-Puzzle zusammen.«
Anja Schachtschabel, Ostthüringer Zeitung 02.10.2010

»Den Debütroman von Judith Zander sollte man lesen wie ein Hinzugezogener, der dabei ist, die Menschen in seiner neuen Heimat kennen zu lernen.«
Leslie Brook, Rheinische Post 02.10.2010

»Die Technik der mehrstimmigen Dorfgeschichte perfektioniert Zander[…].«
Hamburger Abendblatt 21.10.2010

»Dinge, die mal jemand sagen musste.«
Mark-Christian von Busse, Hessisch-Niedersächsische Allgemeine 26.10.2010

»Zanders Roman nimmt vom Thema her die Stimmung auf, die Lars von Triers filmisches Meisterwerk ›Dogville‹ beherrscht.«
Saarbrücker Zeitung 22.10.2010

»Die eindringlichen Stimmen ihrer Hauptfiguren bleiben noch lange im Ohr […].«
Rainer Paasch-Beeck, Mecklenburgisch-Pommersche Kirchenzeitung 17.10.2010

»[…] die neue literarische Stimme dieser Region […]. […] Das Buch löst Erschrecken, ja Erschütterung aus.«
Roland Mischke, Neue Westfälische 30./31.10.2010

»Kraftvoller und lebendiger Debutroman einer jungen Autorin über Provinz, Alltag, Freundschaft und Verrat.«
Karin Martin, Wellness Magazin, Wien November 2010

»In ihrem presgekrönten Roman über das Ostdeutsche Landleben kriecht die junge Autorin geradezu in die Köpfe ihrer Figuren. «
Sabine Rohlf, Missy Magazine Dezember 2010 - Januar 2011

»Feinste deutsche Gegenwartsliteratur.«
Lutz Hagestedt, Norddeutsche Neueste Nachrichten 20.11.2010

»Judith Zander ist 30 und hat einen erstaunlich lebensklugen Roman vorgelegt.«
Maria Schorpp, Südkurier 20.11.2010

»Sie erzählt mit ungeheurer Sprachkraft von einem verschwiegenen Ort im Nordosten Deutschlands, von Provinz und Alltag, von Freundschaft und Verrat, vom Leben selbst.«
Kultur Info, Koblenz Dezember 2010

»Zander nimmt die Stimmung auf, die Lars van Triers filmisches Meisterwerk ›Dogville‹ bestimmt: Menschen in einem geschlossenen System werden zu Quälgeistern ihrer selbst. In Bresekow und anderswo.«
Roland Mischke, Nürnberger Nachrichten 04.12.2010

»

»Beatles treffen auf ostdeutsche Provinz, das Banale wir bedeutsam - und über Zeiten und Figuren entspinnt sich kongenial ein vielstimmiges Epos darüber, wie aus Geschichte Gegenwart wird.«
Ruth Bender, Kieler Nachrichten 17.12.2010

«
Ruth Bender, Kieler Nachrichten 17.12.2010

» «
Ruth Bender, Kieler Nachrichten 17.12.2010

»

»Einer jungen Autorin gelingt ein Roman, der den Statisten deutscher Geschichte starke und authentische Stimmen verleiht.«
Rainer Paasche-Beeck, Kieler Nachrichten 17.12.2010

«
Rainer Paasche-Beeck, Kieler Nachrichten 17.12.2010

» «
Rainer Paasche-Beeck, Kieler Nachrichten 17.12.2010

»Es ist ein starkes Generationenporträt, das Judith Zander geschaffen hat.«
Frauke Kaberka, Offenbach-Post 23.12.2010

»Ginge es nach Judith Zander, dann wären wohl alle Menschen Bresekower.«
Bettina Kugler, St. Galler Tagblatt, Schweiz 29.12.2010

»Ihre Wortgewalt, die fein zesilierten Abtönungen der die Figuren charakterisierenden Sprachfärbungen schaffen Authentizität [...].«
Bücher Januar - Februar 2011

»Ein famoses Romandebüt!«
Gabi Lukomski, Aachener Nachrichten 22.01.2011

»Judith Zander ist ein geniales Romandebüt gelungen.«
Anne Schumacher, Rezensöhnchen - Zeitschrift für Literaturkritik Bamberg Januar 2011

»Ein ungewöhnliches Buch von einer Autorin, die mit einer besonderen Beobachtungsgabe gesegnet ist.«
Deldorado & Oldenburg Februar 2011

»Fesselnde und sprachgewaltige Erzählung über den Alltag in der nordostdeutschen Provinz.«
Berliner Morgenpost 17.02.2011

»Wie sie auf  der Klaviatur unterschiedlichster Sprachstile spielt, das ist beeindruckend; wie sie ihren roten Faden spinnt, Zeit- und Lebensläufe miteinander verwebt, das zeugt von Kunstfertigkeit und erzählerischer Kraft.«
Frauke Adrians, Thüringer Allgemeine 14.03.2011

»Mit großer Sprachgewalt erzählt sie von einem verschwiegenen Dorf im Nordosten Deutschlands, von Provinz und Alltag, von Freundschaft und Verrat - vom Leben eben.«
Thalia Magazin, lit.Cologne 2011 01/2011

»›Dinge, die wir heute sagten‹ ist ein eindrucksvolles, sensibel und differenziert gestaltetes Porträt eines Dorfes, wie es nicht nur in Vorpommern existieren könnte.«
Nina-Anna Beckmann, Main-Echo 19.03.2011




»Direkte Rede, teils in plattdeutscher Sprache, dominiert das Buch - eine melancholisch-dörfliche Familiensaga, in der Sex genauso wenig fehlt wie Gewalt, Liebe genauso wenig wie die Musik.«
Tobias Schwartz, Zitty 10/2011

»Als Lyrikerin längst namhaft, setzt Judith Zander mit ihrem ersten Roman Maßstäbe.«
Susanne Schulz, Nordkurier 20.07.2011

Kurzbeschreibung

Bresekow, ein Dorf in Vorpommern. Als die alte Frau Hanske stirbt, kommt ihre Tochter Ingrid mit ihrer Familie aus Irland zur Beerdigung. Ingrid hatte Bresekow vor vielen Jahren fluchtartig verlassen. Der Besuch verändert vieles im Dorf, wirft gerade für die Familien Ploetz und Wachlowski alte und neue Fragen auf. Die Dorfbewohner beginnen zu sprechen, über ihr derzeitiges Leben und ihre Verstrickungen von damals. Bresekow war immer eine kleine Welt, eng, abgelegen und heute zudem vom Verfall bedroht.

Judith Zander lässt drei Generationen zu Wort kommen. Sie erzählt mit ungeheurer Sprachkraft von einem verschwiegenen Ort im Nordosten Deutschlands, von Provinz und Alltag, von Freundschaft und Verrat, vom Leben selbst.

Die Autorin wurde bei den 34. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt für ihren Auszug aus 'Dinge, die wir heute sagten' mit dem 3sat-Preis 2010 geehrt. Sie erhielt für diesen Roman den Preis der Sinecure Landsdorf 2010 und war nominiert für den Klaus-Michael Kühne-Preis 2010. Zudem wurde der Roman auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2010 aufgenommen.


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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von W. Öschelbrunn TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Ich trinke (...) auf alles, was mir jetzt nicht einfällt, und den Pickel an meinem Kinn und Bresekow, was weiß ich. Wenn alles literaturfähig ist, dann ist erst recht alles trinkfähig, oder?" (S.471)

Es wird viel getrunken in Bresekow, über Generationen schon, von den Großeltern, den Eltern und jetzt erst recht von den mehrheitlich perspektivlosen Jugendlichen, die sich auf dem stillgelegten LPG-Gelände mitten im Dorf treffen. Aber was soll man auch sonst tagein tagaus in diesem Provinzkaff im hintersten Vorpommern machen? Bis eines Tages die alte Anna Hanske stirbt und zu ihrer Beerdigung ihre Tochter Ingrid aus Irland in den Heimatort zurückkehrt, 20 Jahre nachdem sie aus diesem geflohen war. Sie kommt nicht allein, ihr irischer Ehemann Michael nutzt den Besuch zur soziokulturellen Millieustudie am lebenden Objekt. Und dann ist da noch Sohn Paul, der dem jungen Paul McCartney zum Verwechseln ähnlich sieht und nicht nur den weiblichen Dorfnachwuchs in seinen Bann zieht. Mit Ingrid kehrt aber auch die Erinnerung an die Vergangenheit zurück, an die Geschehnisse in den 70er Jahren. Was hat es mit dem geistig zurückgebliebenen Henry auf sich und warum hat Ingrid damals die Beerdigung ihres in West-Berlin gestorbenen Vaters genutzt, um selber nicht in die DDR zurückkehren zu müssen?

Judith Zander zeichnet ein atmosphärisch dichtes Bild der vorpommerischen Provinz vor und nach dem Untergang der DDR nach. Kapitelweise wechselt die Erzählperspektive. Sind die Kapitel zu Beginn noch kurz und knapp, wie es dem eher maulfaulen Bewohner dieses Landstrichs entspricht, ändert sich dieses im Verlauf des Romans. Nach und nach kommen die Figuren ins Erzählen und irgendwann gibt es kein Halten mehr. Judith Zander paßt die Erzählsprache den jeweiligen Figuren an. Mal jugendlich flappsig, mal plattdeutsch und dann wieder hochdeutsch wandert der Leser durch die Gedankenwelt der Bresekower und erfährt langsam, welche Abgründe hinter den friedlichen Dorffassaden lauern.

20 Jahre ist die DDR bereits Geschichte und es scheint, dass je länger die DDR zurückliegt, die literarische Bewältigung ihrer Existenz an Qualität gewinnt. Vielleicht ist es das Element des eigenen Erlebens (bzw. der familiären Betroffenheit) kombiniert mit einer längeren Phase der Reifung des Stoffes, die es jüngeren Autoren nun erlaubt, sich in Romanen vielschichtig mit der deutsch-deutschen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Romane wie Tellkampfs "Turm" und nun Judith Zanders "Dinge, die wir heute sagten" schaffen es, eine Welt auferstehen zu lassen, die Lesern aus dem Westen der Republik fern und unbekannt sein dürfte.

Wieviel eigenes Erleben in diesen Roman eingeflossen ist, vermitteln die gefühlt-authentischen Beschreibungen von Personen, Ereignissen und Stimmungen. Eine beeindruckende Leistung einer gerademal 30jährigen Autorin. Aber was kann nach einem solch fulminanten Debutroman noch kommen? Wird Judith Zander "ihrer Heimat" erzählerisch treu bleiben oder begibt sie sich auf den Weg zu neuen (Erfahrungs-)Welten? Es wird sehr spannend bleiben, den weiteren literarischen Weg dieser sehr begabten jungen Autorin mitverfolgen zu dürfen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Das nenn ich mal ein bemerkenswertes Debüt! Judith Zander, eine 30jährige Übersetzerin und Lyrikerin veröffentlichte 2010 mit "Dinge, die wir heute sagten" ihren ersten Roman und schaffte es prompt auf die Short List des Deutschen Buchpreises. Das Buch ist Entwicklungsroman, Sozialstudie, Gegenwarts-, DDR-Roman und psychologische Studie zugleich.

Zander behandelt die Ereignisse in einem ostdeutschen Dorf im Jahre 1999, also zehn Jahre nach dem Mauerfall. Sie schlüpft in unterschiedliche Rollen und schildert, weitestgehend geschrieben als innerer Monolog, Gegenwart und Vergangenheit in einer trost- und weitestgehend hoffnungslosen Umgebung. Der Tod von Anna Hanske bringt die erst nach Westdeutschland geflüchtete und später in Irland verheiratete Tochter Ingrid zurück ins Dorf und löst gedankliche Krusten, durchdringt das Vergessen bei den dortigen Einwohnern, bringt langsam aber konsequent Verschwiegenes und Verdrängtes ans Tageslicht. Das macht Zander so gut, dass sich dieser Teil liest wie ein guter Kriminalroman.

Beachtliche Teile der Dialoge sind in Mundart, hier Plattdeutsch geschrieben. Das war für mich als Südwestdeutscher gewöhnungsbedürftig bis anfänglich befremdend. Auch habe ich nicht jedes Wort verstanden, allerdings ohne dass das Verständnis darunter gelitten hat. Der Dialekt schafft allerdings eine enorme Stimmung, zieht einen mehr in die beschriebene Umgebung, als das Hochdeutsch getan hätte.

Bemerkenswert ist die Struktur des Romans. In anfangs sehr kurzen, später deutlich länger werdenden Kapiteln, schreibt Zander jeweils aus der Sicht einer Person. Die Kapitel sind mit dem Namen der jeweiligen Person überschrieben. Der Autorin gelingt es hervorragend, den Sprachduktus des jeweiligen Kapitels so zu treffen, dass der einzelne Ich-Erzähler immer wieder zu erkennen ist. Dazu ziehen sich die Beatles und ihre ins Deutsche übersetzte Liedtexte wie ein roter Faden durch den Roman.

Zwei junge Mädchen oder Frauen im Alter von 17 und 18 Jahren stehen im Mittelpunkt des Buches: Romy, mit der der Roman startet und Ella. Meine naheliegende Vermutung ist, dass Judith Zander ihre eigene Jugend in diesen beiden Protagonisten kundtut und verarbeitet. Mehr wohl noch in Romy. Judith Zander, falls Sie hier mitlesen: Ihr nächstes Buch kaufe ich blind.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der Schauplatz des vorliegenden Romans ist der Ort Bresekow in Mecklenburg Vorpommern, "das Zentrum des Nichts, das sich kurz hinter Berlin auftut und bis Rostock nicht aufhört. Ein hässliches Endlein der Welt, über das"man besser den Mund hält".
Ob ein solcher Einstieg wirklich Lust auf die Lektüre macht will ich mal dahingestellt sein lassen. Die Bewohner von Bresekow sind jedenfalls alles andere als maulfaul, sie "halten nicht den Mund" sondern erzählen vielmündig, genau gesagt: neunmündig von ihrem rustikalen Nirwana und den Menschen, die darin leben. In über fünfzig Kapiteln entfalten insgesamt neun Handlungsträger mehrfach ihre je andere Sicht der Dinge, so dass das Buch als Ganzes einem Art Stafettenlauf mit neun Fackelträgern gleicht, die an ganz unterschiedlichen Stellen der Geschichte ihr Licht zur Geltung bringen. Achtmal kommt die altkluge Romy zu Wort, ihre Freundin Ella darf fünfmal erzählen, ebenso oft wie Ingrid und Sonja, die Großmutter Maria Wachlowski darf viermal ihre Sicht der Dinge (im niederdütschen Platt) abschnacken, genauso oft wie ihr Sohn Hartmut, der zugleich der Vater von Ella ist. Der schwachsinnige Henry (der Sohn von Ingrid) ist mit vier Wortmeldungen vertreten, und auch der Eckensteher "Ecki" und Pastor Wiedmann lassen sich insgesamt je dreimal vernehmen. Übrigens meldet sich auch die Gemeinde" mit ihrem Unken und Meinen fünfmal zu Wort, ganz zu schweigen von den unzähligen Beatles Zitaten, die zwischen den Kapiteln und in die Erzählung eingestreut werden.
Man sieht, man hat einen ambitionierten Roman vor sich, was nichts anderes bedeutet, als dass man sich Papier und Bleistift besorgen muss um alle Verwandtschafts- und Beziehungsverhältnisse erst einmal in einer Skizze festzuhalten. Da ist zunächst die Generation der Großmütter Anna Hanske und Maria Wachloswski, die dereinst so unzertrennlich waren, dass sie nur als Annamaria" angesprochen wurden. Das Personal der zweiten Generation, der Elterngeneration besteht aus Friedhelm und Sonja, Hartmut und Britta, dem guten Peter, der rätselhaften Ingrid. Die nach Breskow zugezogene Romy ( die Tochter von Friedhelm und Sonja ), die zornige Ella ( die Tochter von Hartmut und Britta und die Enkelin von Maria Wachslowski) und der schöne Paul aus Irland ( der Sohn von Ingrid und Michael) bilden die dritte Generation, zu der man noch den derben Ecki und den debilen Henry hinzuzählen muss, den unehelichen Sohn von Ingrid und des "schönen Roli". Alles klar?
Auf jeden Fall hat man zunächst als Leser derart viel mit der Aufdröselung dieser Beziehungsverhältnisse zu tun, dass man den roten Faden der Handlung leicht aus den Augen verliert. Dieser rote Faden" soll hier natürlich nicht entwickelt werden, das muss jeder Leser schon für sich selbst besorgen. Nur so viel: besonders viel geschieht nicht, stattdessen lebt das Buch von Gesprächen und Retrospektiven, die ein blutvoll anschauliches und farbenfrohes Bild der Dorfgemeinschaft ergeben. Es wird sehr viel palavert, getrunken und gevögelt, ehe am Ende der schöne Paul von Ella und Romy erfährt, dass er einen schwachsinnigen Bruder in der Anstalt hat. Paul besucht Henry, ohne das dabei viel herauskommt, dann verschwindet er wieder mit seiner Mutter und seinem Vater, nicht ohne vorher Ella und Romy durch einen scheuen Abschiedskuss verzaubert zu haben.
Dann ist der Roman zuende, und der Leser bleibt ein wenig ratlos zurück. Nun hat er sich mit solcher Mühe in die Besetzungsliste der Bresekower Gesellschaft eingearbeitet und fragt sich doch am Ende, was er eigentlich gelesen hat. Es war kein typischer Familienroman, wenngleich die Hanskes und Wachloswskis über drei Generationen immer wieder in den Fokus der Darstellung geraten. Es war auch kein Buch über die ostdeutsche Provinz, obwohl es ein Psychogramm jener Mentalitäten enthält , aus der deutsche Besonderheiten speisen (Grübelei, Eigensinn, Trunksucht, Beharrlichkeit). Zeitweise könnte man glauben, es handelte sich um einen Roman über Eltern-Kind-Beziehungen ( Anna und Ingrid, Sonja und Romy, Maria und Hartmut, Hartmut und Ella) oder vielleicht sogar um einen Entwicklungsroman mit dem Schwerpunkt auf Romy und Ella.
Es kennzeichnet den Rang aber auch die Problematik des Werkes, dass es von alle diesen Aspekten Elemente in sich trägt, ohne ganz darin aufzugehen. Auch wenn die Gemeinde Bresekow insgesamt fünfmal wie eine Karikatur des Chors in der griechischen Tragödie als Stimmgeber auftritt, besitzt sie keine erkennbare Identität - mit anderen Worten: der Ort Bresekow hat ebenso wenig ein Zentrum wie der vorliegende Roman.
Wie ist es trotzdem möglich, den Leser über 480 Seiten bei der Stange zu halten? Die Antwort und die Stärke des Werkes liegt meiner Ansicht nach in seiner formalen Gestaltung. Bereitet die vielstimmige und gut durchmischte Erzähltechnik auch an Anfang Probleme, fühlt sich der Leser bald inmitten des Soli-Orchestrs von Bresekow merkwürdig heimisch. Man erkennt Pastor Weidmann oder Ecki, Romy oder Maria an ihren sprachlichen Eigenheiten, man empfindet ihre über die sprachlichen Individualitäten erschlossene Identität und kann jeden auf seine Art verstehen. Manchmal wird man sogar des literarisch ungemein reizvollen Gefühls teilhaftig, inmitten dieses Stimmengewirrs mehr zu wissen als die Erzähler ( so etwa bei Hartmut, der seine herbe Tochter Ella kritisiert und seinen braven Sohn Thorsten rühmt, ohne zu wissen, dass dieser ein Kuckucksei ist, das ihm seine flotte Frau Britta ins Ehebett gelegt hat ).
Inmitten einer so bravourös gelungenen formalen Romankomposition bleiben am Ende natürlich auch Fragen offen. Unbefriedigend gelungen finde ich die Figur Peters, der im ersten Teil des Werkes stark aufgebaut wird, um dann im zweiten Buchteil sang- und klanglos zu verschwinden. Was sollen die allgegenwärtigen Beatles-Zitate dem Leser zeigen, außer dem Umstand das Romy alias Judith eine hemmungslose Beatles-Beigeisterung pflegt? Das sind natürlich nur Kleinigkeiten, bedeutsamer finde ich die Kritik, dass die anspruchsvolle formale Konstruktion nicht durch ein ebenso überzeugenden inhaltliches Finale beglaubigt und bestätigt wird. Hier weckt der Roman mit seiner ausgefeilten Technik jedenfalls Erwartungen, die er am Ende inhaltlich nicht erfüllt. Oder nicht erfüllen will? Weil ja in der Provinz ohnehin nicht Neues geschieht?
Wie dem auch sei, ich habe dieses Buch nach einigen Startproblemen mit wachsender Freude gelesen und mich von seinen literarischen und sprachlichen Feinheiten gut unterhalten lassen. Als Debütroman ist dieses Werk zweifelsohne eine Wucht.
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Vor 19 Monaten von Jan veröffentlicht
Dorfpsychogramm
Das Judith Zanders Wurzeln in der Poesie gründen, das merkt man diesem Buch bereits auf den ersten Seiten ab. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von M. Lehmann-Pape veröffentlicht
Formal raffiniertes Romandebüt
Der Schauplatz des vorliegenden Romans ist der Ort Breskow in Mecklenburg Vorpommern, "das Zentrum des Nichts, das sich kurz hinter Berlin auftut und bis Rostock nicht... Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Rheinischer Lesekreis veröffentlicht
Beredtes Schweigen auf dem Dorf
Neun Personen, zwei der vier Beatles und eine plattdeutsch kommentierende Gemeinde: Nicht ganz einfach, am Anfang den Überblick über den Stimmenkosmos zu behalten, den... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Martin Fischer veröffentlicht
zu recht auf der Shortlist 2010
Judith Zander erzählt und erzählt in einer Sprachgewalt die oft benommen macht, sie erzählt vom Leben und nur vom Leben, von Sehsüchten, Hoffnungslosigkeit,... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Barbaras Buchregal veröffentlicht
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