Im Jahre 2000 begeisterten Highland erstmals mit ihrer Debütsingle Bella Stella, mit ihrem ungewöhnlichen Mix aus aufwändigen Orchesterarrangements, Hip-Hop-Beats, extrem eingängigen Melodie, englischen sowie lateinischen Lyrics, der Sängerin Nicole mit einer fast schon operettenhaften Stimme und den Rapper(innen) Patrice und Dean, der schon Music Instructor oft mit seinen Raps den letzten Kick gab. Mehrere Nachfolgesingles sowie das gleichnamige Debütalbum folgten, das letzte Lebenszeichen von Highland erfolgte 2001 mit der trancelastigen Vertonung des bekannten O Fortuna, dem nur noch Nicole ihre Stimme lieh. Danach war Funkstille des Projektes, Dean sowie Nicole versuchten, solo mit Projekten Fuß zu fassen, was eher erfolglos verlief. Highland schien längst Geschichte zu sein, zu gern erinnerte man sich an die wenigen, aber lieb gewonnenen Songs.
Völlig unerwartet ist ein neues Album namens Dimmi Perche namens auf den Markt gekommen. Das Projekt besteht weiterhin aus Nicole und Dean, lediglich Patrice ist nicht mehr mit dabei. Können die neuen Songs an die Qualität des ersten Albums anknüpfen? Taugen die vier Neuauflagen der damaligen Singleauskopplungen (lediglich Solo tu ist nicht dabei) etwas? Hier die Bewertung der einzelnen Songs:
01- DIMMI PERCHÈ
Gleich der Opener des Albums, der auf dem Cover auch als Hit neben Figlia De La Luna und den vier Remakes angekündigt ist, ist im gewohnten Highland-Style gehalten, lediglich das Tempo ist etwas schneller. Auch der Ablauf wurde beibehalten: Nicole eröffnet den Song leise und zart, nach einigen Sekunden sind noch Streichersounds, Bläser, knackige Beats sowie E-Gitarren im Hintergrund, während Dean verkündet: Were back 2008-Highland und nach einem weiteren Refrain seine Raps besser denn je vom Stapel lässt. Besonders schön ist die Bridge, die von Nicole besungen wird, geworden. Nur der Refrain scheint etwas eintönig geworden sein und kommt da nicht an die Qualität von Se Tu Voi und Co. Daran.
Alles in allem ein Start ins neue Album, mit dem man echt zufrieden sein kann.
4-4,5/5
02- UNDER BLUE SKY (PAD NEBLOM GALUBOM)
Schon mit dem zweiten Song präsentieren uns Highland eine Überraschung, denn diese Ballade ist komplett in der russischen Sprache gesungen, sowohl daher wie auch von der Melodieführung gewöhnungsbedürftig und wird nicht jedermanns Geschmack sein. Ich finde, der Song entfaltet mit seiner Zeit seinen Reiz, außerdem verbreitet er eine wunderbare mystische Stimmung. Auch sehr schön ist die Tatsache, dass sich Under blue sky im Verlauf den Songs ganz langsam aufbaut, wo eben noch im ersten Refrain vom Arrangement eher dezent angesetzt worden ist, baut man von Strophe zu Strophe und Refrain zu Refrain immer mehr Sounds auf, so dass der Song im Finale völlig aufblüht. Allerdings ist das Finale recht kurz gehalten, setzt der Beat ja erst nach fast 2 Minuten von 3:15 min. ein, da wären noch mehr Möglichkeiten da gewesen. So stört Deans eher kurzer Rappart in dem recht atmosphärischen Song auch eher, auch wenn ich sonst seinen Raps nicht vermissen will, hier passen sie nicht rein.
3,5-4/5
03- AVE MARIA
Nach kurzem Gewitter, Glockenschlägen, einem kurzen Gesangsintro von Nicole und fast unheimlichen Flächen schlägt Dean ein, während zu seinen Flows eine Melodie ertönt, die verdächtig an Spiel mir das Lied vom Tod erinnert. Im dramatischen und simpel gestrickten Refrain ist Nicole kaum zu hören, dafür ein Kinderchor, der die Atmosphäre des Songs sehr gut vermittelt. Auch die dritte Strophe, die von Nicole bestritten wird, sollte noch hervorgehoben werden. Ave Maria besticht zwar durch die typischen Zutaten, ist aber eine Spur weniger bombastisch als z.B. der Opener und gewinnt vor allem einen positiven Ausdruck durch die Dramatik und die unheimliche Stimmung. Einer meiner Favoriten des Albums!
4,5-5/5
04- BELLA STELLA (NEW VERSION)
Als ich letztens bei musicbeat.de las, dass auch neue Versionen der alten Songs enthalten sein sollen, freute ich mich besonders, auch wenn Remakes- das haben wir in den letzten Jahren zu Genüge erfahren- eine schwierige Angelegenheit ist. Umso enttäuschender ist, dass es sich bei bei dieser Version um gar keine Neuauflage handelt, geschweige um einen neuen Remix. Es ist die Vocal Version, die kurz nach hohem Chartaufenthalt aufgenommen worden ist und zusätzlich auf einen neueren Single Edition enthalten war. Erstens bin ich ziemlich enttäuscht drüber, dass einem als Fan der Song als aufgebruzzelte Version angekündigt wird. Das Unverständnis ist groß, da die neuen Songs- außer sie lagen lang genug in der Schublade und man wollte es einfach noch mal versuchen, Geld kann ja nie schaden- aufwendig produziert worden sind, das hört man ihnen an. Wieso man sich hier nicht mal Mühe gibt, irgendwas zu ändern, aber das so zu verkünden, ist schon eine Frechheit. Abgesehen davon konnte ich mit der Vocal Version nie was anfangen, da mir die Strophen nicht gefallen, im Gegensatz zur Original Version. Beim Refrain wartet man immer vergeblich darauf, dass Dean im Hintergrund Can you hear me? frägt. In der Rapversion sicher 4,5 Punkte, so nur
3/5
05- ETERNITA
Nach solch einer Enttäuschung ist mal ein echter Trost mit diesem Hammertrack:
Nach Trommelwirbeln und einem langsam laut werdenden Männerchor bestreitet Dean seine Raps zu einem für Highland-Verhältnisse minimalem Arrangement mit einem treibenden Bass, Streichern, die leise im Hintergrund für Spannung sorgen und von Sekunde zu Sekunde lauter werden. Doch kurz darauf bekommt man die volle und gewöhnte Soundwucht, lediglich in den Strophen wird wieder etwas dezenter angesetzt, die Mischung bringt den Reiz mit. Der Song zeichnet sich auch mal wieder endlich durch einen gut durchdachten Refrain aus, der an die ersten Singles erinnert. Schon die erste Refrainhälfte, die von Nicole zart besungen wird, ist hervorragend komponiert. Der Männerchor, der mit der zweiten Refrainhälfte schon den Song eröffnete, macht das Paket perfekt. Auch sollte man mal auf die verschiedensten Spuren der Backgroundstimmen im Refrain mal hören, die perfekt abgestimmt sind. Bloß die Raps von Dean sind von der Gangart hier etwas gewöhnungsbedürftig.
Aber trotzdem Wow, hier hört man den alten Stil raus und doch genügend neue Dinge!
4,5/5
06- COMETA MAGICA
Wieder eine Uptemponummer, die anfangs sehr ungewohnt scheint. Der Song wird nach einem unscheinbaren Glockenschlag und leisen Schlagzeugklängen sehr gelungen von E-Gitarren fast eine halbe Minute lang bestritten, ein musikalisches Festmahl, da drei Spuren von E-Gitarren übereinander gelegt worden sind. In den Rapstrophen, die diesmal besonders gelungen sind, kommen weiterhin E-Gitarren vor, während allerdings langsam immer mehr Streicher aufziehen. Spätestens im Refrain, den ich jetzt nicht ganz so stark finde wie bei den vorherigen Nummern (am besten gefällt mir das Ende, in dem in jedem Takt der Ton gesteigert wird) werden die Gitarren nach unten geschraubt und die Streicher mehr in den Vordergrund gedrängt. Im zweiten und sehr simplen Refrainteil geht man wieder mehr auf die rockigen Aspekte ein, hört sich klasse an.
Ich weiß, das Bombastische gehört nun mal zu Highland, allerdings wäre es bei dieser Nummer interessant und meiner Meinung nach besser gewesen, hätte man sich die Streicher gespart und nur die Gitarren und Bässe gelassen. Sehr gute Ideen und Ansätze, allerdings hat man hier zu dick aufgetragen.
3,5-4/5
SE TU VOI (NEW VERSION)
Genau wie bei Bella Stella wird einem die bereits veröffentlichte Vocal Version aufgetischt. Was ich nicht verstehe: Man hätte, wenn Patrice auch nicht mehr zum Projekt gehört, ihre Raps durch zusätzliche Parts von Dean ersetzen können. Mangelnde Zeit kann hier kein Grund gewesen sein, ich weiß nicht, wieso wir hier alte Versionen als neue verkauft bekommen und wieso für neue keine Zeit waren, wenn man sich auch für neue Songs Zeit genommen hat. Zum Song selber: Gefällt mir noch besser als Bella Stella von der Melodieführung, auch die Bagpipes sind klasse. Im Gegensatz zu der Vocal Version der Debütsingle gefallen mir die von Nicole bestrittenen Strophen hier sehr gut, wenn ich auch die Version mit Dean und Patrice vorziehe.
5/5
KYRIE ELEISON
Diese Ballade ist den zwei Mitgliedern Maria und Nathalie von Passion Fruit gewidmet, die 2001 bei einem Flugzeugabsturz starben. Wie soll man einen solchen Gedenksong bewerten?
Rein musikalisch und melodisch ist er mir zu theatralisch und depressiv gehalten- aber hier geht es nun mal nicht um die schönen Seiten des Lebens. Ansonsten ein gelungenes Arrangement, das sich wieder von Minute zu Minute aufbaut, das Piano, die Streicher sowie der Breakbeat sind positiv hervorzuheben.
Auch wenn selbst mir persönlich- und das mag schon was heißen- ein zu trauriges Stück und nicht mein Favorit des Albums, eine gelungene, nachdenkliche Ballade.
3,5/5
MAGIC FORTUNA (NEW VERSION)
Im Gegensatz zu den drei anderen vermeintlichen Remakes hat man hier wirklich Hand angelegt. Auch wenn es mir so scheint, als wären nur etliche Sounds, zu erwähnen wäre ein härterer, treibender Bass sowie etliche Trancesounds und einige FX Effekte, über die Original Version drüber gelegt worden, das Resultat ist wirklich gelungen.
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