Mit DIM liefern GazettE ein wirklich tolles Album ab, keine Frage. Natürlich ist man als Fan der Band imemr extrem gespannt auf Neues und hofft auch natürlich immer, dass die Jungs es schaffen ihre Vorgängerwerke sogar noch zu übertreffen. Dementsprechend sind die Erwartungen auch unheimlich hoch. Um es kurz zu machen: Ganz an ihr bisher facettenreichstes und bestes Album "NIL" können die Jungs trotz des nächsten "Drei-Buchstaben-Namens" (D.I.M.) wirklich nicht anknüpfen. Aber trotzdem bietet die Scheibe eine schöne Auswahl toller Songs, die von wirlich stimmigen Intros begleitet werden.
Hier bemerkt man jedoch schnell einen Unterschied zu den Vorgängeralben. Durch "DIM" zieht sich relativ deutlich ein roter Faden, der das Album mehr als ein Gesamtwerk erscheinen lässt und weniger als eine Sammlung unterschiedlicher Songs, wie es eher die abwechslungsreichen letzten drei Alben waren. Deutlich wird dies vor allem an der Atmosphäre der Songs, die bis auf den spaßigeren Ausreißer "In the middle of chaos" entweder traurig, nachdenklich oder einfach nur agressiv wirken. So verabschiedet man sich auch gleichzeitig ein wenig von dem üblichen Visual Kei Image, indem man musikalisch diesmal einem Konzept folgt und weitaus weniger Variation oder Abwechslung an den Tag legt.
Grob gesagt besteht das Album eigentlich nur aus einigen midtempo Stücken, einer handvoll Balladen und ein paar agressiven Nummern ("In the middle of chaos" mal ausgenommen). Zum Vergleich: Vorher gab es ebenso spaßigere wie auch ironischere Stücke (Silly Good Disco), wunderschöne Balladen zum träumen (DLN, Cassis), midtempo Stücke (Nausea and Shudder, Bath Room) wilde Stilwechsel (Ganges ni Akai Bara, Agony), richtig heftige headbang Songs (Maggots, Discharge, Social Riot Machines) oder einfach mal ruhigere und lockere Lieder (Sumire, Miseinen).
Das ist auch eigentlich der größte Kritikpunkt, obwohl ich Konzeptalben in der Regel sogar bevorzuge. Musikalisch lässt sich sagen, dass the GazettE sich leider ein wenig mehr von der westlichen Musik haben inspirieren lassen. Trotzdem hört man den typischen GazettE Sound immer noch deutlich heraus, anders als zum Beispiel bei MUCC, die ja mittlerweile leider extrem deutliche westliche Einflüsse aufweisen und ihren alten Stil immer mehr Vergangenheit sein lassen. Rukis Gesang jedoch ist in absoluter Höchstform, dass man einfach nur noch staunen muss, wie viel dieser kleiner Japaner drauf hat.
Besonders empfehlenswert sind die Stücke "DIM Scene", "The invisible Wall", "Nakigahara", "Distress and Coma", "Guren" und "In the middle of Chaos". Speziell die heftigeren Stücke enttäuschen dieses Mal jedoch leider. "Headache Man" ist ziemlich überflüssig und klingt zum Teil wie ein Slipknot Klon ebenso wie "Ogre", das eigentlich nur noch Krach ist und allenfalls live zum Pogen taugt. Schade, das konnten die Jungs mal besser.
Und trotzdem: "DIM" ist immer noch ein sehr gutes Album geworden und macht Lust auf mehr. Die DVD der Deluxe Edition ist natürlich nur etwas für große Fans. Alle anderen können sich ebenso die normale Edition kaufen, die halt kein rotes Kästchen hat, denn sie verpassen nicht all zu viel und können sich die PVs auch auf youtube anschauen. Das Album ist aber trotz Schwächen empfehlenswert und braucht sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Vor allem "DIN Scene" und "Distress and Coma" sind echte Ohrwürmer. Ich freue mich schon auf weiteres Material von den Jungs ^__^
P.S.: Danke fürs Lesen!