Ich möchte noch anmerken, dass ich in kaum einem anderen - gerade Bollywood - Film, die Körperlichkeit, Ängste und das Trauma eines missbrauchten Kindes (nehmen wir Monsoon Wedding einmal heraus) bzw. der dann erwachsenen Frau so eindrucksvoll gesehen habe. Gerade dadurch hebt sich Dil Se ab, denn natürlich führen die Erlebnisse der Protagonistin und die fehlende Aufarbeitung und Gerechtigkeit zu ihrem terroristischen Verhalten bzw. ihrem Fanatismus.
Gleichzeitig ist es nachvollziehbar, dass sie sich als Frau von Amar und seinem Werben angezogen fühlt, aber auch durch ihre inneren Zweifel, die Erinnerungen und den Wunsch nach Rache von diesem Mann abgestoßen fühlt. Sie schützt sich doch nur selbst.
Meghna ist eine Überlebende, aber sie lebt nicht. Sie wird vielmehr dieses eine Leben, was sie hat, opfern. Da sie kein Körpergefühl hat, man ihre Grenzen gebrochen hat, trauert sie auch nicht um ihren Körper, der am Schluß zerstört wird.
Nur in den Traumsequenzen des Tanzes gehört der Körper ihr. Welche schöne Utopie.
Ich hatte Tränen in den Augen, als sie von der verletzten Zwölfjährigen erzählte. Gerade dadurch schafft die Figur eine Aura um sich, die fasziniert. Diesem scheuen Etwas wünscht man ein anderes Leben, wohlwissend, dass die erlebte Gewalt nicht ausradiert werden kann.