es ist lange her, sehr lange, das ich dieses buch gelesen habe. neulich habe ich es auf einem kleinen büchermarkt neu erstanden. lesen, lesen werde ich es nicht mehr. zu schmerzhaft ist das, was peter noll da aufschreibt. man möchte ihm am anfang ins gesicht schlagen für seine ignoranz gegenüber dem tod und kann seine wahl, operation und bestrahlung abzulehnen und lieber "aufrecht" in den tod zu gehen so gar nicht nachvollziehen. aber hätte er es nicht getan, dies buch wäre nie geschrieben worden und das wäre ein verlust. peter noll begiebt sich auf die reise und man erlebt den körperlichen und geistigen niedergang aus erster reihe. mit einemmal kommen die wohl für einen solchen punkt üblichen gedanken: wie lebenswert das leben ist, wieviel freunde bedeuten, kinder. wie wenig arbeit und anerkennung in dieser. das ist die stärke des buches: leiden und sterben nachvollziehbar und faßbar zu machen, ohne durchgehend weinerlich zu sein. nolls steckenpferd, die sozialen hierarchiesysteme und deren verwerflichkeit, unterbrechen -leider- immer wieder diesen fluß. ich fand sie eher langweilig, obwohl noll in der sache sicherlich zuzustimmen ist, aber zu fern, zu entrückt sind sie dem eigentlichen thema. peter noll stirbt, max frisch hält seine totenrede, die bücher der beiden stehen in meiner bibliothek. frisch lese ich hin und wieder, noll nie mehr.... trotzdem ist es schön, sein buch bei mir zu wissen.