Das Buch ist von Forschern geschrieben, die einen Transfer leisten wollen zu den am E-Learning aus unterschiedlichsten Motiven heraus interessierten Menschen.
1. Kapitel: Digitales Lernen
Gesicherte statistische Daten über die Verbreitung von E-Learning sind derzeit nicht vorhanden. Markt-Analysen zeigen, dass E-Learning auch heute noch nur einen Randbereich der Qualifizierungsmaßnahmen in deutschen Unternehmen abdeckt. Ein bedeutendes Wachstum ist in den letzten Jahren nicht zu erkennen gewesen. Als Technologie-Thema scheint E-Learning (Wir haben die Lösung, wo ist das Problem?") überholt zu sein. Ein großer Markt für die Zukunft des E-Learning wird in den KMU gesehen.
Einige Beiträge befassen sich mit der (mangelnden) Akzeptanz von E-Learning-Angeboten. Es wrid vorgeschlagen, im Internet einen Marktplatz für E-Learning (ähnlich Amazon") zu etablieren, aus dem heraus diverse Module erworben werden können. Eine Vorbildfunktion könnte das WebKollegNRW einnehmen.
2. Kapitel: Themenschwerpunkte und Thementrends im E-Learning
Dargestellt werden Erfolgsfaktoren für E-Learning und eine Checkliste für Entscheider.
Als Orientierung sollten Standards dienen. Die vorhandenen Standards sind noch weiterentwicklungsfähig und -nötig. Standards schränken die Vielfalt, Gestaltungs- und Anpassungsmöglichkeiten nicht ein.
Um die Qualität der E-Learning-Angebote und -Anbieter besser beurteilen zu können, sollten Zertifizierungen genutzt werden. Derer gibt es viele, jedoch ist durch die Vielfalt keine wirkliche Beurteilung aus Anwendersicht möglich. Das Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) ist eher veraltet und bietet im Hinblick auf E-Learning-Angebote wenig Hilfestellung. Mit der ISO/IEC-Norm 19796-1 liegt ein erster internationaler Qualitätsmanagementstandard für die Aus- und Weiterbildung vor.
Neben Qualifizierungen über E-Learning-Angebote gibt es auch ein wachsendes Angebot an kompetenzfördernden E-Learning-Angeboten. Die Förderung persönlicher Kompetenzen (Soft Skills) ist über diverse E-Learning-Angebote möglich, beispielsweise Simulationen, virtuelle Communities, Blended Learning-Angebote oder Chats und Foren.
Dem Argument, dass E-Learning zu teuer sei, begegnet ein Kosten-Nutzen-Rechenmodell. Am Beispiel eines Pharma-Unternehmens wird gezeigt, dass E-Learning in der Anfangszeit teurer als Präsenzveranstaltungen ist, nach einiger Zeit jedoch die Kosten wesentlich geringer sein werden.
Geschäfts- und Erlösmodelle werden vorgestellt, also die Modelle, nach denen die angebotenen E-Learning-Inhalte von den Nutzern bezahlt werden.
3. Kapitel - Methoden der E-Learning-Forschung
In diesem Kapitel geht es um Methoden der Forschung im Umfeld des E-Learning: Befragungen in Form von CATI-Studien, Online-Umfragen über das Internet und Experten-Interviews. Als weitere Methoden werden vorgestellt: Gruppendiskussionen, formative und summative Evaluationen und Usability-Tests. Hier erfährt der Leser kurz und präzise, mit welchen Methoden die Sozialforschung arbeitet.
4. Kapitel - Beispiele
Zehn Beispiele guter Praxis" des E-Learning werden vorgestellt. Zur besseren Vergleichbarkeit wird ein einheitliches Beschreibungsraster verwendet.
Die Beispiele sind allerdings offensichtlich von den Anbietern selbst beschrieben worden, so dass die Texte oft einen werbenden Charakter haben. Die qualifizierten Internet-Links sind jedoch hervorragend geeignet, sich näher mit den Beispielen zu befassen und teilweise sogar auszuprobieren.
Bewertung / Fazit zum Buch:
Das Buch ist eine große Hilfe für denjenigen, der einen aktuellen Stand der Diskussion und Entwicklung rund um E-Learning bekommen will. Gezielte Literaturangaben und wertvolle Internetadressen bieten die Möglichkeit, weiter zu forschen.
Wissenschaftler haben das Buch praxisnah geschrieben. Die vielen kurzen Kapitel sind leicht lesbar und gut verständlich. Sie sind sehr gut aufeinander abgestimmt, so dass trotz der vielen unterschiedlichen Autoren ein insgesamt homogenes Werk entstanden ist.