Zunächst war ich unentschlossen, weil ich auf keinen Fall ein Buch erwerben wollte, welches sich in die Reihe der vielen allgemeinen technischen Erläuterungen "von der Stange" einreiht. Meine Ansprüche an die Lektüre waren hoch, nämlich:
+ Qualitativ hochwertiger Inhalt
+ Ich kann wirklich etwas lernen
+ Während des Lesens bzw. danach motiviert die Lektüre zum Ausprobieren
+ Leicht verständlich und kurzweilig geschrieben
+ Auch als Nachschlagewerk geeignet
Von der nicht hilfreichen 2-Sterne-Kritik habe ich mich nicht verwirren lassen. Allerdings fragte ich mich, warum nur 2 Rezensionen geschrieben wurden. Wer ähnliche Gedanken hat, dem empfehle ich nun, das Buch zu erwerben. Das Risiko, daneben zu greifen, ist klein und eine Rückgabe bei Amazon unkompliziert.
Zum Inhalt
Das Buch enthält viele beeindruckende und auch populäre Werke der Künstler Ansel Adams, Edward Weston und Eliot Porter. Der Autor, Michael Frye, adaptiert die Techniken dieser Künstler und beschreibt, wie dieses Wissen mit den heutigen Werkzeugen erfolgreich angewendet werden kann. Anhand seiner eigenen, eindrucksvollen Werke führt Frye vor, dass es funktioniert.
Außerordentlich gut hat mir die Erklärung zu Adams' Zonensystem zur Belichtung gefallen. Frye beschreibt das Zonensystem detailliert und leicht verständlich. Ein Mehrwert war definitiv zu lesen, wie ich diese Erkenntnisse mit meiner eigenen Ausrüstung in der Praxis anwenden und anhand des Histogramms kontrollieren kann. Die gute Nachvollziehbarkeit und die vielen Beispiele dazu motivieren zum Ausprobieren. Ich habe es auch gleich einen Tag später an einem mir vertrauten Ort ausprobiert. Kurz: Es ist einfach und es funktioniert!
Anschließend folgen weitere hilfreiche Themen, unter anderem "Kontrastanpassungen" und "Künstlerische Regeln". Die Beschreibungen zu den künstlerischen Regeln haben mir erneut geholfen, erläutert Michael Frye doch, wie sie hilfreich sein können, ohne das sie zu Restriktionen werden. Fundierte Beschreibungen einschließlich entsprechender Fotobeispiele gaben mir hier einen "Aha-Effekt". Michael Frye rundet das Buch aus meiner Sicht mit ausführlichen Abschnitten zu Licht, Komposition und der sogenannten "Kunst des Sehens" (Sehschule) ab. Dabei werden auch Tipps und Tricks zur Verstärkung des Ausdrucks von Landschaftsaufnahmen am Computer (RAW Processing und Photoshop) gegeben.
Das Buch ist gut strukturiert und enthält ein sinnvolles Inhaltsverzeichnis, sodass es auch als Nachschlagewerk gut funktioniert.