Ein Fotobuch zu bewerten bleibt schwierig. Was dem einen zu obszön, ist dem anderen zu langweilig. Was dem einen zu klassisch, ist für den anderen das professionelle Foto. Stefan Weis zeigt einen Querschnitt seiner Arbeiten und ich finde, hier gibt es einen erkennbaren, eigenen Stil, trotzdem sehen nicht alle Fotos gleich aus. Er wechselt zwischen Farbe und Schwarzweiss, zwischen klassischem, sterilem Studio und schrägen Locations, zwischen ruhig und still und laut und aufregend...
Dabei ist das Buch durchaus lehrreich. Dem Profi (oder dem, der sich dafür hält) mag es nichts Neues geben, dem Amateur aber gibt Weis Ideen vor, die zum Weiterdenken anregen. Er erschlägt den Anfänger nicht mit kompliziertem Fachwissen, welches oft mehr abschreckt als zum Esperimentieren einzuladen. Die Aufbauten von Lichtsituation sind verständlich erklärt und allerlei Daten zu den Fotos (Belichtung, Blende, ISO, Lichtstärke...) laden zum Nachmachen ein.
Einzigartig:
Stefan Weis geht auf den zwischenmenschlichen Aspekt zwischen Model und Fotograf ein. Gerade für Anfänger, die sich auch kein professionelles Model leisten können, einige sehr wichtige Tipps. Da bekommen scheinbare Nebensächlichkeiten wie Kaffee und Kuchen am Set plötzlich hohes Gewicht.
Tipp:
Wer nicht 5000 EUR für eine erste Studioausrüstung ausgeben will, wird hier gut beraten, wie es auch mit weniger Material geht.
Fazit:
Guter Einstieg für Amateure mit tolle Bildauswahl und teilweise amüsanten Texten.