Aus der Amazon.de-Redaktion
Im Internetzeitalter schälen sich völlig neue Geschäftsmodelle heraus. Wer hätte gedacht, dass Versteigerungen im Netz (siehe eBay) derartig erfolgreich sein würden, und dass eine globale Gemeinde von Entwicklern ohne jedes finanzielle Interesse ein hervorragendes Produkt --
Linux -- hervorbringen könnte? Der Erfolgsautor Don Tapscott hat sich gemeinsam mit zwei Ko-Autoren daran gemacht, solche und andere Geschäftsmodelle zu analysieren und systematisch in Kategorien einzuteilen.
Herausgekommen ist ein solides Grundlagenwerk, das jedoch nicht nennenswert hilft, endlich mit dem Internet Geld zu verdienen, und dessen Neuigkeitswert gering ist. Der Hauptteil des Buches besteht aus einer Beschreibung der verschiedenen Kategorien, die Tapscott jeweils mit einem Fachwort eigener Kreation versehen hat: Eine virtuelle Community von Gleichgesinnten nennt er beispielsweise "Allianz", Marktplätze und Börsen im Internet "Agora", und Unternehmen, die Transaktionen zwischen Herstellern und Verbrauchern vermitteln (zum Beispiel Supermärkte im Netz) "Aggregationen". Das hilft immerhin dabei, die unterschiedlichen Typen von Geschäftsmodellen besser zu verstehen.
Nützlich ist auch, dass Tapscott und Ko. die Erfolgsfaktoren für jeden Typus von Geschäftsmodell auflisten. Doch bei der Wahl der (angeblich) guten Beispiele greift Tapscott hin und wieder daneben: Webvan beispielsweise, sein Musterbeispiel für eine "Aggregation", hat inzwischen pleite gemacht -- die Gründe dafür werden jedem deutlich, der die Beschreibung des Geschäftsmodells liest. Es kann jedem Autor passieren, dass die bittere Realität der New Economy sein Werk einholt, doch es wird nicht klar, warum sich Tapscott bei der Beschreibung von Webvan jeden kritischen Kommentar verkneift.
Der wahre Wert des Buches liegt darin, dass Tapscott und seine Ko-Autoren ganz neue Wege der Wertschöpfung aufzeigen: Im Internetzeitalter werden Unternehmen zu "Business-Webs", "B-Webs", sie umfassen Kunden ebenso wie Zulieferer. In manchen neuen Geschäftsmodellen sind Kunden sogar die entscheidenden Lieferanten von Inhalten, sie sind die wichtigsten Glieder der Wertschöpfungskette. Im letzten Kapitel gibt Tapscott dann eine Anleitung, wie man sein Unternehmen zu einem "B-Web" umbauen kann. Ein solches neues und zukunftsfähiges Selbstverständnis ist für ein Unternehmen viel mehr wert als der Versuch, mit einem der beschriebenen Geschäftsmodelltypen schnell noch im E-Commerce mitzumischen. --Sylvia Englert
Pressestimmen
01.11.2001 / Acquisa: Universelle Geschäftsplattformen "Das Autorebteam zeigt, wie erfolgreiche Unternehmen agieren und gestaltet sein müssen, die zukünftig den Ton angeben."
01.11.2001 / Trend: Gerhard Schuberth, Vorstand der update.com software AG las 'Digital Capital' "Das Buch beschreibt in einzigartiger Klarheit die Mechanismen, die man verstehen und beherrschen muss, wenn man in der zweiten Phase der 'Net Economy' als Mitspieler erfolgreich sein möchte."
19.11.2001 / Süddeutsche Zeitung: Wirtschaftsliteratur "Hilfreich für alle Unternehmer, die in der digitalen Wirtschaft mitmischen wollen."
01.01.2002 / Acquisa: Online an die Spitze "Ein gutes Buch für Unternehmen, um in der Wirtschaftswelt von heute und morgen überleben und bestehen zu können."