Der Autor versteht es, die Geschichte der Apollo Mondlandungen mit der Entwicklung des Apollo Guidance Computers AGC - das Ding, welches jeder aus dem Film Apollo 13 kennt - gekonnt zu verknüpfen. Der rote Faden durch das Buch heisst: welchen Anteil von Steuerungs- und Navigationsaufgaben soll ein Rechner übernehmen, und welchen Teil der Mensch.
In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, in der Zeit also, zu der es die ersten automatisch gesteuerten Interkontinentalraketen gab, war es gar nicht so leicht, die Rolle des Menschen in der Raumfahrt - Pilot oder Passagier - zu definieren. Nur langsam hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass nur der Mensch Entscheidungen treffen kann, die über das blosse Berechnen von Output bei gegebenem Input hinausgehen. Das Ergebnis ist eben der AGC, genauer gesagt seine Software. Software - ein Begriff den es damals in der heutigen Bedeutung noch nicht gab.
Welche Entscheidungen zu treffen waren, um Software zu bauen, die Menschen auf den Mond gebracht hat, - dies beschreibt das Buch. Zunächst die Entscheidung zu automatisieren, aber immer unter der Kontrolle des Menschen. Halbautomatisch würde man sagen, also beispielsweise dass ein Rechner die Höhe über der Mondoberfläche hält, aber der Pilot die Möglichkeit hat, bei gleichbleibender Höhe die Vorwärts- und Seitwärtsbewegung vorzugeben. Dann die Entscheidung, die Automatik völlig abschalten zu können - wie bei den Landungen möglich gewesen wäre.
Faszinierend auch die Verteilung der Arbeitslast zwischen Astronauten und dem Raumfahrtzentrum in Houston. Beispielsweise der Update der Navigationsdaten durch Radar-Telemetriedaten von der Erde aus.
Wie ich jetzt diese Zeilen schreibe, hätte ich gut und gerne Lust daran, das Buch gleich nochmals zu lesen. Eindeutige Kaufempfehlung!