Eigentlich habe ich Digit als Schallplatte seit Jahren im Schrank, aber 1980 war ich noch zu jung, um in Linz der Stahlsinfonie live beizuwohnen - meine Eltern hätten mich wohl für komplett verrückt gehalten. Man kannte das Ganze eben nur als Gerücht und Ansammlung von Presseverissen. Schön also, dass das Konzert nun als Zusatz zur Neuauflage der CD herausgekommen ist - weniger schön ist, dass das Ganze tatsächlich eine dermassene künstlerische Katastrophe ist wie damals durch die Presse bescheinigt. Stahlwerk und Schulze (dessen Musik ich ungefähr bis 1985 sehr mag) spielen völlig aneinander vorbei und auch visuell ists eine Peinlichkeit - weder Videosynthesizer noch sonst irgendetwas an elaborierter visuell-elektronischer Verarbeitung, was es auch 1980 schon gab, und Schulze geht musikalisch erst gar nicht auf die eingespielten Bilder ein.
Nun ja ... man hat es mal gesehen, und dass sollte man schliesslich ebenso wie zum Beispiel Laurie Anderson`s nur auf Laserdisk erschienenes "Home of the Brave. Dafür ist der zusätzliche Titel auf der CD schwer in Ordnung ... ach hätte sich der Schulze nur anders weiterentwickelt als er eben hat.