An den meisten Universitäten ist "Der Amelang" das Standardwerk zur Prüfungsvorbereitung im Fach "Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung". Tatsächlich ist dieses Werk im Hinblick auf Umfang und Vollständigkeit sicher konkurrenzlos. Weshalb vergebe ich dennoch nur einen Stern? Eben für diese eine Tatsache. Leider ist das aber auch das Einzige, was an diesem Werk lobend zu erwähnen ist. Wäre dieses Buch für Fachleute mit einem profunden wissenschaftlichen Hintergrund geschrieben, gäbe es daran wohl nicht viel auszusetzen. Die Autoren nehmen jedoch für sich in Anspruch, ein LEHRBUCH geschrieben zu haben und damit hat dieses Werk schlicht nichts zu tun! Nach allem, was in irgendeiner Weise mit "Didaktik" zu tun haben könnte, wird der Leser in diesem Buch vergeblich suchen, denn es erfüllt nicht einmal annähernd die Minimalanforderungen, die heutzutage an ein modernes Lehrbuch zu stellen sind. Weder finden sich Zusammenfassungen, noch grafische Hervorhebungen, Merksätze, Wiederholungsfragen oder sonst irgendetwas, das einem den Eindruck vermitteln könnte, es mit einem "Lehrbuch" zu tun zu haben. Stattdessen ununterbrochener Fließtext, endlos lange, häufig aufgrund grober grammatikalischer Fehler völlig unverständliche Sätze, zahllose Fremd- und Fachwörter, die weder eingeführt noch erklärt werden... Fazit: Die Autoren haben ein Werk vorgelegt, das auf knapp 630 Seiten eindrucksvoll gegen sämtliche Erkenntnisse der Lern- bzw. Pädagogischen Psychologie verstößt und es immer wieder schafft, mit 1000 Sätzen zu verschleiern, was man mit wenigen Worten leicht hätte vermitteln können!