Kurzbeschreibung
Mit diesem Buch werden Biographie und Schaffen eines der profiliertesten und zugleich universellsten deutschen Komponisten der Nachkriegszeit erstmals umfassend dargestellt. Die Arbeit macht den vielschichtigen Zusammenhang zwischen Leben, künstlerischer Entwicklung, kultureller Vermittlungsarbeit und Werk transparent und gerät damit zu einem Kompendium über die Musik in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts. Zum anderen wird verdeutlicht, welche musik- und zeitgeschichtlichen Erscheinungen, von Schönberg bis Cage, von Sigmund Freud bis Karl Barth, Ästhetik und Komponieren Schnebels beeinflusst haben. Im Mittelpunkt der ausführlichen Werkbetrachtungen stehen seine innovativen musikalischen Konzepte des "genuinen Musiktheaters", der Erneuerung von geistlicher Musik und Schulmusik, der Entwicklung einer Musik aus Sprache und die Erfindung einer "psychoanalytischen Musik".
Über den Autor
Dieter Schnebel, geboren 1930, studierte Theologie und Musikwissenschaft in Freiburg und Tübingen und war von 1977 bis 1995 als Professor für Musikwissenschaft und experimentelle Musik an der Berliner Musikhochschule tätig. Komponieren ist freie Lebensäußerung – wo sie nicht möglich ist, machen Schnebels Werke aufmerksam auf die politischen, sozialen und kulturellen Ursachen. Repressionsfreiheit als Voraussetzung jeglichen (musikalischen) Diskurses, ist eine der zentralen Forderungen, die Schnebels Musik transportiert.