Ich möchte ebenso wie eine meiner Vor-Rezensenten/in eine Lanze für "Dieter - der Film" brechen, denn dieser Film hat - zumindest bei mir - das bewirkt, was der naturgegebene Auftrag dieses Filmes ist: prächtig zu unterhalten und mich dabei köstlich zu amüsieren!
Nein, ich bin kein ausgesprochener Bohlen-Fan und Formate wie DSDS-Castingshows sind mehr als fragwürdig, aber um DSDS geht es hier ja auch gar nicht. Es geht darum, wie es den Filme-Machern gelungen ist, die Erfolgs-Story von Dieter Bohlen als lustigen Film aufzubereiten, und ich finde, dass es den Produzenten durchaus gelungen ist.
Mir hat an dem Film gut gefallen, dass Dieter sich auch selbst gehörig "auf die Schippe" nimmt, indem er sich zunächst als unbeliebten Schuljungen zeigt, der bei seinen Mitschülern überhaupt nicht ankommt, weil er andere verpetzt und sich bei den Lehrern einschleimt und als Quittung prompt Klassenkeile erhält. Bis er kapiert hat, dass die Welt mit "Einschleimen" nicht funktioniert und die Mädels von der Schule auf solche Typen nun mal nicht stehen... Doch dann kommt die Wende in Dieters Leben: er entdeckt den Gesang, kauft sich seine erste Gitarre und erkennt, dass die Musik einmal sein "Lebenswerk" sein wird. So arbeitet sich Dieter langsam aber sicher vom erfolgreichen Sänger bei "Modern Talking" und später bei "Blue System" zum erfolgreichen Mann im Show-Biz vor - und plötzlich liegen ihm die Damen dieser Welt zu Füßen und himmeln "ihren" Dieter an...
Köstlich auch die völlig überzogene Darstellung von Thomas Anders' Freundin Nora mit ihrem Hund, die das einstweilige Aus von "Modern Talking" einläutet und Thomas fortan mit einer zentnerschweren Eisenkette mit der Aufschrift "Nora" durch die Welt umherirren lässt. Die Darstellung von Nadja (Naddel) und Verona, die alsbald in Dieters Leben treten und ihm die Augen verdrehen - einfach köstlich! Bei der Darstellung der Eheschließung von Dieter und Verona (der Charakter von Verona Feldbusch ist treffend auf den Punkt gebracht!) gab's für mich kein Halten mehr, hab' mich fast weggeschmissen vor Lachen...
Tja, und das Ende vom Lied (oder vielmehr vom Bohlen) hat wohl jeder geahnt: wir bekommen das Ende von Dieters Karriere schon mal in einer Art Zukunftsvision präsentiert: Dieter landet für seine egoistischen Machenschaften in der Hölle, wo er Verona in einem Studio sitzen sieht - sie singt (in zugegebenermaßen etwas schiefer Tonlage) die Hits von Modern Talking nach, und das den lieben langen Tag lang, sofern man in der Hölle überhaupt von Tag und Nacht sprechen kann... Kein beneidenswerter Ausblick!
Fazit: niemand wird bei dieser Art von Film ernsthaft den Anspruch erheben, dass der Film Tiefgang besitzt. Wer diesen Anspruch stellt, hat schon verloren. Wenn man "Dieter - der Film" aber als das nimmt, für das er bestimmt ist, nämlich ein lustiger Unterhaltungsfilm zu sein, ist es okay. Gegen einen Film, der die Lachmuskeln strapaziert und rund neunzig Minuten Frohsinn beschert, wird wohl niemand etwas einzuwenden haben...