"Diesseits vom Paradies" ist F.Scott Fitzgeralds erster Roman. Er erschien 1920. Erzählt wird die Geschichte des anfänglich schnöselhaft-narzisstischen Amory Blaine, der im Zuge seiner Highschool-Jahre in Princeton und nachhaltig geprägt von seinen Erfahrungen als Soldat im ersten Weltkrieg, zu einem Charakter heranreift. Fitzgeralds Roman erzählt vom Erwachsenwerden in einer Zeit der zunehmenden Verwerfung überkommener Wertvorstellungen in den 1910er Jahren. Vor dem Hintergrund ausgelassener und glamouröser Parties, dem am Erfolgsstreben ausgerichteten Leben in Princeton und zahlreicher, oft unerfüllter Liebschaften lässt Fitzgerald seinen Helden ein kritisches Bewusstsein für die Mechanismen seiner Gesellschaft, seiner Zeit und für sein unmittelbares Umfeld entwickeln. "Diesseits vom Paradies" ist erfrischend geschrieben. Nicht unbemerkt bleibt aber, dass es sich um Fitzgeralds ersten Roman handelt. Denn noch der erste Teil und somit etwa die Hälfte des Romans ist - im Gegensatz zum zweiten Teil, der erst erheblich später entstand und sich deutlich besser und strukturierter liest - stellenweise in einer nur allzu verschnörkelten und romantisierenden Sprache gehalten. Positiv ist sicher die große Formenfülle zu bewerten, denn Fitzgerald scheut nicht davor zurück, Gedichte und in der Form kurzer dramatischer Dialoge gestaltete Passagen einzuflechten. Ebenso wie der Held Amory Blaine über die Jahre hinweg heranreift, können in Diesseits vom Paradies schrittweise die Entwicklungssprünge der literarischen Fähigkeiten nachvollzogen werden, die Fitzgerald innerhalb der mehrjährigen Entstehungsphase des Werks gemacht hat. Gerade im zweiten Teil zeigt Fitzgerald über weite Strecken das gewaltige Potential, das er erst in späteren Romanen wie "Der große Gatsby" oder "Die Schönen und Verdammten" voll ausschöpft. Sehr lesenswert ist auch das Nachwort von Manfred Papst, das viele hilfreiche Anmerkungen zur Entstehungsgeschichte des Romans enthält.