Das einzige, das sich in diesem Buch wie ein roter Faden durchzieht, ist die Leidenschaftslosig- und Oberflächlichkeit mit der viele unspannende Begebenheiten herzlos aneinander gereiht werden. Viele vielversprechende Fäden verlaufen unbefriedigend im Sand. Man hätte sehr viel mehr daraus machen können. Mit rätselhaften Worten stirbt Hannahs Vater z. B. in ihren Armen, doch die Erleuchtung kommt nie bzw. fällt recht mager aus. Die Hauptfiguren Hannah und ihr geliebter Neal verlieben sich schnell und so unspektakulär wie lauwarmes Wasser. Trotzdem hält diese ach so tiefe Liebe Jahre der Trennung sowie Gefühle für Dritte stand. Die Basis hierfür erschließt sich mir nicht.
Barbara Woods Bemühen, dem Leser nahezubringen, wie und woran ihre Figuren während dieser Jahre reifen, scheitert kläglich. Anstatt eine interessante Reise in faszinierender Umgebung mit facettenreichen Protagonisten zu erleben, habe ich mich immer öfter gefragt, 'Mensch Barbara, warum erzählst Du mir das? Und wann geht's hier endlich mal los.'
Zudem wird ständig eine neue Randfigur vorgestellt und lieblos ihre Hintergrundgeschichte in einem immer wiederkehrenden, enervierenden und ausufernden Blabla wiedergegeben; ein erfolgloser Versuch, ein Profil zu vermitteln, bis sich letztlich heraus stellt, dass diese neue uninteressante Person völlig verzichtbar ist. Auch hier sollte gelten: Weniger ist oft mehr.
Die Odyssee einer jungen Frau, die durch Erfahrungen in einem fremden faszinierenden Land reift und ihren Weg zu sich selbst findet, kenne ich bereits durch Gwen Bristwos Kalifornische Sinfonie. Ein wundervolles Buch mit überraschenden Wendungen, Spannung, Mitfiebern und -leiden und einer Liebe, die man greifen kann und wo das Leserherz höher schlägt, um letztlich das Buch aus der Hand zu legen mit dem warmen und befriedigenden Gefühl, einen aufregenden Weg mit der profilstarken Hauptfigur gegangen zu sein und wahnsinnig viel erlebt zu haben.
All dies hatte ich mir ein wenig von Barbara Woods Dieses goldene Land erhofft. Stattdessen habe ich die letzten 10% dieser öden oberflächlichen und vor allem vorhersehbaren Geschichte nicht mehr lesen mögen.