Richard Novak hat im Beruf alles erreicht, er war im Finanzsektor sogar so erfolgreich, dass er nun mit 55 Jahren nicht mehr zu arbeiten braucht. Seine Ehe ist schon vor langer Zeit gescheitert, der Kontakt zu seinem siebzehnjährigen Sohn besteht nur sporadisch, an vielen Tagen spricht er höchstens mit seiner Putzfrau, seiner Trainerin und seiner Ernährungsberaterin. Sein Lebensstil ist äußerst gesundheitsbewusst, dennoch zwingt ihn eines Tages ein Anfall von merkwürdigen Schmerzen, den Notarzt zu rufen. Während er mutterseelenallein in seinem großen Haus auf dessen Eintreffen wartet, geht ihm allmählich auf, wie einsam er eigentlich ist - und wie wenig Spaß und Freude sein Leben beinhaltet.
Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus krempelt er sein Leben völlig um. Angefangen damit, dass er seinem Heißhunger auf Donuts zum ersten Mal seit Jahren nachgibt, bis hin zu mehreren Einsätzen als "guter Samariter", die ihn sogar in die Schlagzeilen bringen. Eine plötzliche Bodensenkung hinter seinem Haus zwingt ihn auch noch, dieses zu verlassen und ein Notquartier zu beziehen ...
Der Ansatz dieses Buches ist nicht gerade neu - gesundheitliche Krise zwingt erfolgsverwöhnten, aber kontaktarmen Menschen, alles zu überdenken und sich zu ändern - aber immer wieder für ein Buch oder einen Film gut. Hier bin ich mir allerdings nicht ganz sicher, ob es eine Satire auf solche Geschichten sein soll oder ernst gemeint ist. Bei einigen Begegnungen und Ereignissen trägt die Autorin reichlich dick auf.
Der Stil ist eher schlicht, es wird im Präsens erzählt, was eine besondere Nähe zum Geschehen erzeugt. Die Übersetzung lässt für meinen Geschmack zu häufig englische Wörter einfach so stehen, statt deutsche Entsprechungen zu finden.
Insgesamt ist dies eins der wenigen Bücher, dessen Handlung ich mir lieber als Film angesehen hätte, statt es zu lesen (vielleicht mit der einen oder anderen Straffung). Nach ungefähr der Hälfte des Buches interessierte mich Richards Leben eigentlich gar nicht mehr besonders, doch es wurde immer noch ein Ereignis, noch eine Begegnung obendrauf gepackt - ein bisschen zuviel des Guten für meinen Geschmack.