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Diese Jugend hat so keine Zukunft
 
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Diese Jugend hat so keine Zukunft [Taschenbuch]

Wolfgang Seidel
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Pro-Prana Publishing; Auflage: 2. Aktual. (5. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3000332863
  • ISBN-13: 978-3000332869
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 276.504 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist kein reines Problem von fehlenden Ausbildungsplätzen. Das Problem gründet sich vielfach auf das Fehlen geeigneter Ausbildungsplatzbewerber! Die Schulen entlassen jedes Jahr immer mehr nicht ausbildungsfähige Jugendliche mit Lernbeeinträchtigungen und Verhaltensstörungen auf den Ausbildungsmarkt, die weder Bitte und Danke sagen können noch die Grundrechenarten beherrschen oder in der Lage sind, sich verständlich auszudrücken. Von fehlender Leistungsbereitschaft, Disziplin und Durchhaltevermögen ganz zu schweigen. Jeder von ihnen wird auf dem Ausbildungsmarkt dringend gebraucht, ist dort aber leider nicht zu gebrauchen. Um hier nachzubessern, werden private Bildungsträger damit beauftragt, die benachteiligte Jugend wieder auf Kurs zu bringen. Für diese jungen Leute beginnt nun eine Karriere in staatlich finanzierten Fördermaßnahmen. Auf 320 Seiten wird beschrieben, wie sich jeden Tag Tausende Sozialpädagogen, Ausbilder, Lehr- und Honorarkräfte unter fragwürdigen Rahmenbedingungen in berufsvorbereitenden und Berufsausbildungsmaßnahmen an den Jugendlichen abarbeiten. Hier werden täglich Steuergelder zum Fenster hinausgeworfen und gleichzeitig viel zu wenig Geld in die Hand genommen, um das Notwendige bzw. Richtige richtig zu tun. Anstatt die Jugendlichen nun endlich auf das (Arbeits)Leben vorzubereiten, ist dieses (Bildungs)System viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und die jungen Leute stehen auch nach diesen Maßnahmen nicht viel besser da als vorher. Viel zu häufig sind sie auf dem regulären Ausbildungs- und Arbeitsmarkt hinterher immer noch nicht zu gebrauchen. Die Versorgung mit Kompetenzen und Bildung dieser Jugendlichen ist ein riesiger Markt, der vielerorts zu reiner Geschäftemacherei verkommen ist. Wer hier bereits persönliche Erfahrungen machen durfte, kann das Ganze nur mit sehr viel Fantasie oder einer gehörigen Portion Ignoranz als professionelle Förderung und Unterstützung von benachteiligten jungen Menschen bezeichnen. Es fällt schwer sich mit diesem hoffnungslosen und teilweise blinden Treiben zu arrangieren und es wird Zeit, dass einmal laut ausgesprochen wird, was in diesen Maßnahmen wirklich vor sich geht und warum diese Jugend so keine Zukunft hat. Den Verantwortlichen fehlt hier entweder der Mut oder der Wille, um hier etwas Grundlegendes zu unternehmen bzw. zu verändern und so nehmen sie von Zeit zu Zeit wenn überhaupt nur kosmetische Verbesserungen vor. Der Autor berichtet von seinen Erfahrungen und Beobachtungen, die er als Pädagogischer Mitarbeiter in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) und außerbetrieblichen Berufsausbildungen (BaE) gemacht hat. Er bietet ungeschönte Einblicke hinter die Kulissen dieser Maßnahmen, von denen er im Rahmen seiner Tätigkeit als Lehrkraft und Sozialpädagoge mehr als eine begleiten durfte.

Buchrückseite

Die Schulen entlassen jedes Jahr immer mehr lernbeeinträchtigte und verhaltensgestörte Jugendliche mit z. T. massiven gesundheitlichen Beschwerden und psychischen Erkrankungen auf den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Sie beherrschen oft weder die Grundrechenarten noch sind sie in der Lage, sich verständlich auszudrücken. Jeder von ihnen wird auf dem Ausbildungsmarkt dringend gebraucht, sie sind dort aber leider nicht zu gebrauchen. Für die so Aussortierten beginnt nun eine Karriere bei privaten Bildungsträgern in staatlich finanzierten Fördermaßnahmen. Jetzt ertönt der Gong und das große Hauen und Stechen um das Kopf-Geld für jeden Jugendlichen geht los. Die Bundesagentur für Arbeit gibt den Ring frei, in dem sich die Bildungsträger mit märchenhaften Konzepten und Dumpingpreisen gegenseitig bekämpfen und ausstechen. Während die eine Seite so wenig wie möglich für die beste Billigbildung der Welt ausgeben möchte, versucht die andere Seite an die begehrten Maßnahmen zu kommen und dann so viel Geld wie möglich von dem Wenigen übrig zu behalten. Die Versorgung mit Kompetenzen und Bildung dieser Jugendlichen ist ein riesiger Markt, der vielerorts zu reiner Geschäftemacherei verkommen ist. Wer hier bereits persönliche Erfahrungen machen durfte, kann das Ganze nur mit sehr viel Fantasie oder einer gehörigen Portion Ignoranz als professionelle Förderung und Unterstützung von benachteiligten jungen Menschen bezeichnen. Der Autor berichtet von seinen Erfahrungen und Beobachtungen, die er als Pädagogischer Mitarbeiter in Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) und außerbetrieblichen Berufsausbildungen (BaE) gemacht hat. Er bietet ungeschönte Einblicke hinter die Kulissen dieser Maßnahmen, von denen er im Rahmen seiner Tätigkeit als Lehrkraft und Sozialpädagoge mehr als eine begleiten durfte. Wolfgang Seidel zeichnet neben den Rahmenbedingungen ein ziemlich deutliches Bild von den jungen Benachteiligten und den Kollegen, die für kleines Geld zu deren Bewachung und Bespaßung von ihren Arbeitgebern abgestellt werden.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Insiderin
Ich habe selbst schon einige Jahre als Ausbilderin bei Bildungsträgern gearbeitet und kann hier jedes Wort bestätigen. Endlich hat sich mal jemand getraut den Blick "hinter die Kulissen" aufzuschreiben.
Das Buch ist recht locker geschrieben und ich musste während des Lesens oft mit dem Kopf nicken.
Bei vielen Beispielen konnte ich mich selbst, meine Kollegen oder Teilnehmer wiederfinden. Innerhalb von drei Tagen hatte ich das Buch durch.

Besonders gut haben mir die Zeichnungen und vielen Beispiele gefallen. Ich kann nur hoffen, dass dieses Buch auch mal die Richtigen lesen, damit sich endlich etwas an der Situation der Kollegen und Jugendlichen ändert!

Aus meiner Sicht empfehlenswert für alle die, die in irgendeiner Form bei einem Bildungsträger tätig sind.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Augenöffner 20. September 2011
Das Buch ist ein Augenöffner. Nicht mehr und nicht weniger!
Hervorragend die Analyse des elterlichen Fehlverhaltens.
Schockierend die Analyse des Verhaltens des Lehrpersonals.
Und für sozialpädagogische Wattebauschwerfer ein Trauma: die tiefgreifende Analyse des vermeintlich unerklärlichen destruktiv-vermeidendenden Verhaltens der Jugendlichen.
Nicht nur bei Bildungsträgern läuft es schief - in staatlichen Schulen mit verbeamtetem Lehrpersonal läuft der Hase nicht anders. Ich weiss, wovon ich rede, denn ich habe vor kurzem den Schuldienst nach 7 Jahren Fachpraxislehrerinnentätigkeit verlassen. Kolleginnen und Kollegen, die sich - wie so wunderbar von Wolfgang Seidel beschrieben - schlimmer benehmen als die zu betreuenden Jugendlichen, aber im Falle der Beamten nicht zur Rechenschaft gezogen werden können (selbst wenn das ein Schulleiter wollte) und dadurch in einem Maße infantil und unreif handeln, dass sie mir jedes, aber auch jedes Vorurteil bestätigt haben, das man über Lehrer haben kann.
Der gesamte Bildungssektor in Deutschland ist ein Trauerspiel.
Wie gut, dass man bei der Lektüre dieses Buches zumindest Tränen darüber lachen kann.
Den bitteren Nachgeschmack wird allemal wettgemacht durch die Menge an Erkenntnissen, die man aus Seidels Analysen gewinnen kann.
Jedem in der Bildung Tätigen zu empfehlen, der sich zumindest manchmal abends im Spiegel anschaut und sich erschreckt, wie fremd er sich geworden ist. Und jedem zu empfehlen, der nicht fassen kann, woher die Menge an ausbildungsunfähigen Jugendlichen kommt und warum sie es auch nach der zehnten Maßnahme einfach nicht packen. Und damit jedem an bundesdeutscher Bildungpolitik Interessierten dringend zu empfehlen!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Peter1964
Ich arbeite als Lehrkraft in der BvB und habe das Buch verschlungen. Dort wird meine tägliche Situation genauestens beschrieben. Überfüllte oder fehlende Räumlichkeiten. Kollegen, die sich mit großem Erfolg vor der Arbeit drücken. Chefs, die nichts entscheiden oder wissen wollen und einfach keine Ahnung haben unter welchen Bedingungen tatsächlich gearbeitet wird. Alles ist genauso beschrieben, wie ich es jeden Tag erlebe. Ich hatte manchmal sogar den Eindruck gehabt, dass einer meiner Kollegen das Buch geschrieben hat. Es schein fast so, als ob der Autor meine Jugendlichen und Kollegen kennt. Bei jedem Beispiel habe ich Gesichter und Situationen vor mir gesehen.
Auch bei uns geht es leider nicht wirklich um die Jugendlichen. Ich arbeite gerade seit mehreren Wochen für 2 kranke Kollegen mit und habe sehr über den Untertitel Burn-out to go" geschmunzelt, absolut wahr! Ich kenne kaum jemanden bei uns, der nicht kurz vorm Burn-out steht oder mitten drin steckt. Wie soll man z.B. mit fast 40 Jugendlichen vernünftig in einem Raum arbeiten, der eigentlich nur Platz für 15 hergibt? Erschreckend, dass es woanders auch nicht besser ist.

Ich bedanke mich für dieses Buch, weil es mir einige Feierabende trotz allem richtige Freude bereitet hat. Ich haben schon länger kein ganzes Buch mehr gelesen, geschweige denn in so kurzer Zeit. Es ist auf erschreckende Weise witzig geschrieben und ganz sicher ein muss für jeden, der sich traut in den Spiegel seiner täglichen Arbeit zu blicken und dabei auch mal abschalten möchte.

Nochmals danke!
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