Was sind die wichtigen Dinge im Leben? Die Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Mitch Albom basiert auf der realen Beziehung des Autors mit dem Soziologieprofessor Morrie Schwartz, der im Alter an ALS erkrankte. Die Geschichte ist unglaublich berührend und wird mit wunderschönen Bildern erzählt. Als Zuschauer wünscht man sich von Herzen auch einen so guten Lehrer, Begleiter oder Freund wie Morrie, doch man ist auch dankbar, seine Lebensweisheit und seine kostbare Persönlichkeit wenigstens fil-misch erfahren zu haben. Jack Lemmon ist ein wunderbarer Morrie Schwarz, der den todkranken Mann mit großer Würde und mit Humor spielt. Auch Hank Azaria mit den schönen Augen, der im Film Mitch Albom mimen darf, überzeugt in seiner Rolle. Diese 90 Minuten Film werden bestimmt lange im Gedächtnis bleiben.
Nachdem der erfolgreiche, aber ziemlich gestresste Sportkolumnist Mitch Albom durch Zufall von der tödlichen Erkrankung seines ehemaligen Professors für Soziologie, Morrie Schwarz erfahren hat, nimmt er wieder Kontakt zu dem liebenswerten Lehrer auf, dessen Unterricht für ihn einmal so kostbar war. Der spontane Besuch, bei dem sich Mitch für sein gebrochenes Versprechen, Kontakt zu Morrie zu halten, entschuldigen möchte, soll jedoch nicht das letzte Wiedersehen der beiden sein. Es folgen weitere Dienstage, in denen Morrie Lehrstunden über das Leben gibt und mit Mitch über Glück, Liebe und Sterblichkeit diskutiert. Tabuthemen gibt es für Morrie nicht und er fordert Mitch auf, sich seinen Ängsten zu stellen. Über seinen eigenen Schatten zu springen, ist in einer Gesellschaft, in der es nicht üblich ist, Gefühle offen zu zeigen, nicht einfach. Der ehemalige Schüler beginnt erneut über seine Ziele, Wünsche und Träume nachzudenken und den Sinn des Lebens neu zu hinterfragen. Aber an einen Abschied von Morrie will er am liebsten gar nicht denken, auch wenn er mit ansehen muss, wie die Lebensuhr seines weisen Freundes unerbittlich abläuft. Und es gibt noch eine wichtige Lektion, die Mitch unbedingt noch lernen muss.
Auch wenn vielleicht die Bilder bei den Produktinformationen anderes vermuten lassen, hat der Film eine gute Bildqualität. Die Symbolik der Bilder ist nicht zu unterschätzen und die wunderschönen Aufnahmen tragen auch sehr zur Stimmung der Geschichte bei. Als es Morrie gesundheitlich zunehmend schlechter wird, bemerkt der Zuschauer, wie die Blätter an den Bäumen bereits rot gefärbt sind und langsam abfallen. Dann wird es Winter und es wird klar, dass auch der Herbst des weisen Morrie zu Ende gegangen ist.
Der Film ist stimmungsvoll, aber niemals kitschig. Dafür sorgen die absolut überzeugenden Schauspieler, die sehr natürlich wirken.
Ein ganz besonderer Film über das Leben und die Liebe.