Es ist im Grunde fast nicht möglich, passende Worte zu finden, um nahezubringen, was für ein wunderschönes Buch Dienstags bei Morrie ist. So schlicht wie schon der Buchtitel, so ergreifend, so unglaublich präsent ist dieses Werk geschrieben, welches eine tatsächliche Geschichte erzählt.
Es berichtet von Morrie Schwartz und seinem ehemaligen Studenten Mitch Albom. Durch einen Zufall finden sich die Beiden nach vielen Jahren wieder, leider, durch einen traurigen Anlaß. Morrie ist todkrank und hat seinen letzten Weg vor sich. Wer nun glaubt, ein Buch vorzufinden, dass mächtig auf die Tränendrüse drückt, oder mit geschwollenen Worten den moralischen Zeigefinger erhebt weit gefehlt. Wer Zeilen voller Pathos erwartet und gestelzte Worthülsen, die einem das Leben erklären, nein, nicht mal im Ansatz.
Dienstags bei Morrie erzählt mit ganz einfachen und klaren Worten über das Dasein des Lebens.
Die Unterhaltungen zwischen Morrie und Mitch sind intensiv, aber entspannt, teilweise sogar humorvoll, sie sind geprägt von dem Wissen, dass Morrie bald sterben wird. Mitch erlebt zu seinem größten Erstaunen, dass Morrie sein Sterben erlebt und nicht nur erträgt und dass er in der unglaublichen Lage ist, dem Ganzen noch etwas Positives abzugewinnen. Mitch erkennt sehr rasch, das wirklich Wichtige im Leben und das er bisher in seinem Leben überhaupt nicht danach gelebt hat.
Auch ich als Leserin hatte permanent das Bedürfnis, heftig zu nicken, bei all'den simplen Dingen, die Morrie erklärt, Dinge, von denen wir im Grunde alle wissen, dass sie das Wichtigste im Leben sind. Und trotzdem lassen wir uns immer wieder vom Alltag einwickeln und verbringen unsere Zeit mit überflüssigen Gefühlen, Gedanken und Aktivitäten.
Wenn jetzt der eine oder andere denkt O Gott, nein, nicht schon wieder so ein Lebensweisheiten-Buch ja es ist eines, aber eines, der ganz besonderen Art. Es ist unfassbar herzlich, warm, liebevoll und berührend geschrieben, ohne jedoch den Leser mit Gefühlen an die Wand zu fahren. Es nimmt einen an die Hand , es führt einen ganz sachte und langsam an das Ende von Morrie heran. An das Ende eines Buches, welches ich gewiss nicht zum letzten Mal gelesen habe.
Wunderschön, bewegend, mitreißend, lehrend, liebevoll unglaublich.
Lesen alles andere wäre ein Verlust!
PS: Hier ist ein Bild von Morrie und Mitch zu finden: http://www.randomhouse.com/boldtype/1097/albom/jpgs/albom.photo.jpg