Aus der Amazon.de-Redaktion
Jedes Datum ist einmalig. Der 11. September 2001 indes ist mehr als ein einmaliges Datum. Dieser Tag hat sich eingebrannt in die Seele (nicht nur) der Vereinigten Staaten von Amerika wie wohl kein Datum zuvor. Dieser 11. September wird -- wie Susan Sontag in ihrem Beitrag zu diesem lesenswerten Sammelband vermutet -- in die Geschichte eingehen als "Tag der Niedertracht".
Unmittelbar nach den zuvor von niemandem für möglich gehaltenen konzertierten Terroranschlägen auf New York und Washington haben viele, nicht nur Intellektuelle gegen ihr Entsetzen angeredet und angeschrieben in dem Versuch, sich das, was sich nicht verstehen lässt, irgendwie zu erklären oder Schlüsse daraus zu ziehen auf das, was uns nun erwartet. Zahlreiche dieser lesenswerten Texte hat der Rowohlt Verlag hier versammelt. Einige davon sind zuvor bereits in verschiedenen deutschen und internationalen Zeitungen erschienen, um die anderen hat der Verlag die Autoren gebeten.
Neben den Essays von Paul Auster, Louis Begley, Ralph Giordano, Hans-Joachim Schädlich, Wolfgang Schmidbauer, Susan Sontag, John Updike und Ulrich Wickert -- um nur einige zu nennen -- findet sich auch der bemerkenswerte Beitrag einer 15-jährigen Schülerin, die davon berichtet, wie sie den Tag -- nach dem, wie es in der editorischen Notiz am Ende des Buches heißt, "die westliche Welt nicht mehr dieselbe ist wie zuvor" -- in der Schule erlebt hat (zum Beispiel eine Französischstunde, in der die Klasse angehalten war, sich auf Französisch über den Terror zu unterhalten, was bewirkte, dass das Grauen ein paar Blocks weiter einem erschien, als sei es ganz weit weg) und was sie fühlte in den Tagen danach. "Das alles", so schreibt sie, "wird nicht in einer Woche vorüber sein, nicht in einem Monat oder einem Jahr. Die Verletzung bleibt." --Andreas Vierecke
Kurzbeschreibung
Alle Beiträge, die dieses Buch versammelt, wurden in den ersten zweieinhalb Wochen nach dem 11. September geschrieben. Sie sind unter dem unmittelbaren Eindruck der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington entstanden und verbinden sehr persönliche Berichte mit dem Bemühen, das Unbegreifliche zu verstehen. Gemeinsam dokumentieren sie die erste Reaktion auf ein Geschehen, nach dem die westliche Welt nicht mehr dieselbe ist wie zuvor. Einige der Texte wurden bereits in internationalen Zeitungen und Zeitschriften publiziert, andere wurden für das Buch überarbeitet oder als ausführlichere Version für das Buch zur Verfügung gestellt. Mit Beiträgen von Paul Auster, Toni Morrison, Irene Dische, Susan Sontag, John Updike, Ulrich Wickert, Peter Schneider und vielen mehr.