Mit der "zerbrochenen Uhr" setzt Petra Oelker ihre hervorragende historische Krimireihe um die Komöiantin Rosina und die Kaufmannsfamilie Herrmanns fort. Held der Geschichte ist diesmal, neben Rosina, Claes Herrmanns und Weddemeister Wagner, Claes' zwölfjähriger Sohn Niklas.
Ein Lehrer wird am Johanneum, Niklas' Schule, erstochen. Niklas findet ihn. Da er zur Tatzeit nicht in der Schule hätte sein sollen, kann er es aber niemand erzählen, wenn der Verdacht nicht auf ihn selbst fallen soll. Was auf den ersten Blick wie ein schlechter Schülerstreich ob der Unbeliebtheit des Opfers aussieht, entpuppt sich als ein Fall, der immer verworrener wird, je mehr man über die zweifelhafte Persönlichkeit des Opfers erfährt.
Petra Oelker macht mit uns wieder einen spannenden Ausflug in die Hamburger Geschichte mit vielen historischen Persönlichkeiten wie dem Kantor Carl Philipp Emmanuel Bach, Dr. Struensee oder dem Dramaturgen und Kritiker Gotthold Ephraïm Lessing. Die Autorin hat gut recherchiert und schreibt in einem sehr angenehmen und flüssigen Stil. Die Örtlichkeiten sind sehr anschaulich geschildert; man glaubt, tatsächlich die Räume des Johanneums zu durchstreifen oder die aufgeregte Atmosphäre in Jensens Kaffeehaus zu spüren. Die Personen der Handlung, ob historisch oder erfunden, sind lebendig, menschlich und psychologisch schlüssig.
Eine Empfehlung für alle, die die historischen Krimis der Autorin kennen- und schätzengelernt haben. Für Leser, die Rosina, Claes Herrmanns und das Hamburg des 18 Jhdts. noch nicht kennen, ist dieses Buch ein schöner Einstieg, der sicherlich Lust auf die anderen Bücher der Reihe macht ("Tod am Zollhaus", "Die ungehorsame Tochter" usw.).