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Wissen ist Macht. Nie war es offensichtlicher als heute, denn die Zugriffs- und Akkumulierungsmöglichkeiten von Wissen sind durch die vernetzten Kommunikations- und Speichermöglichkeiten im Prinzip für jeden frei verfügbar. Doch diese Freiheit des Wissens ist keine unveränderliche Tatsache -- die Verteilungskämpfe haben bereits begonnen. Mit
Die wunderbare Wissensvermehrung. Wie Open Innovation unsere Welt revolutioniert liegt nun eine Sammlung an Beiträgen verschiedener Autoren vor: Entstehung, Zustand und Zukunft und die Vision einer Freien Wissensgesellschaft in der Innovation nicht gesteuert wird, sondern Teil des Wissens ist.
Die Beiträge sind thematisch in vier Teile geordnet: nach dem Editorial geht es los mit dem Themenbereich "Austausch, Kollaboration und Innovation" -- Wissensökonomie und offene Innovationsstrategien. Es folgen eine "Offene Netzarchitektur als grundlegender Innovationsfaktor", "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Innovation" und die "Gesellschaftlichen Innovationsparadigmen".
Mit den Beiträgen aus Die wunderbare Wissensvermehrung. Wie Open Innovation unsere Welt revolutioniert liefern die Autoren Hintergrundmaterial für den mündigen Bürger der Wissensgesellschaft -- Gedanken und Fakten für die (Wissens-) Welt in der wir leben (wollen). --Wolfgang Treß
Kurzbeschreibung
Information und Wissen sind die Grundbausteine der Produktion in der Wissensgesellschaft. Die Art und Weise, wie diese Elemente koordiniert und organisiert werden, gerät zur Kernfrage der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Diese wiederum lebt von Innovationen, dem Heiligen Gral der Wettbewerbs- und Strukturpolitik. Von elementarer Bedeutung wird es unter diesen Voraussetzungen, Wissen mit anderen zu teilen. Statt Wissen wie im klassischen Innovationsparadigma künstlich durch Besitzansprüche zu verknappen, wird der allgemeine Nutzen daraus größer, wenn es so umfassend wie möglich in den öffentlichen Raum, also in die "public domain" beziehungsweise die Wissensallmende wandert und allen frei zur Verfügung steht. Wissen verbraucht sich nicht im Gebrauch. Daher trifft die alte Allmende-Kritik, dass öffentliche Güter durch intensive (Über-)Nutzung zerstört werden, für dieses Gut nicht zu. Wissen, so oft es auch schon für Innovationen genutzt sein mag, kann in anderen Konstellationen erneut innovative Kraft entfalten. Kooperation und Wissensteilung funktionieren aber nur, wenn jedem Einzelnen Anreize und Belohnungen gegeben werden, sich in die gemeinschaftliche Wissensproduktion und Produktentwicklung einzubringen. Ganz ohne Schutz des Wissens geht es daher nicht. Offene Lizenzmodelle wie die Gnu Public License können hier den Weg zur Sicherung der kollektiven Innovationskraft weisen. Die Technik für die Wissensallmende ist in Form der offenen Netzarchitektur des Internet und der zahlreichen darauf basierenden Folgeinnovationen wie dem World Wide Web, dem Grid oder Peer-2-Peer jedenfalls bereits größtenteils vorhanden und etabliert. Es gilt ihre Vorteile nun ernsthaft zu nutzen und auf neue, für die Allgemeinheit, den Bürger, den Politiker und den Unternehmer fruchtbare Anwendungsmodelle zu übertragen.
Ideen für den Band lieferte der Kongress "Open Innovation - Auf der Suche nach neuen Leitbildern", den die Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit TU und HU Berlin im September 2004 in Berlin veranstaltete.