Ruth Schuhmann nimmt uns mit auf eine Reise von hoch oben im Gebirge bis hinunter ans Meer. Dabei treffen wir auf Elfen aus aller Welt, vor allem aber aus dem deutschsprachigen Raum. Und von denen gibt es eine ganze Menge. Manche sind von strahlender Schönheit, andere erscheinen als runzelige Männlein und so mancher spielt den Menschen gerne mal einen boshaften Streich. Aber abgrundtief böse Wesen sind die wenigsten. Die Spuren, denen dieses Buch folgt, führen bis ins tiefste Mittelalter. Zahlreiche Sagen, z.T. ziemlich unbekannte, werden neu erzählt. So werden uns die Elfen vorgestellt, wie sie lebten und wirkten - bis der Klang der Kirchenglocken sie vertrieb.
Damit endet das Buch aber noch lange nicht. Die Autorin schlägt einen Bogen in die Gegenwart und zeigt, wo uns die Elfen heutzutage begegnen, ob in der Literatur wie Bei ‚Herr der Ringe', in Filmen wie ‚Der dunkle Kristall', bei zahlreichen Spielen, im Tourismus oder im eigenen Garten. Auch ganz moderne Elfen, wie die Dingbelles stellen sich vor. Daneben werden Strömungen wie Esoterik oder Wicca angesprochen und auch das Internet fehlt nicht. Eigentlich kaum zu glauben, daß das alles auf 144 Seiten passen soll. Noch dazu, wenn man bedenkt, daß dazu obendrein noch viele schöne und mit großer Liebe und Sorgfalt ausgewählte Bilder kommen.
Und jetzt kommt's: Das ist immer noch nicht alles, was das Buch zu bieten hat. In farbigen Kästen wird noch zusätzliches Material eingestreut. Über Elfen in der Musik wird erzählt, von den Rauhnächten berichtet, eine kleine Kräuterkunde ist dabei, sogar eine Abhandlung über Umgangsformen, die man kennen sollte, wenn man einmal einer Elfe begegnet. Die Brüder Grimm kommen zu Wort, die Romantiker, die Viktorianer; sogar der Feenkult Frankreichs fehlt nicht.
Das alles wird in amüsantem Plauderton erzählt, der keine Langeweile aufkommen läßt. Bei der Lektüre habe ich viel gelernt - Elfen wie z.B. die Hötkenbötken oder die Topiche waren mir bislang völlig unbekannt - und mich obendrein noch gut unterhalten. Ich hab es zweimal gelesen, einmal den Text und einmal die Kästen, denn letztere stehen leider manchmal mitten zwischen dem Text. Und beim dritten Mal werde ich wohl vor allem die schönen Bilder betrachten.