Umarmungen und Zärtlichkeit lernt Tom bei seinen Eltern nicht kennen, nur seine große Schwester Diane zeigt ihm, wie gern sie ihn hat. Doch die ist weit weg in London und kann nicht verhindern, dass er mit 8 Jahren in ein Internat geschickt wird. Dort wird es, so wie erwartet, schlimmer für Tom. Gehänselt und gedemütigt fällt ihm dieses Leben schwer. Überaus glücklich ist er dann auch, als es Diane endlich gelingt, ihn zu sich nach Hollywood zu holen, wo sie gerade dabei ist, sich einen Namen als talentierte Schauspielerin zu machen.
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In Zeitsprüngen erzählt uns Evans die Geschichte des kleinen Tommy, der verzweifelt versucht, das Glück in seinem Leben festzuhalten und des großen Toms, der nach einer gescheiterten Ehe dem Alkohol erlegen darum kämpft, wieder glücklich sein zu dürfen. Es fällt nicht schwer, diesen beiden Erzählsträngen zu folgen, denn der Roman ist flüssig und leicht zu lesen. Das Auf und Ab in Toms Leben ist einfach nachzuvollziehen und genüsslich bei einer Tasse heißen Tees in der Couchecke wegzuschlürfen. Gedanken und Gefühle werden beim Lesen nicht weiter berührt und das ist auch der große Fehler dieses Buches.
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Es fehlt ihm jegliche Tiefe. Charaktere sind zu oberflächlich und klischeehaft ausgearbeitet, schlimme, dramatische Ereignisse nur angerissen und in schöne Worte gepackt. Sicherlich könnte man hinter die Fassade schauen und dort Missstände und Ungerechtigkeiten erkennen, aber der Autor hält sich mit Kritik an seinen Protagonisten sehr zurück. Alle Helden sind auch gut und die Bösen erfüllen ihren Part ebenfalls. Obwohl Evans viele Probleme unseres Lebens aufgreift, wie Alkoholismus, häusliche Gewalt, Mobbing und auch nicht vor dem Kriegseinsatz im Irak zurückschreckt, werden diese Dinge doch so geschildert, dass sie unsere Protagonisten in einem nicht gar zu schlechtem Licht dastehen lassen. Wo doch ein Problem auftaucht, wird es weggelogen. Diese Lügen bleiben zumeist ohne Folgen, geschehen sie doch im Sinne der Harmonie und für einen lieben Menschen.
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Da ich der Auffassung bin, dass man für seine Taten auch die Verantwortung zu tragen hat, war die Lektüre dieses Romans am Ende dann doch nicht mit einem heißen Tee genüsslich in der Couchecke sitzend zu genießen, sondern kratzte an meinem Gerechtigkeitssinn und brachte mich zunehmend gegen die Protagonisten auf. Meine Aufregung über das völlig misslungene Ende der Geschichte fiel dann schon verhältnismäßig gering aus.
"Der Pferdeflüsterer" hat mich noch begeistert, "Die wir am meisten lieben" nur noch geärgert.