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Die wilden Götter: Sagenhaftes aus dem hohen Norden
 
 
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Die wilden Götter: Sagenhaftes aus dem hohen Norden [Gebundene Ausgabe]

Tor Age Bringsvaerd , Johannes Grützke , Tanaquil Enzensberger , Hans Magnus Enzensberger
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In den Namen unserer Wochentage begegnen sie uns noch, die alten nordischen Götter: Thor im Donnerstag, Freia im Freitag, Tyr im Dienstag. Dass all das, was sie so trieben, in irgendwelchen Werken namens Edda steht, dürfte zumindest den versierteren Kreuzworträtsel-Lösern noch bekannt sein. Wie sich diese Geschichten aber tatsächlich anhören, erzählt uns der norwegische Autor Tor Åge Bringsværd in seinem Buch Die wilden Götter. Dabei verlässt er die Versform seiner Vorlagen und entwickelt aus den zyklischen Einzelerzählungen -- ganz in der Tradition isländischer Dichtung -- seine eigene Prosaversion einer fortlaufenden nordischen Göttergeschichte.

In leichtem, bisweilen fast flapsigem Tonfall zieht uns der gelernte Religionswissenschaftler immer weiter in den Bann seiner Gestalten. Wir begleiten den grüblerischen Göttervater Odin auf seinem Weg gegen eigenes Unwissen, bei hoffnungslosen Bändigungsversuchen seiner unberechenbaren Familienschar und in den Kampf gegen die bedrohlichen Trolle. Wir begegnen seinem kriegerischen Sohn Thor beim Hammerschwingen und in Frauenkleidern, verfolgen atemlos die zahlreichen Abenteuer des schalkhaften, aber auch tückischen Loki und die Ränke der verführerischen Freia. Wir sind zu Gast bei furchtbaren Riesen, bei sehr kunstfertigen, aber gierigen Zwergen und werden mit entsetzlichen Ungeheuern konfrontiert.

Aus dieser Mischung ergibt sich eine unterhaltsame, bisweilen komische, immer jedoch spannende Lektüre, die von allem ideologischen Ballast der jüngeren Vergangenheit befreit ist. Ein kommentiertes Namensregister im Anhang hilft beim Hangeln durch den -- in jeder Mythologie sehr dichten -- Namensdschungel, ein kluges Nachwort der Übersetzerin umreißt die Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte dieser wilden Göttersaga. Die aufwändig hergestellte, von Johannes Grützke behutsam illustrierte Ausgabe im Rahmen der Anderen Bibliothek vervollständigt letztendlich den Eindruck eines rundum schönen Buches. --Burkhard Steinmüller -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 15.11.2001
Die Nacherzählung der Göttermythen aus der "Edda" des norwegischen Schriftstellers Tor Age Bringsvaerd geht in zweifacher Hinsicht über das Original hinaus, so Hermann Wallmann: Zum einen schreibe der Autor keine Nachdichtung, sondern lege eine "prosaische Version" vor, zum anderen gehe er mit dem Epos frei um, womit er sich von philologischer Genauigkeit löse. Der Rezensent bedauert, dass einige frühere Romane von Bringsvaerd vergriffen bzw. aufgrund des Desinteresses der Verlage gar nicht erst auf deutsch erschienen sind. Er lobt den Anspruch des Autors auf "Destabilisationsliteratur", die in den früheren Romanen ganz deutlich zu Tage trete. Das Nachwort verweist, so Wallmann, auf die Rezeptionsgeschichte der norwegischen Göttermythen, die wie die Herausgeberin Tanaquil Enzensberger schreibt, von Wagner umgedeutet wurden und auch von neofaschistischen Strömungen instrumentalisiert wurden. In seiner positiven Besprechung des Buches verweist Wallmann beharrlich auf eine "postmoderne Paraphrase" der nordischen Schöpfungsepen: Auf H.C. Artmanns 1982 erschienenes Buch "Die Sonne war ein grünes Ei, Von der Erschaffung der Welt und ihren Dingen".

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 18.12.2001
Wolfgang Müllers Rezension hat eine Vorgeschichte: der Island-Experte der taz ersteigerte bei einem Berliner Antiquar ein vergilbtes Exemplar der ersten deutschen "Edda"-Übersetzung aus dem Isländischen, die von einem gewissen Jacob Schimmelmann stammte und ein "abstrus-wirres Machwerk" war, weil er u.a. das gute Stück von dem Vorwurf der Unchristlichkeit befreien musste. Müller berichtet auch von den nachfolgenden Übersetzungen, die mal mehr und mal weniger das Germanentum in den Vordergrund stellten. Von der Vereinnahmung durch die Nazis habe sich das Werk bis heute nicht erholt, stellt Müller fest, weshalb er die Neuerzählung des altisländischen Mythenstoffes besonders begrüßt, die den eigentlichen Anlass zu diesem Artikel gibt: frisch, lebendig, klar verflechte der norwegische Autor Bringsvaerd die komplizierten Erzählstränge der "Edda" mit ihren aberwitzigen Metamorphosen. "Die wilden Götter" haben ab jetzt einen Ehrenplatz in seinem Regal, gleich neben der vergilbten "Edda" von Schimmelmann.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2002
"Ein Fest für die Andere Bibliothek und für ihre Leser" bejubelt Heinrich Detering dieses Buch samt der "kongenialen Illustrationen und Initialen", mit denen es Johannes Grützke ausgestattet hat. Der norwegische Schriftsteller vollbringe das Kunststück, "auf zweihundertfünfzig Seiten die gesamte altnordische Mythologie zu erzählen, frei von Nebelschwere und Waberlohe als einen anmutigen und leichtfüßigen, am Ende ergreifenden Roman" vom Aufstieg und Fall der Götter und ihrer Welt. Auf die Übermacht des Stoffes und die nicht nur in Deutschland "heikle Rezeptionsgeschichte" antworte Bringsvaerd mit einem lapidaren Tonfall, der das Pathos "auf Abstand" halte. Grundiert fand der Rezensent den Ton dieses "großen Epos im kleinen Format" von einer gedämpften Ironie, die etwas salopp, manchmal respekt- aber nie taktlos sei. Hingerissen bereitet der Rezensent den Stoff des Epos, in dem Gott als zweifelnder Theologe und die Menschen als quälgeisternde Trolle und Götter in einem erscheinen, vor seinen Leser aus: voller Verständnis, dass schon die "wikingischen Zuhörer außer sich waren vor Staunen und Vergnügen".

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-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Nehmen wir kein Blatt vor den Mund: Die deutsche Geschichte hat uns manches versaut. Zu ihren Opfern zählt auch eine der erstaunlichsten Götterwelten der Welt: die nordische Mythologie. Von Richard Wagner ebenso genial wie schwerfüßig auf die Opernbühne verschleppt, von Chauvinisten und Rassisten vereinnahmnt, von den Nazis bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, fristet sie bis heute ein Schattendasein in der rechten Ecke. Wie tölpelhaft das war und ist, zeigt der Norweger Tor ge Bringsvaerd mit seiner rasanten Nacherzählung, die auf genauer Quellenkenntnis beruht und mit allen herrschenden Klischees aufräumt. Was dabei zum Vorschein kommt, überrascht durch Originalität, Humor und Weisheit. Die Götter des nordischen Olymps sind schon dadurch einzigartig, daß sie weder unsterblich, noch allwissend, geschweige denn allmächtig sind. Odin erschafft eine Welt, die ihm rätselhaft erscheint. Sein Freund Loki ist ein intelligenter Trickser, der vor keinem Betrug zurückschreckt. Die Li ebesgöttin Freia kann allen helfen, nur sie selber leidet an chronischem Liebeskummer. Immerzu ist die Herrschaft der Asen durch ältere Mächte bedroht. Sie müssen sich ihrer Haut wehren, und sie geben nie auf. Ihre Geschichte kennt zahllose Abenteuer; ein Happy-End ist allerdings nicht vorgesehen. Eine so große europäische Tradition kampflos den Dumpfhirnen zu überlassen, grenzt an Verblendung.
Die zwölf Kapitel des Buches werden ergänzt durch Aufsätze der deutschen Bearbeiter und durch ein ausführliches Register aller handelnden Personen, das auch die isländischen Quellen Bringsvaerds nachweist.

Über den Autor

Tor Åge Bringsværd, geboren 1939 im norwegischen Skien, hat Religionswissenschaften und Ethnologie studiert und gehört zu den bekanntesten Schriftstellern seines Landes. Heute lebt er in Hølen auf der Ostseite des Oslofjords. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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