Der Wassertrinker ist eines der witzigsten Bücher, die ich je gelesen habe. Im Vergleich zu Irvings anderen Büchern ist dieses frühe Werk von einem "zwerchfellerschütternden" Humor. Einige seiner anderen Bücher sind unterschwelliger, melancholischer, ein wenig trauriger. Fans des "Hotel New Hampshire" wird es wundern zu hören, daß in diesem Werk nur eine Person stirbt. Natürlich gibt es auch in diesem Buch diese traurigen, scheinbar ausweglosen Situationen, die so verrückt sind, daß man sie niemandem wünschte und so traurig, daß man sich sofort mit dem Helden solidarisiert. Es werden verschiedene Geschichten aus dem Leben des Helden Fred "Bogus" Trumper, parallel erzählt und miteinander verwoben. Seine Ehe mit der Exskifahrerin und Krankenschwester Biggie liegt in seiner Vergangenheit. Die Beziehung zu seiner Freundin Tulpen die er nach seiner Trennung in New York kennenlernt wird dazu parallel erzählt. Somit wartet man beim lesen auf den Ausgang von zwei Geschichten. - Eigentlich drei - Ein weiterer Handlungsstrang ist die Disertation des Helden über eine altniedernordische Sage, die beginnt im Unterbewußtsein Trumpers ein überaus witziges Eigenleben zu führen. Außerdem gibt es da noch einige interessante Nebenstränge, zum Beispiel die Geschichte des Zuckerkranken Merril Overturf, der irgendwo in Wien verlorengeht und damit ein Suche Trumpers auslöst, nicht nur nach Merril, auch nach sich selbst. Dieses Buch ist ein Männerbuch - klar - jeder findet sich in dem scheinbar Beziehungsunfähigen, immer wieder vor Verantwortung Flüchtenden Bogus Trumper wieder. Es ist aber auch nicht weniger ein Buch für Frauen, da Irving mit Hilfe von haarsträubenden Geschichtchen in die Denkweise des Wesens Mann einführt. Jeder sollte dieses Buch lesen.