Zunächst war ich skeptisch, was den "Frage-Antwort"-Stil angeht. Aber ich muss zugeben, dass die dadurch eingebrachte Struktur und Übersichtlichkeit enorm profitiert. Es handeln sich dabei außerdem tatsächlich um Fragen, die man an einen Investmentberater stellen würde (vorrausgesetzt man kommt alleine auf 222 Fragen). Zudem bohrt Wachtendorf bei sich selbst ziemlich beharrlich nach. Oft habe ich die Antwort auf eine (natürlich von ihm selbst an sich gestellte) Frage gelesen und nach Beantwortung der Gleichen gedacht: "Das ist aber schwammig und allgemein", aber noch bevor ich den Gedanken zuende gebracht habe, lese ich die nächste Frage: "Das ist aber unkonkret. Was bedeudet das denn nun explizit für mich?".
In der Tat ist es so, dass Wachtendorf oft genau die Fragen als nächstes aufgreift, die man selbst an diesem Punkt stellen würde.
Neben dem Frage-Antwortstil überzeugt auch der Inhalt. Chancen und Risiken werden gegeneinander abgewogen, Investitionsformen erläutert, Marktentwicklungen der letzten Jahre beispielhaft aufgezeigt und wertvolle Tipps im Umgang mit Fonds bleiben natürlich nicht unerwähnt.
Es wäre sicherlich übertrieben zu behaupten, man ist nach der Lektüre ein Anlageprofi, aber das ist auch nicht der Anspruch des Buches (das kann man wohl auch von keinem anderen Ratgeber erwarten). Jedoch nimmt einem das Buch die Angst im Umgang mit Fonds auf dem scheinbar undurchschaubaren Markt. Man wird sicherer, da man Zusammenhänge erkennt, man begreift chancen und schätzt Risiken besser ein, die vorher unklar waren. Und davon profitiert das eigene Depot ungemein.