"White Feather" steht ganz unverhohlen in der Nachfolge von "Broken Arrow" (1950); bei dem älteren Film führte Delmer Daves Regie, diesmal arbeitete er am Drehbuch mit. Wieder handelt es sich um einen Indianerwestern mit pazifistischer Tendenz; wieder steht im Mittelpunkt ein Weißer, der das Vertrauen der Indianer gewinnt und mit Erfolg zwischen den Parteien vermittelt; wieder gewinnt der Held die Liebe der Häuptlingstochter - und wieder wird diese von der lieblichen Debra Paget dargestellt. Die politische Haltung des Films ist abermals als wohlmeinend, aber naiv zu bezeichnen - das weitere Schicksal der Cheyenne nach ihrem Abzug in die Reservation wird wohlweislich ausgespart, und der Film endet mit der Utopie einer Versöhnung der Völker, symbolisiert durch die Verbindung des weißen Helden mit der Indianerprinzessin, die diesmal überleben darf. - Dennoch ist "White Feather" kein bloßer Abklatsch von "Broken Arrow" und, aufs Ganze gesehen, kein schlechterer Film. Seine Seele liegt in der Freundschaft des Helden Josh Tanner mit Little Dog, dem Sohn des Häuptlings der Cheyenne - und diese Beziehung ist viel interessanter als die zwischen Tom Jeffords und Cochise in "Broken Arrow" (die sich ständig in ihrer Rechtschaffenheit und Toleranz sonnen). Little Dog stirbt lieber, als seine Lebensweise als Krieger aufzugeben, und Tanners Trauer um den Freund schließt die Trauer um das Ende der indianischen Freiheit ein. Zudem gelingt es Regisseur Robert D. Webb auf überaus geschickte Weise, dem grundsätzlichen Dilemma eines pazifistischen Westerns zu entkommen (das Bosley Crowther - in einer Kritik zu "The Big Country" - in die Worte gefasst hat: "Peace is a pious concept, but fightin' is more excitin'") und dem Publikum, obwohl der Held nicht einen Schuss abgibt, einen weitgehend spannenden Film mit dramatischem Showdown zu bieten.
Die Darsteller sind durchweg hervorragend. Robert Wagner besitzt genug männliche Festigkeit, um den beinahe allzu vollkommenen Helden nicht übermäßig engelhaft erscheinen zu lassen, und Jeffrey Hunter (dem Westernfan bestens aus "The Searchers" bekannt) spielt den stolzen Häuptlingssohn überaus dynamisch. Ebenfalls sehr überzeugend John Lund als besonnener Colonel, Eduard Franz als Häuptling Broken Hand, sowie Hugh O'Brian als indianischer Rivale des Helden und Virginia Leith als selbstlose Freundin. Bild- und Tonqualität sind tadellos; und wer etwas softere Western mag, ist mit dieser DVD bestens bedient.