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Die weiße Rose
 
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Die weiße Rose [Taschenbuch]

B. Traven , Edgar Päßler
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 233 Seiten
  • Verlag: Diogenes (1983)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257211023
  • ISBN-13: 978-3257211023
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 428.297 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Der literarische Stellenwert seiner Werke ist unbestritten; Travens Romane erzählen lakonisch und ohne moralische Anklage von Ausbeutung und Gewalt in der kapitalistischen Welt." (Kindlers Neues Literatur Lexikon)

Kurzbeschreibung

"Die Weiße Rose ist der klangvolle Name einer Indianerfarm in Mexiko. Rings um sie herum wird nach Öl gebohrt, was aber die friedlichen patriarchalen Zustände auf der Farm bisher wenig beeinträchtigte. Dies ändert sich, als ihr Besitzer ermordet wird und sich Chaney C. Collins, Präsident der Condor Oil Company, die Farm wider das geltende Recht aneignet.
Travens Schilderung ist keine verbitterte Anklage, sondern schlicht realistisch. Der literarische Stellenwert seiner Werke ist unbestritten, lakonisch und ohne moralische Anklage erzählt er von Ausbeutung und Gewalt in der kapitalistischen Welt. Beeindruckend ist seine Zeichnung der Hauptfigur Collins, das ganze puritanische Bewußtsein von der Gottgefälligkeit seines Tuns in den kräftigen Kinnbacken. Es stimmt alles. So sind Geschäfte, so können Geschäfte sein, und so soll man sie anprangern." (Kurt Tucholsky)"Der literarische Stellenwert seiner Werke ist unbestritten; Travens Romane erzählen lakonisch und ohne moralische Anklage von Ausbeutung und Gewalt in der kapitalistischen Welt." (Kindlers Neues Literatur Lexikon)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Obwohl die Handlung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielt und dieser Roman auch in dieser Zeit verfaßt ist wurde, ist er in seiner moralischen und politischen Aussage hochaktuell. Nicht übermäßig polemisierend, sondern vielmehr aus systematischen und logischen Gegebenheiten heraus extrapolierend, beschreibt dieser Roman, wie eine idyllische, mexikanische Hacienda mit Namen "Rosa Blanca" (=Die Weiße Rose), die von Indianern bewirtschaftet wird, zum Opfer einer fiktiven Erdöl-Kompanie wird, die darunter große Ölreserven vermutet. Jacinto, der Eigentümer der Hacienda, will diese auch für viel Geld nicht an die Ölgesellschaft verkaufen, da er aus Verantwortung für die Nachfahren der jetzt auf der Hacienda Lebenden vor diesen Schritt zurückschreckt, trotz Bestechungsversuchen und vollmundigen Versprechungen. Denn: Was würden spätere Generationen dazu sagen, wenn er dieses schöne Land heute für Geld zerstören ließe? Manche Dinge sind eben für ihn unersetzlich.

In dem Roman wird im Kontrast dazu auch der Werdegang des Präsidenten Collins der Condor-Erdöl-Kompanie gezeichnet, der die Hacienda "Rosa Blanca" um jeden Preis für seine Firma erwerben will. Collins wird dabei nicht als von Natur aus schlechter Mensch dargestellt, sondern als konsequentes Produkt des Systems und der weltwirtschaftlichen Notwendigkeit. Er ist deshalb Präsident seines Riesenkonzerns, weil eben nur jemand wie er Präsident eines solchen Konzerns werden kann. Aber ob die von ihm empfundene Notwendigkeit, einer um immer mehr Geschwindigkeit bemühten und immer oberflächlicher und gefühlloser werdenden Weltgesellschaft für ihre Raserei immer neue Energie zur Verfügung zu stellen, wirklich für die Menschheit wichtiger sein sollte als die Idylle der "Rosa Blanca", diese Frage müssen wir alle für uns selbst beantworten. Denn im Grunde erfüllt die Öl-Kompanie nur unsere Bedürfnisse und Präsident Collins handelt nur in unserem Interesse, wenn er alle Mittel anwendet, um die "Rosa Blanca" schließlich doch zu erwerben. Denn wo wären auch wir ohne immer mehr Energie? Jacinto wird dabei zum scheinbar notwendigen Opfer einer neuen Weltordnung, in der, so der Schlußsatz des Buches, der Mensch kaum noch zählt, denn wichtig allein ist darin nur das Öl, die Energie, die Kraft die unsere Gesellschaft zusammenhält und antreibt und uns darüber vergessen läßt, daß uns die wirklichen Werte des Lebens, jene, die das Leben auf der "Rosa Blanca" verkörperte, längst verlorengegangen sind.

Ein äußerst empfehlenswertes Buch also, und jedem, der mehr über B. Traven („Der Schatz der Sierra Madre“, „Die Baumwollpflücker“, „Das Totenschiff“) erfahren möchte, sei die umfassende Biographie von Karl S. Guthke empfohlen.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
INHALT: "La rosa blanca", die Weiße Rose, ist eine Hazienda im Mexiko der 1920er, auf der die Besitzer und Arbeiterfamilien seit Generationen in großer Eintracht und Idylle leben. Das Leben als Selbstversorger ist einfach, aber glücklich. Doch dann wird auf dem Gebiet Öl entdeckt und eine große amerikanische Ölfirma setzt alles in Bewegung, um das Land zu erwerben, was schließlich mit kriminellen Mitteln und sogar einem Mord auch gelingt. Die Plantagen werden umgegraben, und die Arbeiter finden als Angestellte der Ölfirma ein neues Auskommen.

AUTOR: Das Buch ist ein Klassiker aus dem Jahr 1929 von B.Traven, dem Pseudonym eines recht geheimnisvollen deutschen Autors, der selbst lange in Mexiko gelebt hat und eine Reihe sozialkritischer Romane schrieb, darunter das bekannte "Totenschiff" und "Der Schatz der Sierra Madre".

KRITIK: Der Stil ist sauber, das Deutsch so gewählt und schön, wie es leider heute nur noch selten zu finden ist. Traven hat die Charakterprofile sehr fein ausgearbeitet und geht tief auf die Psychologie der Beteiligten ein. Er setzt besonders die Liebenswürdigkeit, aber auch Naivität der einfachen Bauern in Kontrast zur Bigotterie und Rücksichtslosigkeit des Öl-Vorstands.

Der Roman ist allein von daher lesenswert. Richtig interessant wird er durch seine grundlegende Kritik am Kapitalismus und der Globalisierung: Der Verlust des Besitzes und damit der Unabhängigkeit. Auf den ersten Blick scheint sich die Situation am Ende für alle Beteiligten zumindest finanziell verbessert zu haben: der Eigentümerfamilie geht es zwar schlechter, doch die Ölfirma verdient nun gut mit dem Öl, und die Arbeiter haben höhere Einkommen und einen besseren Lebensstandard als je zuvor. Was die Arbeiter nicht realisieren, ist der Verlust des Landes als größter Bilanzposten ihrer Farm. Während ihre Familien über Generationen autark und frei von diesem Land gelebt haben und in ein sicheres Sozialgefüge eingebunden waren, sind sie nun abhängig vom Arbeitsangebot und den Löhnen der Ölgesellschaft - eine Situation, die sich jederzeit gegen sie wenden kann. Die Ölquellen sind nur eine Einnahmequelle für wenige Jahrzehnte, was danach kommt, ist ungewiss. Die Millionengewinne aus den Ölverkäufen werden - typisch für die Globalisierung - in das Ausland transferiert, eine lokale soziale Verpflichtung, wie sie die alte Eigentümerfamilie verspürte, ist nicht mehr existent. Sobald das Öl ausgebeutet ist, wird ein Stück abgeholzte Wüste übrig bleiben und eine schlimmere Armut herrschen als je zuvor.

Es ist geradezu ernüchternd, wie selbstverständlich Traven die Entwicklungen beschreibt, alle Teilnehmer verhalten sich erwartungsgemäß nach den Regeln unserer heutigen Welt, und das Drama nimmt konsequent seinen Lauf. Der Öl-Vorstand steht für das Denken vieler CEOs, die moralische und soziale Werte gegen Gewinnerwartungen relativieren, ansonsten wären sie nicht in ihrer Position. Das Schicksal der "Weißen Rose" kann mit dem der meisten indogenen Völker und ganzer Staaten verglichen werden. Viele heute hoch verschuldete Dritte Welt-Länder waren vor ihrem Ausverkauf für Jahrtausende sich selbst versorgende, stabile Naturparadiese. Ähnlich ist es mit der deutschen Infrastruktur, von den Bürgern erstelltes und bezahltes Volkseigentum, das derzeit zu Taschengeldpreisen an Heuschreckenfonds im Ausland verkauft wird. Zusätzlich zu den Gebühren müssen nun die Profite privater Investoren bezahlt (und erarbeitet) werden, die Kontrolle über grundlegende Dinge wie Trinkwasser, Heizen, Telekommunikation oder die Währung liegt nun im Ausland. Wer die Rechnung nicht zahlen kann, kriegt halt kein Wasser - so ist das Prinzip privater Investoren ohne soziale Verpflichtung. Traven hat die Idylle und Romantik auf der Hazienda sicherlich gezielt überzeichnet, doch dieser Klassiker ist in Zeiten des globalen Raubtierkapitalismus, Ausverkaufs und Ölkriege (leider) brandaktuell.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
In diesem Roman geht es um das Schicksal der Indianerfarm "die weisse Rose" im Mexiko der zwanziger Jahre. Dabei ist die Handlung in drei Teile gegliedert: Zunächst beschreibt Traven das idyllische, harmonische und naturverbundene Leben der Indianer auf der Farm und bedient dabei bewußt alle Klischees vom romantischen Indianerleben. Anschließend beschreibt er in allen Details das gegensätzliche Leben des Mr. Collins, Chef eines Öl-Konzerns, welcher an dem Land der weissen Rose interessiert ist. Traven entzieht hier dem Kapitalismus seine mystische Komplexität, in dem er das System auf seine einzelnen Akteure reduziert (Mr. Collins & Co.) und die Motivationen und Ursachen deren Verhaltens deutlich werden lässt. Abschließend kommt es zum logischen Konflikt zwischen Mr. Collins und den Indianern der weisse Rose...
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