Ich glaube, man darf die Erwartungen an einen Film einfach nicht zu hoch schrauben. Hier sollen in knapp zwei Stunden die Probleme von 5 Jahren aufgezeigt werden. Probleme, die oft durch alltägliche Widerwärtigkeiten das Leben schwer machen, die sich in einem Film kaum darstellen lassen.
Ich selbst lebe jedes Jahr einige Zeit in Kenya an der Grenze zu Uganda und weiß, mit welchen Schwierigkeiten man dort zu kämpfen hat. Es ist der zermürbende Kampf mit den Behörden, der innere Widerstand gegen kulturelle Gegebenheiten, den man immer mal wieder bekämpfen muss u.s.w. Das kann ein Film niemals so darstellen, wie ein Buch. Dann müßte er mindestens 3 Tage dauern, wenn nicht mehr.
Belohnen möchte ich die Leistung der Schauspieler. Sie haben es geschafft, uns ein Bild von den Menschen in Afrika und den dort lebenden Weißen zu geben. Die Figur Elisabeth soll da nicht unerwähnt bleiben. Sehr überzeugend dargestellt.
Als Nichtkenner des Landes würde ich den Film wohl gut finden, besonders auch wegen der schönen Landschaftsaufnahmen. Als Kenner muß ich sagen, daß es alles ein bißchen zu glatt war. Das könnte eine Frau ja beinahe ermutigen, es auch mal zu versuchen. Ich warne alle! Es ist weitaus schwieriger, als es in diesem Film zum Ausdruck kommt.
Ansatzweise ist herausgekommen, daß wir die verborgenen Gedanken dieser Menschen nie ergründen werden, aber leider eben nur ansatzweise. An den Schauspielern lag es sicher nicht. Vielleicht gab das Drehbuch nicht mehr her.
Ich liebe dieses Land und werde es immer lieben, aber es ist eine Herausforderung, dort als Euopäer zu leben. Und zwar jeden Tag aufs neue.