1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Keine leichte Kost, 26. Februar 2010
Auf spannende Unterhaltung wartet man in diesem Hörbuch umsonst - es kreist immer um zwei Gestalten, die einander so ähnlich sind oder mit der Zeit werden, dass man sie vertauscht nicht mehr auseinanderhalten kann. Das ganze plätschert so träge dahin, im Stil des orientalischen Lebensrhythmus.
Man kann sehr gut einschlafen bei diesem Hörbuch - was ja durchaus auch sein Gutes hat.ggggg
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3.0 von 5 Sternen
Kein historischer Roman im landläufigen Sinne, 1. Februar 2012
Wenn es ginge, würde ich zweieinhalb Sterne geben, denn mein Urteil fällt sehr zwiespältig aus. Es hängt stark davon ab, mit welcher Leseerwartung man an dieses Buch geht.
Wer einen historischen Roman im heutigen gängigen Format erwartet, wozu einen die ersten Seiten durchaus ermutigen, wird mit fortschreitendem Verlauf wahrscheinlich enttäuscht. Ort und Zeit des Geschehens lassen sich zwar schnell lokalisieren, aber spätestens nach einem Viertel des Umfangs kommt die Handlung arg ins Stocken, reduziert sich fast ganz auf die Innensicht einer symbioseartigen Master-Slave-Beziehung zwischen den zwei Hauptpersonen und erst gegen Ende kommt noch einmal ein wenig Bewegung in die Sache. Wer es bis dahin nicht durchhält und das Buch irgendwo zwischen Seite 50 und 150 beiseite legen will, sollte es vielleicht wirklich tun.
Weiterlesen lohnt sich möglicherweise nur noch für diejenigen mit einem abstrakteren, im weitesten Sinne philosophischen Interesse, denn es geht zunehmend um die Frage nach der Identität; Aspekte wie Doppelgänger, alter ego und Rollentausch treten in den Focus. Immer weniger weiß die Umwelt die beiden Protagonisten zu unterscheiden, möglicherweise wissen sie am Ende selbst nicht mehr, wer von beiden sie sind... Und wenn man sich dann noch der Deutung anzuschließen vermag, dass die Erzählung vielleicht eine Parabel über Islam und Christentum sein will: zwei Partner, die sich immer ähnlicher werden, je mehr sie voneinander wissen und miteinander teilen, dann könnte man das Ganze als einen Beitrag zu interkulturellen Dialog begrüßen und drei Sterne geben. Wenn aber nicht, dann hätte Pamuk schlechte Karten und nur zwei verdient...
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Warnung: Ganz anders als "Schnee", 11. Februar 2009
Nachdem ich von "Schnee" absolute begeistert war, griff ich auf gut Glück nach dem nächstbesten Buch, das ich von Orhan Pamuk fand. "Die weiße Festung" wurde für mich aber zur bitteren Enttäuschung. Erst schafft Pamuk eine durchaus interessante Ausgangslage: Ein osmanischer "Gelehrter" nimmt einen gefangenen Venezianer als Sklaven bei sich auf, um mit ihm Fragen der Wissenschaft etc. diskutieren zu können. Aber dann passiert kaum mehr etwas, das ganze Buch mäandert um die Frage der Identität, schleppt sich träge in Wiederholungsschleifen inhaltsleer dahin. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Orhan Pamuk durch Peinlichkeit bedrücken und so einen literarischen Effekt erzielen will, für mich wirkte die Peinlichkeit aber nur peinlich. Spätestens ab Seite 60 kämpfte ich mich widerwillig durchs Buch und bedauerte nach dem Fertiglesen, es nicht schon früher zur Seite gelegt zu haben.
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