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Die wahre Geschichte von Ned Kelly
 
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Die wahre Geschichte von Ned Kelly [Broschiert]

Peter Carey , Regina Rawlinson , Angela Schumitz
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 447 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (Dezember 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596160170
  • ISBN-13: 978-3596160174
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 296.594 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Carey
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

    "Oh Ned, you're better off dead
    You get no peace of mind.
    A track's a trail
    And they're hot on your tail
    Before they're gonna hang you high."

Dieser Refrain eines Songs von Trevor Lucas aus den 70er-Jahren ist noch heute in vielen Ohren, und er besingt einen der größten Volkshelden, die in Australien verehrt werden: Ned Kelly, der "Robin Hood des fünften Kontinents". Zahllose Mythen ranken sich um diesen Outlaw des 19. Jahrhunderts; über ihn sind unzählige Bücher geschrieben, reichlich Balladen gesungen und auch eine Handvoll Filme gedreht worden (u.a. 1970 mit Mick Jagger in der Hauptrolle).

Ned-Kelly-Biografien gibt es zuhauf; schon zahlreiche namhafte Schriftsteller (u.a. vom Autor von Schindlers Liste, Thomas Keneally) haben sich mit mehr oder minder großem Erfolg an dem Stoff versucht. Dem australischen Booker-Preisträger Peter Carey gelingt es, dem Leben des irischen Einwanderersohns eine gänzlich neue, hochspannende und zutiefst faszinierende Fassette abzugewinnen: Er lässt ihn selbst zu Wort kommen, in Form eines Lebensberichtes, den Ned Kelly kurz vor seinem Tod für seine kleine Tochter aufgezeichnet hat. In einer ganz eigenen ungebärdigen Sprache lässt Kelly sein Leben Revue passieren, von der harten Kindheit über seine ersten Konflikte mit dem Gesetz, seine unfreiwillige "Lehrzeit" bei einem finsteren Berufs-Outlaw und seine steile kriminelle Karriere (mit Pferdediebstählen, Banküberfällen, Polizistenmorden) bis hin zu dem legendären Scharmützel, bei dem er in einer selbst geschmiedeten eisernen Rüstung seiner in einen Hinterhalt gelockten Gang zur Seite stehen wollte und schließlich doch verhaftet und zum Tode verurteilt wurde.

Dass Ned Kelly trotz seiner kapitalen Verbrechen schon zu Lebzeiten ein Held wurde, liegt daran, dass er seine ganzen Energien gegen die mit Willkür und Brutalität herrschenden Kolonialherren richtete und dabei den Armen gegenüber stets großzügig war. So hat Carey es leicht, uns Ned Kelly als sympathischen Helden zu schildern, der diese kriminelle Laufbahn nie angestrebt hat, sondern nichts lieber wollte, als nach dem frühen Tod des Vaters seine Mutter und seine Geschwister mit seiner Hände Arbeit durchzubringen. Doch manchmal zwingen einem widrige Umstände ein Leben auf, das man nie gewollt hat -- und so haben wir hier die erschütternde, etwas melancholische, teils auch hochkomische Lebensbeichte eines Mannes vor uns, der weder Held noch Verbrecher sein wollte, es aber nie selber in der Hand hatte, über sein Leben zu entscheiden. Ein ungeheuer eindrucksvolles Buch. --Christoph Nettersheim -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 25.04.2002
Sacha Verna geht in ihrem langen Artikel über den australischen Schriftsteller nur relativ knapp auf den Roman ein, der aus der Sicht Ned Kellys das Leben dieses legendären Nationalhelden Australiens erzählt. Die Rezensentin vermutet, dass Carey für diesen Roman nur deshalb das zweite Mal den Booker Prize erhalten hat, weil es den Preisverleihern mehr um "Vergangenheitsbewältigung" als um die Würdigung des Buches gegangen sei. Zwar schätzt auch sie den Autor als Meister sowohl des "Post-Post-Modernismus" als auch des "klassischen Storytelling" und lobt die Werke Careys für ihr geschicktes Spiel mit den "Metaebenen". Doch ausgerechnet diesen Roman kritisiert sie in seinem Bemühen um "Einfachheit" für seinen "Holzhacker-Sound", der ihm bald auf die Nerven geht. Überhaupt erscheint Verna die Geschichte dieses australischen Robin Hood als eine ungute Mischung zwischen "Simplizissimus und Spaghetti-Western" und so beurteilt sie das Lob, das Carey von allen Seiten für dieses Buch eingeheimst hat, als schlichtweg "übertrieben".

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Die Zeit, 29.05.2002
Evelyn Finger schwärmt. Peter Carey habe die Geschichte von Ned Kelly, dem legendären und doch authentischen irischen Befreiungskämpfer, geradezu erzähltechnisch genial gemeistert. Carey gelinge die unpathetische Steigerung seiner Figur ins Mythische dadurch, dass allein die Zeitungsberichte des Erzählrahmens die überpersönliche, heroische Aura Ned Kellys heraufbeschwören. Der Rest sei aus der Sicht des gesetzlosen Iren selbst geschrieben, in dessen Gedanken und Sprache sich Carey "unnachahmlich hineingedichtet hat", so die Rezensentin. Daraus ergibt sich für sie eine "volkstümlich raue Poesie ohne Schnörkel und Komma". Aber auch ohne Hoffnung. Dies habe etwas von einem archaischen Existenzialismus. Für die Rezensentin bedeutet Careys Roman gleich einen Doppelsieg für die Literatur: gegen die einstigen irischen Unterdrücker und gegen die "Rebellenfolklore". "Der Ire", schließt sie, "metaphysisch und als Befreiungskämpfer betrachtet, ist nicht totzukriegen." Prosaisch hingegen schon: "Ein Held ist eben auch nur ein Mensch."

© Perlentaucher Medien GmbH


Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2002
Ned Kelly ist eine wirkliche und sogar wichtige, sehr umstrittene Figur der australischen Geschichte, ein Robin Hood zwischen "Verbrecher und Volksheld". Peter Carey, der Kelly zum Ich-Erzähler seines Romans macht, schlägt sich ganz auf seine Seite. Berichtet wird von der bitterarmen Kindheit, ein wenig hinzugedichtet wird die Entwicklung Kellys zum Autor. In Wahrheit überliefert ist der "Jerilderie Letter", mit dem der Räuber das Parlament auf seine Seite ziehen wollte (was nicht gelang, Kelly wurde 1880 hingerichtet). Die Frage, die Carey hier wie in seinen bisherigen sieben Romanen interessiert, so Renate Schostack, ist die für Australien so zentrale nach der eigenen Identität, und in Kelly findet er einen Helden nach seinem Geschmack. Nicht alle Kritiker in Australien waren, wie uns die Rezensentin mitteilt, damit einverstanden. Ihr scheint das Buch, abgesehen von einigen Längen, gerade wegen der unentwegt turbulenten Handlung gefallen zu haben. Leider, schränkt sie jedoch ein, gehe der eigenwillige "Sound" des Originals in der Übersetzung ganz unvermeidbar verloren.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Peter Carey wollte, so behauptet er zumindest, den großen australischen Roman schreiben. Ob ihm dies gelungen ist kann ich nicht entscheiden, da sich mein Australiersein doch recht bescheiden ausnimmt. Was er in jedem Fall geschafft hat ist einen interessanten Roman zu schreiben, der die Entstehung der Nation wahrscheinlich besser beleuchtet als die meisten Sachbücher.

Erzählt wird die Geschichte von Ned Kelly. Ned Kelly als australischen Robin Hood zu bezeichnen ist meiner Erachtens nicht richtig. Es ist weniger eine Figur die sich gegen die Herrschenden aufgelehnt hat, als vielmehr der Repräsentant der ersten Australier, also derjenigen Einwohner, deren Familien zwar aus Europa kamen, die aber bereits in Australien geboren wurden. Die Geschichte von Ned Kelly hat für die Australier, soweit ich es überblicken kann, schon fast halbmystischen Charakter und stellt eine Art Gründungslegende dar. Umso erstaunlicher ist, daß selbst angesehene Enzyklopädien ihm kaum Beachtung schenken.

Kurz zusammengefaßt war Ned Kelly daß was man einen Banditen nannte, der Kutschen überfallen und Vieh gestohlen hat. Dem Buch zufolge hat er dies aus echter Not getan. Wie die Fakten waren spielt aber keine Rolle. Carey begnügt sich im wesentlichen damit die Lebensgeschichte von Ned Kelly aufzuschreiben, also von Kindheit an bis zu seinem Tod am Galgen. Der Schwerpunkt liegt dabei weniger auf den verschiedenen Straftaten, sondern stärker auf den Stimmungen der Personen. Der Grund dafür ist, daß die Geschichte in Form von Tagebuchaufzeichnungen des Protagonisten erzählt wird. Ohne in ständiges Wehklagen zu verfallen, wird dabei die soziale Situation zwischen den Farmern und den Menschen erzählt, die Australien nur als Kolonie der Krone sehen. Die Geschichte erlangt durch die Erzählperspektive eine ganze eigenwillige Faszination. Das Buch wartet eigentlich nicht mit großen Überraschungen und ähnlichem auf. Dafür ist Carey den Tatsachen auch zu sehr verhaftet. Dennoch wirkte es auf mich wie ein Fluß dessen sanfte Strömung einen darüber hinwegtäuscht wie sehr man davon gefangen wird.

Genauso ging es mir bereits mit einem früheren Buch von Carey, Illywhacker, daß ebenfalls eigentlich Alltäglichkeiten beschrieb, aber dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, eine große Faszination ausübte.

Negativ bleibt lediglich zurück, daß der Autor fast vollständig auf Interpunktion verzichtet hat. Einige Sätze mußte ich mehrmals lesen um den Nebensatz zu finden. Ob dies dem Buch mehr Authentizität verleit wage ich zu bezweifeln, den Lesefluß hindert es jedenfalls etwas.

Insgesamt ein lesenswertes Buch. Es ist aber kein Banditenroman oder ähnliches, dafür ist es zu gut und auch zu anspruchsvoll.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unglaublich ergreifend! 22. September 2002
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
"Die wahre Geschichte des Ned Kelly" ist ein unglaublich fesselndes Buch aus der Sicht eines Gesetzlosen, der sich gegen sein Schicksal zu wehren versucht. Von Anfang bis Ende sieht man jedoch nicht den Pferdedieb, den Räuber oder Mörder vor sich, sondern einen einfachen, ehrlichen und treuen Mann, dem das Leben hart zugesetzt hatte und dessen Werdegang schon vorgeschrieben zu sein scheint. Dieses Buch ist wohl eines der besten, die ich gelesen habe und ich kann nur jedem empfehlen sich mit Ned Kelly und seiner Gang bekanntzumachen!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Keine Räuberromanze 9. September 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Ned Kelly ist für die Australier ein Mythos, ein Robin Hood. Peter Carey erzählt die Geschichte eines Gesetzeslosen, von einem erstaunlichen Menschen vor dem Hintergrund seiner Zeit.

Aus ärmsten Verhältnissen und aus irischer Einwandererfamilie per se ein Aussenseiter der Gesellschaft ist er ohne Chance auf eine Karriere und selbst auf ein ordentliches, ertragreiches Stück Land. Seine Geschichte ist vorgezeichnet, wie seine Familie immer auf der Schwelle zum Gefängnis zu stehen, doch er widersetzt sich, will einen Weg finden, dem bedrückenden Schicksal zu entweichen. So ist Ned Kelly an der Verhaftung seines Vaters nicht unschuldig und tritt an dessen Stelle in der Familie schon als kleiner Junge, um die Chancen zu nutzen. Doch seine Mutter, vor die er sich Zeit seines Lebens schützend stellen will, fällt wieder und weiter auf Verlierer hinein. Sie schickt ihn in auch in die Lehre zu einem grossen Dieb seiner Zeit, und nach einigem Zögern fügt er sich bedauernd in sein Schicksal, dass das eines Rechtsbrechers sein soll. Ned Kelly feilt selbst, nicht unklug, an seinem Mythos, gibt ihm doch der Ruf des Robin Hood auch "Personenschutz". So gelingt es lange nicht, ihn zu verhaften, vielmehr wird er am Ende nun auch zum Mörder. Bald wird er im ganzen Land gejagt.

So viel und farbig sind die Details auf jeder Seite, so raffiniert ist die Personenzeichnung und so klug und skeptisch vor der Quellenlage wiedersetzt sich Peter Carey, ein Bild nach dem Mythos zu malen, dass ich hoffe, man gibt sich mit der Nacherzählung nicht zufrieden sondern liest das ganze Buch. Faszinierend, ein grossartiges, temporeiches Werk, von dem ich hoffe, dass es irgendwann ein Klassiker wird.

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