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Die Wut wächst. Politik braucht Prinzipien
 
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Die Wut wächst. Politik braucht Prinzipien [Gebundene Ausgabe]

Oskar Lafontaine
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer will schon widersprechen, wenn Oskar Lafontaine sagt: Politik braucht Prinzipien, sonst mäandert sie beliebig und orientierungslos im tagespolitischen Delta dahin, ohne Gestaltungs- und Integrationskraft. Der Vorwurf, die Entwicklung der letzten Jahre mit ihrem jegliche politische Kontur einebnenden Wettlauf zur politischen Mitte habe eben genau zu dieser Prinzipienlosigkeit geführt, durchzieht das ganze Buch. Die Schelte richtet sich zwar an alle Parteien, besonders aber an seine Sozialdemokratie. Noch einmal nach seiner Rechtfertigungsschrift Das Herz schlägt links macht er deutlich, dass er 1999 vor allem aus diesen prinzipiellen Gründen aus der Regierung Schröder ausgetreten war und sämtliche Parteiämter niedergelegt hatte: "Ich konnte mit dem Begriff der 'Mitte' nie etwas anfangen." Vor diesem Hintergrund ist es nur zu verständlich, dass deswegen seine persönliche Wut wächst.

Entsprechend scharf wie scharfsinnig fällt seine Rüge der Politik der SPD wie auch ihrer europäischen Pendants -- vor allem von Tony Blairs New Labour -- aus. Unter Preisgabe ureigenster sozialdemokratischer Werte wie Solidarität oder sozialer Gerechtigkeit werde der Grundsatz des Schutzes des Schwächeren vor dem Stärkeren aufgeweicht und stattdessen die "Lehrformeln Modernisierung, Flexibilisierung und Deregulierung" auf den Schild gehoben.

Lafontaines Kritik an der Rolle Deutschlands in der internationalen Politik nach dem 11. September 2001 ("Wir sind wieder dabei!"), an der weltpolitischen Dominanz der USA ("Das Recht des Stärkeren") sowie der Schröder'schen Steuer-, Wirtschafts- und Finanzpolitik ist von der Substanz her nicht neu. Dennoch ist dieses Buch wegen seiner argumentativen Dichte und Schlüssigkeit wie seiner verständlichen Sprache bemerkenswert. Auch wird deutlich, dass man dem Autor eines nicht vorwerfen kann: Prinzipienlosigkeit und mangelnde Standpunktfestigkeit. Denn Lafontaine weiß, worüber er schreibt. --Dr. Manfred Schwarzmeier

Kurzbeschreibung

Kriegseinsätze, kein Wirtschaftswachstum, immer mehr Arbeitslose, Steueroasen für die Reichen und Lohndrückerei - ist ist genug. Oskar Lafontaine nimmt die Unterlassungssünden der Rot-Grün-Regierung scharf ins Visier. Der Ex-SPD-Chef geißelt die Außenpolitik seit dem Kosovo- und jetzt dem Afghanistan-Einsatz und kritisiert die 'neue Mitte'

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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
'Die Wut wächst - Politik braucht Prinzipien' ist mein drittes Buch von Lafontaine. Gelesen hatte ich bereits 'Keine Angst vor der Globalisierung' und 'Das Herz schlägt links'.

Lafontaines neues Buch ist das beste!

Lafontaine schreibt in einer einfachen leicht zu lesenden Sprache und man merkt von der ersten bis zur letzten Zeile, er hat gut vorher nachgedacht und seine Argumente mit deutlichen Fakten belegt. Nach diesem gründlichen Nachdenken kann sein Anliegen nun auch leicht von vielen in unserer Bevölkerung verstanden werden!

'Die Wut wächst - Politik braucht Prinzipien' ist eines der wenigen Bücher, das ich, - der ich immer quer Beet lese, - auch wirklich ganz gelesen habe, und wahrscheinlich werde ich viele Passagen sogar bewusst noch mehrmals nachlesen!

Lafontaine spricht mir in seinem Buch oft aus dem Herzen, er rückt viele Sachen so zurecht, wie ich sie eigentlich schon immer gesehen habe, wie ich sie aber bisher in den Medien und leider auch oft im Bekanntenkreis fast nie diskutiert fand. Ich hatte deshalb viel Spaß beim Lesen, (obwohl auch meine Wut beim Lesen punktuell wuchs).

Ich empfand Lafontaines Fähigkeit und seine Bereitschaft auch gegen den Mainstream logisches politisches Denken öffentlich zu praktizieren ausgesprochen befreiend und gekonnt!

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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Lafontaines neues Buch, strategisch gut plaziert, nimmt die aktuelle Politik der rot-grünen Bundesregierung ins Visier. Schon vorab löste der Autor bei den betreffenden Herrschaften Unbehagen aus. Schröder selbst muss immer mehr erkennen, dass eine konturlose Politik nicht den erwünschten, und für die Wahl im September nötigen Rückhalt in der Bevölkerung besitzt.

Schön, dass es noch Menschen gibt, die selbst in den Tagen der "political correctness" den Mut haben, Missstände, Lügen und Falschdarstellungen zu kritisieren. Menschen, die den Mut haben, einem unter dem Deckmantel der Freiheitsliebe arrogant und herrisch handelnden US-Präsidenten zu begegnen. Es ist erholsam, mal wieder etwas anderes zu lesen als Anbiederei. Das sich Lafontaine damit nicht populär macht, ist klar. Wahrheit allerdings war noch nie gut gelitten, geschweige denn populär. Wie sagte schon Schopenhauer sinngemäß : erst lacht man über sie, dann bekämpft man sie, und schließlich gibt man sie als seine schon immer eigene Meinung aus.

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26 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch ist in seiner Schärfe und mitreißenden Anklage zweifellos brillant und absolut überzeugend, doch leider fehlt ihm die Konsequenz.
Lafontaine betreibt nicht einfach nur linke Propaganda oder eine Abrechnung mit Schröder, Fischer und Scharping (wie in „Das Herz schlägt links"). Nein, er zeigt deutlich auf die Mißstände dieser doch so kleinen Welt und erinnert an Ideen, die er selbst einst zur Lösung zumindest einiger Probleme (Tobin-Steuer auf Börsenspekulationsgewinne) eingebracht hatte. Dabei erfindet er nichts neu, sondern wiederholt und bestärkt z.B. auch den anerkannten US-Empire-Kritiker Chalmers Johnson (Politologie-Professor und Autor „Ein Imperium verfällt" - ebenfalls äußerst äußerst äußerst lesenswert!). Seine Globalisierungskritik ist nicht antikapitalistisch oder antiamerikanisch, sondern lediglich antiimperialistisch. Sie richtet sich nicht gegen die „soziale Marktwirtschaft", sondern gegen die ungehemmte „freie Marktwirtschaft" neoliberaler Perversion? Doch was bleibt zu tun? Wo sind Alternativen? Wo sind Lösungen?
Die Wut wächst. Es wird ja auch verständlich, warum. Doch was dann? Sollen wir sie einfach in uns hineinfressen oder uns nur von der Seele schreiben? Worauf sollte die ganze weitausholende und durchaus deprimierende Argumentation denn überhaupt vorbereiten? Warum ist z.B. der äußerst lobende Kommentar über die Globalisierungsgegner von attac nicht mit einem Beitrittsaufruf versehen? Wo bleibt der Gründungsaufruf für eine neue USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) - vielleicht zusammen mit Gysi? Oder wo bleibt vielleicht gar der Wahlaufruf zugunsten Gysis PDS (etwa nach dem Motto: "Wer Schröder wählt, wählt Krieg. Nur die PDS hält Rot-Grün auf dem Teppich")? Zumindest irgend etwas in dieser Art hätte man im Wahljahr von einem Aktivisten wie Lafontaine doch auch erwartet. Es nicht zu finden, überrascht, enttäuscht und frustriert. Denn die Wut wächst indessen weiter. Wo das Ventil zu finden ist, verrät auch Lafontaine nicht.
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