Im Sommer 1929 wurde Franz Werfel (1890-1945) bei einem Aufenthalt in Damaskus mit den Schicksalen armenischer Flüchtlingskinder konfrontiert. Unter dem unmittelbaren Eindruck des Elends beschloß er, einen Roman über jene Armenier zu schreiben, die im osmanischen Reich friedlich an der syrischen Küste gelebt hatten und dort im Sommer 1915 von den Jungtürken grausam verfolgt wurden. Etwa 5000 zum Widerstand entschlossene Männer und Frauen zogen sich damals auf den Musa Dagh, den Mosesberg, zurück, um sich gegen die Übermacht der Türken zu verteidigen. Werfel unternahm intensive historische Forschungen, um seinem 1933 erschienenen Roman einen bis in die Einzelheiten authentischen Hintergrund geben zu können. Im Mittelpunkt seiner Schilderung steht die fiktive Person des Gabriel Bagradian, der zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Stephan zufällig aus Paris in der Heimat weilt und zur ,,Seele" des Widerstandes gegen die Türken wird. Ihm zur Seite steht der Priester Ter Haigasun als der geistige Führer der Gruppe. Im Lauf der Belagerungskämpfe fällt Bagradians einziger Sohn. Als die Türken am 40. Tag der Belagerung zum Generalangriff ansetzen, erscheint ein englisch-französisches Geschwader, dem es gelingt, die überlebenden Verteidiger aufzunehmen und wegzuführen. Nur Bagradian bleibt zurück, am Grabe des Sohnes trifft ihn eine türkische Kugel. Der Roman ist eine erschütternde Anklage gegen den Völkermord. Für die Juden in Deutschland wurde er gerade in den Verfolgungsjahren nach 1933 zu einer Art Schicksalsbuch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)