aber sehr schwer einzuordnen. Der Klappentext führt meiner Meinung nach sehr in die Irre und beschreibt das Buch nicht wirklich.
Es werden mehrere unterschiedliche Geschichten erzählt.
Da ist zum einen die Familie Land, vier Schwestern und ihre Eltern. Die jüngste Schwester, Olivia, verschwindet mit 3 Jahren spurlos, weder ihre Leiche wird gefunden noch sonst irgendein Hinweis. 30 Jahre später finden zwei der Schwestern ein Indiz, das vielleicht Licht in die Sache bringen könnte. Sie beauftragen den Privatdetektiv Jackson Brodie, Ihnen zu helfen.
Desweiteren der Fall der vor 10 Jahren im Alter von 18 Jahren ermordeten Laura. Der Täter wurde nie gefunden, der Fall von der Polizei zu den Akten gelegt, aber ihr Vater und ihre Schwester leider noch heute - auf unterschiedliche Weise. Auch hier soll Jackson Brodie weiterhelfen.
Dann ist da Shirley, deren Schwester, jung verheiratet, mit Kind, Mann und Haushalt total überfordert, ihren Mann mit einer Axt erschlagen hatte. Shirley hat ihre Schwester nach der Verurteilung nie wiedergesehen, sucht jetzt jedoch nach deren Tochter. Auch sie bittet Jackson Brodie um Hilfe.
So stellt Jackson Brodie eine Art Bindeglied zwischen all diesen traumatisierten Menschen dar. Im Verlauf der Geschichte kommt auch heraus, daß er selbst um einen lieben Menschen, ein getötetes Familienmitglied trauert. Ebenfalls ein nie gelöster Mordfall.
In diesem Buch geht es jedoch nicht wie in langläufigen Krimiromanen um die Suche nach den Tätern, die Polizeiarbeit wird so gut wie gar nicht berührt. Also auch nicht im entferntesten ein "Whodoneit".
Vielmehr geht es darum, die Vorgeschichten zu erzählen und die Traumata der betroffenen Personen auszuleuchten. Und das ist das Traurige an diesem Buch. Denn wir alle wissen aus den Medien, daß es diese Fälle viel, viel zu oft gibt. Ein vermisstes Kind taucht nie wieder auf, der Mörder eines geliebten Menschen wird nie gefaßt. Leider alles in diesem Buch ist traurige Realität.
Nur eines nicht. Wir als Leser sind priviligiert und bekommen Lösungen für die von Polizei und Öffentlichkeit längst zu den Akten gelegten "Fällen". Das ist das Tröstliche an diesem Buch. In der Realität ist das leider anders.
Meiner Meinung nach kein Buch für Krimi-Fans. Sonder eher für Leser, die sich auf die Dramatik des Lebens einlassen wollen und können.
Mich hat das Buch von Anfang bis Ende gefesselt, aber auch sehr berührt zurückgelassen.