Das Buch ist schlecht geschrieben und schlampig recherchiert. So hat die Gewürzmühlstraße in München darin drei unterschiedliche Schreibweisen, wird die Staatsbibliothek in die Maximilianstraße verlegt und Makart zum Münchner Künstlerfürsten ernannt, u.s.w.. Als Münchner erkenne ich diese Fehler sofort und beginne mich zu fragen: Was ist mit den anderen Angaben und Daten, die mir nicht so geläufig sind. Was ist hier richtig, was falsch, was glaubwürdig, was unglaubwürdig?
Schwerer aber als diese Nachlässigkeit, die auch dem Verlag anzulasten ist,wiegt, dass Flügge entgegen seiner Ankündigung, Marta Feuchtwanger endlich ins rechte Licht der Geschichte zu heben, doch meist über Lion schreibt. Sogar für die Zeit nach seinem Tode, als Marta ihr viertes Leben beginnt, steht Lion für Flügge im Vordergrund. Das ist eindeutig eine Themaverfehlung.
Da ist es wirklich besser, gleich die Selbstbiografie von Marta Feuchtwanger "Nur eien Frau" zu lesen. Das ist zwar auch kein literarisches Meisterwerk, aber doch immerhin persönlich und frisch geschrieben.